Die Wahrheit über die Juden

Von Andreas Koller

Antisemitismus-Alarm. Grass ist kein Einzelfall. Die Welt reagiert immer dann empört, wenn Israel sich erfrecht, aus der ihm von der Geschichte zugedachten Opferrolle zu fallen.

Und wieder die klassische Täter-Opfer-Umkehr, diesmal vorgenommen von Günter Grass. In seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ unterstellt der Literaturnobelpreisträger dem Staat Israel, mit einem „Erstschlag“ das „unterjochte“ iranische Volk „auslöschen“ zu wollen.

Mit den Fakten hat das wenig zu tun. In Wahrheit plant Israel keineswegs einen (atomaren) Erstschlag gegen das iranische Volk, und schon gar nicht dessen Auslöschung. Vielmehr behält sich Israel einen nicht atomaren Schlag gegen das iranische, gegen Israel gerichtete Atomwaffenprogramm vor. Das sind die Fakten, doch auf die kommt’s nicht an, wenn Israel als Täter vorgeführt werden soll und der Iran als Opfer. Und wer den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ gefährdet, versteht sich von selbst, zumindest für Herrn Grass: Israel, wer sonst. … (Volltext)