Ablöse: Krim anstatt Österreich-Ungarn

50 NIS neu

Saul Tschernikowsky  ist seit 24. September 2014 auf der neuen, nun grün (anstatt lila)  gehaltenen 50 Schekelnote zu sehen. Der Geldschein genügt allen Sicherheitsstandards und ist dazu auch für blinde Menschen oder Menschen mit Sehbehinderung tastbar. Die Texte sind in hebräisch, arabisch und englisch verfasst.

Saul Tschernikowsky  (1875-1943) ist vielen Israelis zumindest aus zahllosen Straßenbezeichnungen bekannt. Von der Krim kommt er über Odessa zum Medizinstudium nach Heidelberg, beginnt aber schon früh mit lyrischen Dichtungen hervorzutreten. Sei armseliges Leben als Arzt in einem Militärspital in Odessa tauscht er nach einem ersten Versuch in den Zwanzigerjahren  1931 endgültig gegen ein Leben in „Israel“ ein. Er wird Schularzt in Tel Aviv und als Nachfolger Bialiks Präsident des hebräischen Schriftstellerverbandes. Er stirbt 1943 in Jerusalem.

Zu Rosh Hashanah 5775 wurde nun die neue Fünfzigschekelbanknote in Umlauf gesetzt.

 

Der aus der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, genauer aus Galizien stammende Dichter Samuel Joseph AGNON (1888-1970) war seit der Einführung der Neuen Schekel 1985 auf dem Fünfziger ein allen Israelis vertrautes Bild.

50 NIS alt

Samuel Agnon, eigentlich Samuel Josef Czaczkes wurde 1888 in Buczacz geboren und verstarb 1970 in Rehovot. Nach “ Israel“  gelangte er 1908 im Zuge der zweiten Alija. In Jaffa legte er sich das Pseudonym Agnon zu, was soviel wie „der Gebundene“ heisst. Im Zuge einer Deutschlandreise wurde er durch den Beginn des 1. Weltkrieges an der Heimreise verhindert und wanderte 1924 nachdem sein Haus in Bad Homburg mitsamt allen Büchern und Manuskripten durch einen Brand zerstört wurde ein zweitesmal nach “Israel“ aus. Die mühsam wieder hergestellte Bibliothek fiel  im Aufruhr 1929 in Jerusalem den arabischen Plünderungen zum Opfer.

Salman Schocken verlegte seine Bücher. Einige davon sind noch heute im regulären Buchhandel lieferbar (Eine einfache Geschichte/ Der Verstoßene/ Buch der Tatan/ Gestern Vorgestern u.a.) Amos Oz hat sich in „Das Schweigen des Himmels“ biografisch und literarisch mit samuel Agnon beschäftigt. 1966 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Die 50 Schekel Banknote wird noch 10 jahre im Zahlungsverkehr Gültigkeit haben. Seine Literatur hat kein Ablaufdatum…

 

Die Neuauflage der Schekelgeldscheine wird im Herbst mit Nathan Alterman für die 200-Schekel-Note fortgesetzt, die Dichterin Rachel Bluwstein bekommt den Zwanziger und die Schriftstellerin Leah Goldberg den neuen Hunderter…..

 

Ministerpräsident Netanjahu hat, da sich orientalische Juden durch die neuen Konterfeis nicht vertreten fühlten, den Dichter Rabbi Jehuda Halevi für die nächste Serie als Kompromiss vorgeschlagen. Der Mittelalterforscher und Literaturprofessor Haviva Jishai von der Ben Gurion Universität in Beer Sheba meldete allerdings diesbezüglich für den Druck ein Problem an: Halevi sei ein Sepharde aus Spanien, also Europa und keiner weiss, wie er ausah….

(Die Auswahlkommission hat also für die Neuauflage in ca.15 Jahren genug Vorschuss auf Zores…..WIr werden berichten!)