Archäologische Fundgrube Israel

Unterirdisches Reservoir in Ramla aus dem 18. Jahrhundert, Ministry of Tourism

Auf der Suche nach biblischen Beweisen graben Archäologen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Grabungen wurden aber vor allem seit der Staatsgründung 1948 in großem Maße vorangetrieben. Allein im Dezember 2011 wurde beispielsweise  in der Nähe der Klagemauer ein seltenes zweitausend Jahre altes Tonsiegel gefunden, eines der wichtigsten Artefakte aus der zweiten Tempelperiode. Die israelische Antiquitätenbehörde (IAA) fand in derselben Zeit auch die Überreste eines byzantinischen Badehauses, als ein neues Wasserversorgungssystem in den judäischen Küstenhügeln gelegt wurde.

Diese Funde machen oft Schlagzeilen: Ende 2011 publizierten Forscher der Universität Tel Aviv den Fund menschlicher Zähne in einer Höhle bei Tel Aviv, welche auf den afrikanischen Homo Sapiens vor 200.000 Jahren zu datieren sind und somit zur Forschung über die menschliche Evolution beitragen. Andere Funde in einem jüdischen Dorf von 135 v.Z  waren 264 identische Goldmünzen des letzten byzantinischen Eroberers, der in Jerusalem herrschte, sowie ein römisches Legionslager aus dem 2. Jahrhundert, ein Dorf aus dem 12. Jahrhundert und byzantinische Klöster. 2009 fanden israelische Archäologen in Migdal die älteste Darstellung der Menorah, eine Schnitzerei von vor 2000 Jahren.

Jon Seligman, Leiter der IAA kann nur lachen, wenn er die wichtigsten Funde der letzten 64 Jahre nennen soll: „Die Archäologie in diesem Land wurde revolutioniert in den über 60 Jahren des Staates“, sagt er. Eine komplette Liste von Ausgrabungsstätten umfasst 70 Orte, die nach Abschluss der Arbeiten oft zu Nationalpärken wurden. Die wichtigsten sind die folgenden:

  • Masada: die beeindruckende Festung von Herodes dem Großen mit Blick aufs Tote Meer (eines der wichtigsten Touristenziele Israels aufgrund der dramatischen Rolle in der Geschichte der jüdischen Widerstands gegen das römische Imperium) v.Z eine stark befestigte Stadt von Mauern umgeben befand.
  • Beit Guvrin-Maresha: mit den Jahrtausenden alten, wertvollen Gruben, Gräbern, Lagerräumen, industriellen Anlagen, Verstecken und Taubenschlägen.
  • Ashkelon: der älteste und größte Hafen in Israel, der ein blühendes Handelszentrum während der Römerzeit darstellte.
  • Davidstadt: der Nukleus des antiken Jerusalem, die westliche und südliche Mauern, die den Tempelberg umgaben.

Die IAA überwacht etwa 300 jährliche Grabungen und ist für ca. 95% der archäologischen Arbeiten in Israel zuständig. Sie bieten auch einen fünfmonatigen englischen Einführungskurs an.

Graben, Entdecken und Analysieren ist Teil eines sorgfältigen Prozesses. Seligman betont: „wir müssen nicht nur auf das achten, was wir ausgraben, sondern auch das, was wir nicht tun. Wir machen nur das notwendige Minimum, denn Ausgraben ist ein destruktiver Prozess und wir müssen an das denken, was wir den künftigen Generationen überlassen“. Normalerweise wird das Material an den Stätten im natürlichen Umfeld belassen. Ins Museum gebracht werden Dinge nur, wenn es keine Alternativen gibt.

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