Nes Ammim
Nes Ammim, eine christliche Siedlung in Westgaliläa
Nes Ammim, eine christliche Siedlung in Galiläa wurde 1963 gegründet und wird hauptsächlich von Holländern und Deutschen bewohnt und bewirtschaftet. Das Ziel dieser Gründung war es, in Solidarität mit dem jüdischen Volk in Israel zu leben und zu arbeiten und damit einen Beitrag zu Verständigung und Versöhnung zwischen Juden und Christen zu leisten. Nes Ammim will als “ökumenische Gemeinschaftssiedlung, als Nachbardorf in Israels Norden zu gegenseitigem Verstehen, Respekt und Dialogbereitschaft beitragen”. (Diese Selbstdarstellung findet sich im deutschsprachigen Prospekt Nes Ammim aus dem Jahre 1997).
Neben seiner Funktion als Begegnungsstätte für Christen und Juden sollte Nes Ammim mit seinen landwirtschaftlichen Arbeiten aber auch den Staat Israel unterstützen und sich auch so um Solidarität und Freundschaft bemühen.
Der Name “Nes Ammim wurde dem Buch Jesaja 11,10 entnommen und bedeutet “Zeichen der Völker” und auch “Zeichen für die Völker”.
In der zionistischen Tradition ist es üblich, mit der Namensgebung an die Geschichte des biblischen Volkes Israel anzuknüpfen und diese als säkulare Realisierung biblischer Verheißungen zu verstehen. Die Gründungsväter Nes Ammims folgten einerseits mit der Benennung des Dorfes dieser Tradition und folgten damit dem Kontinuitätsverständnis der Geschichte Israels. Andrerseits sollte dieser Name Signal einer christlichen Theologie sein, in der
“Christinnen und Christen ihren Ort im Verhältnis zu Israel und der Gemeinschaft der Völker der der Welt erkennen” (Jürgen Ebach)
Autorin: Mag.a Traude Litzka, Kontaktperson für Österreich und Vorstandsmitglied der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft.