Die Hohen Feiertage des Judentums – Rosh Hashana und Jom Kippur

Rosh Hashana heißt „Kopf (﴾Anfang)﴿ des Jahres“ und hat seinen Ursprung in der Torah, im Dritten Buch Moses (﴾Kap.23)﴿.

„Der erste Tag des siebenten Monats (﴾Tischri, im Herbst)﴿ ist ein Feiertag zum Gedenken an den Klang des Schofars…“

Dieser Feiertag wurde erst später, nach dem babylonischen Exil, in der „Mischna“, der so genannten „mündlichen Torah“, von den damaligen Gelehrten zum Jahresanfang im Herbst erklärt, vermutlich um das Mondjahr zu etablieren. Zuvor galt das Frühjahr als Jahresanfang sowohl wegen der Landwirtschaftszyklen, jedoch insbesondere aufgrund der Befreiung aus der ägypti-‐ schen Knechtschaft, wie es im 2. Buch Moses 12,2ff heißt:

„G‘tt sagte zu Moses und Aron im Lande Ägypten: dieser Monat (﴾Nissan, im Frühjahr)﴿ sei für Euch der erste Monat des Jahres….“

In der Synagoge wird Schofar geblasen, es wird um ein gutes Neues Jahr gebetet sowie Sühne und Besserung gelobt. Rosh Hashana wird auch als „Jom Hadin“  Tag des Gerichts -‐be zeichnet.

Man wünscht seinen Mitmenschen „Shana Tova“  ein gutes Jahr. Ein schöner Brauch ist der symbolische Verzehr von Süßem, z.B. Äpfeln mit Honig und der gegenseitige Wunsch „Shana tova umetuka“  ein gutes und süßes Jahr. Einer der vielen weiteren Bräuche ist „Taschlich“ frei übersetzt: „wirf weg!“ bei dem man sich an ein fließendes Gewässer begibt und seine Sünden symbolisch in Form von Brotbröseln ins Wasser wirft.

(﴾Rosh Hashana 5774 beginnt in diesem Jahr am Abend des 4. September. Das Datum verschiebt sich alljährlich aufgrund der Synchronisierung des jüdischen Mondkalenders mit dem gregorianischen Sonnenkalender)﴿ . Jom Kippur heißt „Tag der Versöhnung“ und hat seinen Ursprung ebenfalls in der Torah, im Dritten Buch Moses (﴾Kap. 23)﴿.

„ … der zehnte Tag dieses Monats soll euch heilig sein, es ist der Versöhnungstag … der höchste Sabbat … an dem ihr eure Seelen kasteien und vor dem Ewigen, eurem G‘tt sühnen sollt … vom Abend bis zum Abend… „

Jom Kippur beginnt somit am Abend  wie jeder Shabbat und alle Feiertage (﴾„Erev“)﴿  gemäß der Schöpfungsgeschichte in Genesis 1: „…es wurde Abend und es wurde Morgen, Tag eins, … zwei, … bis sechs“.

Der Vorabend von Jom Kippur wird „Kol Nidre“  „Alle Gelübde“  genannt, nach dem wohl bekanntesten Gebet im Judentum. Es stammt vermutlich aus der Zeit der Inquisition im 15. Jahrhundert als Reaktion auf erzwungene Übertritte von Juden zum Christentum. Darin werden alle Gelübde, Schwüre und Versprechen die man unter Zwang oder unüberlegt gegeben hat, als ungültig erklärt.

Am Jom Kippur ist für Juden strenges Fasten (﴾weder Essen noch Trinken)﴿ geboten  vom Vorabend bis zum Tagesende. Es wird den ganzen Tag gebetet. Dabei geht es überwiegend um das Bitten um Vergebung der Sünden und der Aussöhnung mit G‘tt. Man soll auch versuchen, Menschen, mit denen man im vergangenen Jahr Streit hatte, zu vergeben und sich zu versöhnen.

Nach dem abschließenden Bekenntnis zum Einzigen G‘tt und dem letzten Ton des Schofars soll ein „reines“ Neues Jahr, ohne Vorlasten aus der Vergangenheit, beginnen.

(﴾Jom Kippur beginnt in diesem Jahr am Abend des 13. September)﴿

Für „schalom“ von Carlos Günther
Die Hohen Feiertage des Judentums Rosh Hashana und Jom Kippur

Die Österreichisch-entbietet allen Mitgliedern und Freunden ein aufrichtiges „SHANA TOVA“