Bücher für junge Leser

 

Daniella Carmi
Samir und Jonathan
(ab 10) dtv

Das Buch handelt von einem circa 12-jährigen palästinensischen Jungen namens Samir. Dieser lebt mit seiner Familie im Nahen Osten, in der Westbank. Wegen einer komplizierten Knieoperation wird Samir von seiner Mutter  in ein israelisches Krankenhaus gebracht, was ihm überhaupt nicht gefällt. Seine Aversion gegen Juden,  die die Palästinenser bekämpfen, wird verstärkt durch die Tatsache, dass sein Bruder Fadi durch einen Israeli umgekommen ist. Ständig muss Samir an diesen einschneidenden Schicksalsschlag denken. Er zieht sogar kurzfristig in Erwägung, lieber ein lahmes Bein zu haben, wie der Fladenbrotverkäufer, als zu
den Juden ins Krankenhaus zu gehen.
Im Krankenzimmer liegen noch  vier andere Kinder Zachi, Jonathan, Miki und Ludmilla, die auch ihre eigenen Probleme und Krankengeschichten haben. Zunächst ist Samir alles fremd: die Sprache, die Bräuche und auch die Musik; doch er entdeckt auch für sich, wie friedlich es zugehen kann, ohne die ständigen Kämpfe zwischen Israelis und Palästinen- sern.  Samir freundet sich langsam mit Jonathan an, der ihm, weil er sehr belesen ist, den Sternenhimmel und die Evolution erklärt. Außerdem nimmt Jonathan ihn nach seiner Operation heimlich  ins Krankenschwesternzimmer mit, um PC-Spiele zu spielen. Bevor Samir das Krankenhaus verlässt, macht ihm sein ärgster Feind ein kleines Friedensangebot …

Anita Friedrich
Ilona wird Kibbuznik
Aaronis Collection

Im Sommer 1973 fährt die zwölfjährige Ilona Stein mit ihren Eltern, ihrem vierjährigen Bruder Michael und ihrem Hund auf dem Schiff ‚Nili‘ ihrer neuen Heimat Israel entgegen. Sie hat nur ungern von Wien Abschied genommen und sie hat Angst vor dem Neuen, das sie in Israel erwartet. Sie werden nicht wie bisher in einer Stadtwohnung leben, sondern in einem kleinen Dorf mitten in der Wüste. Das dieses Dorf ein Kibbuz ist, erfüllt das Mädchen mit besonderen Schrecken. llona und ihr Bruder werden nämlich in Givat Moshe nicht bei den Eltern wohnen, sondern jeder für sich in seiner Gruppe im Kinderhaus. Diese Kindergesell-schaft ist es, vor der Ilona am meisten Angst hat. Die Kinder von Givat Moshe führen ihre eigene Wirtschaft und haben ihre eigenen Gesetze. Gerade fängt Ilona an, sich im Kibbuz einzuleben, da bricht der 4. arabisch-israelische Krieg aus. Bange Wochen vergehen in Sorge um Väter und Brüder an der Front. ….

David Grossman
Wohin du mich führst
(ab 14) dtv

So aufregend hat sich der 16-jährige Assaf seinen Ferienjob nicht vorgestellt: Ein herrenloser Hund zerrt ihn an der Leine hinter sich her quer durch die ganze Stadt Jerusalem. Er soll die Person finden, der das Tier entlaufen ist. Der Hund führt den schüchternen Jungen zu den verschiedensten Personen und Assaf erfährt so nach und nach mehr über die Hundebesitzerin, die 16-jährige Tamar. Warum hat Tamar alle Brücken zu ihrem früheren Leben abgebrochen? In welche dunklen Machenschaften ist sie verstrickt? Immer stärker fühlt sich Assaf zu dem Mädchen hingezogen, und längst geht es nicht mehr darum, nur den Hund zurückzubringen. …

Barbara Honigmann
Soharas Reise
dtv

Zwei Reisen: Nach dem Algerienkrieg, mit sechzehn, wird Sohara wie alle arabischen Juden aus der algerischen Heimat vertrieben und nach Frankreich „repa-triiert“; Jahre später holt sie ihre mit Hilfe einer „Tora-Connection“ vom Vater entführten Kinder von London nach Straßburg zurück. Im Zentrum aber steht vor allem die Reise, die dazwischen liegt, die Lebensreise, das Exil, der Aufbruch.

Amos Oz
Sumchi
dtv

„Einmal bekam ich ein Fahrrad geschenkt und tauschte es gegen eine Eisenbahn, für die ich einen Hund bekam, an dessen Stelle ich dann einen Spitzer fand, den ich gegen Liebe hergab.“ 
Das ist die Kurzversion der Geschichte. Sumchi träumt. Und zwar von Esthi, seiner Klassenkameradin, in die er hoffnungslos verliebt ist. Und von dem Land Ubangi-Schari, in das er irgendwann ziehen wird, um Abenteuer zu erleben. Erst einmal hält das Glück etwas anderes für ihn bereit: ein Fahrrad.

Galila Ron-Feder
Die Tage nach dem Anschlag
(ab 14) Beltz & Gelberg

Dotan und Jair sind die besten Freunde. Als Ja’ir ihn vor der Schule zum Jogging abholen will, läßt sich Dotan jedoch entschuldigen. Angeblich hat er hohes Fieber. In Wirklichkeit ist es Dotans Angst, in der Mathearbeit zu versagen – eine Ausrede, die ihm noch schwer zu schaffen machen wird. Jair läuft alleine los und nur wenig später hört Dotan die Polizeisirenen. Erst beruhigt er sich damit, dass Polizeisirenen an einer ‚Nahtstelle‘ nichts Ungewöhnliches sind. ‚Nahtstellen‘ sind jene israelischen Stadtteile in Jerusalem, die an arabische grenzen. Dann ruft Dotans Freundin aus der Schule an, und teilt ihm mit, daß Jair von einem Araber erstochen worden ist. Neben den Selbstvorwürfen, nicht bei Jair gewesen zu sein, stellt sich Dotan die Frage, wie er mit seiner Trauer um den Tod seines besten Freundes umgehen soll.

Bat-Chen Shachak
Ich träume vom Frieden
Bloomsbury

Mit zehn Jahren beginnt Bat-Chen ein Tagebuch zu führen. Sie notiert den Alltag eines jungen Mädchens, das aufmerksam in die Welt blickt und davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Doch wenn man in Israel aufwächst, gehören nicht nur die Familie, die Freunde, die Schule zum Alltag, sondern auch die Angst. Die Angst vor Anschlägen, die Angst, dass die Eltern, die Geschwister tot sein könnten, wenn man aus der Schule kommt. „Vielleicht bin ich bloß ein naives kleines Mädchen, aber darf ich mir nicht Frieden und Sicherheit wünschen?“, schreibt Bat-Chen. An ihrem 15. Geburtstag wurde sie Opfer eines Selbstmordattentats. Ihr Tagebuch ist ein bewegendes Dokument der Sehnsucht nach Frieden.

Shoham Smith, Aya Gordon-Noy
Ein Tag in Jerusalem
(Ab 6) Pattloch Verlag

Daniel darf die Osterferien in Jerusalem verbringen- bei seiner Oma Israela, die dort Reiseführerin ist. In Begleitung ihrer Touristengruppe und dem Löwen Leo, dem Stadtsymbol von Jerusalem, erlebt Daniel einen Tag voller Überraschungen und Abenteuer. Sie besuchen die Klagemauer, die Davidszitadelle, den Felsen- dom, die Knesset und viele andere historische Plätze in der Stadt- und Oma Israela hat zu allem viel zu erzählen.

Noemi Staszewski
Mona und der alte Mann.
Kinderbuch zum Judentum
Patmos

Dass Essen koscher sein kann und wie man eine Laubhütte baut, das weiß Mona- seit sie Joel Schwarz kennt. Herr Schwarz ist Jude und freut sich über die Bekanntschaft mit dem neugierigen Mädchen. Er lädt sie ein seine Religion mit ihren Festen und Bräuchen kennenzulernen. Und im Laufe etwa eines Jahres lernt Mona eine ganze Menge über das Judentum und das Leben der Juden heute. Das Buch bietet aber nicht nur eine Erzählung, sondern erklärt auf Extraseiten alle wichtigen Themen des Judentums: den Schabbat und den jüdischen Kalender, die Feste und die Pessachbräuche, die Shoa und Jom Kippur. Eine gelungene Einführung in die Welt des Judentums, nicht nur für Kinder!

Tamar Verete-Zehavi
Aftershock
Ein Selbstmordattentat und die Folgen

Jerus ist 17 und Israelin. Nadira ist 18 und Palästinenserin. Sie leben nicht weit voneinander entfernt, treffen sich aber nur einmal – in einem Supermarkt in Jerusalem, an dem Tag, als Nadira ihren Sprengstoffgürtel zündet. Die 15-jährige Ella überlebt das Attentat, anders als ihre beste Freundin Jerus. Doch kann sie auch lernen weiterzuleben?