ÖIG


Geschichte der Gesellschaft

Die gründende Generalversammlung der Gesellschaft fand am 16. Juli 1963 im Österreichischen Kulturzentrum am Josefsplatz 6, 1010 Wien, statt. Der damalige erste Vorstand der Gesellschaft wurde in folgender Zusammensetzung gewählt:

  • 1. Präsident: Otto Probst, damals Bundesminister für Verkehr
  • 2. Präsident: Staatssekretär Dr. Ludwig Steiner
  • 3. Präsident: Frau Hermona Simon, Gattin des israel. Botschafters
  • Schriftführer: Stadtrat Heinz Nittel
  • Stellvertreter: Dr. Robert Prantner
  • Kassier: blieb vorläufig unbesetzt
  • Stellvertreter: Georg Sonnewald
  • Beisitzer: Dkfm. Otto Herz
  • Regierungsrat Wilhelm Krell
  • Dr. Ferdinand Maly
  • Dr. Edgar Schranz
  • Univ. Prof. Dr. Kurt Schubert
  • Chefredakteur Dr. Kurt Skalnik

Schon die Aufzählung dieser Namen zeigt, welche Kräfte sich zur Gründung der Gesellschaft zusammengefunden haben: Es waren Politiker aus den beiden großen Parteien, Repräsentanten des christlichen und jüdischen Lebens und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur.

Ganz sicher wollten die Gründer nicht mit den vielen mitgliederstarken Vereinen und Organisationen, die das gesellschaftliche und soziale Leben Österreichs auszeichnen, in Konkurrenz treten; und sicher sollte nicht eine hektische Betriebsamkeit und eine Beschäftigung für Funktionäre, eine so genannte „Vereinsmeierei“, der Zweck sein. Vielmehr waren es von Anfang an klare politische Vorstellungen, die die Akteure der Gesellschaft zu ihrem Schritt bewogen.

Die Gesellschaft hatte niemals die Absicht sich in Israels Innen- und Außenpolitik einzumischen; das ist ausschließlich Aufgabe der politischen Kräfte in Israel.

Die ÖIG wollte auch keine Filiale oder Einrichtung der Israelischen Botschaft in Wien sein oder eine Abteilung der Israelitischen Kultusgemeinde.

Die Gesellschaft hat sich von Anfang an als eine Sammlung von Österreichern und Österreicherinnen verstanden, die ihr positives Verhältnis zum jungen Staat Israel und seiner Bevölkerung dokumentieren wollten. Die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und die Bestrebungen zu seiner Überwindung waren und sind ein ständiges Thema der Aktivitäten der Gesellschaft. Sie war immer offen für alle, die bereit waren an der Aussöhnung und Verständigung zwischen den Juden und den Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften mitzuwirken, um so auch an der allgemeinen menschlichen Verständigung über Grenzen, Weltanschauungen und soziale Herkunft ihren Teil beizutragen.

Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter der Landesgruppen, Verantwortliche für besondere Bereiche wie Jugend, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft kommen aus allen Bereichen der österreichischen Gesellschaft.

Die vierteljährliche Zeitschrift der Gesellschaft “Schalom, die seit nunmehr 39 Jahren erscheint, ist ein unabdingbares Bindeglied zu den Mitgliedern unserer Schwestergesellschaft Israel-Österreich. Sie ist eine Brücke, die trotz mancher Belastungsprobe, der sie ausgesetzt war, ihre Tragfähigkeit bewiesen hat. Über die Wechselfälle des politischen Lebens hat sich die ideologische und persönliche Konstruktion erhalten. Freundschaften sind entstanden, die Verbindung, die sich die „Alt-Österreicher / Alt-Österreicherinnen“ zu ihrer ehemaligen Heimat bewahrt haben, wird sorgfältig gepflegt. Es gab und gibt in beiden Ländern viel beachtete Ausstellungen und Kontakte, Gespräche und Dialoge, insbesondere auch zwischen der jungen Generation. Ein Überblick auf die Geschichte der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft ist auch Anlass derer zu gedenken, die am Beginn des Wirkens der Gesellschaft gestanden sind und ihnen zu danken, allen voran dem 1. Präsidenten, Bundesminister und Nationalratspräsident Otto Probst, und ganz besonders seinem Nachfolger, dem unvergessenen Stadtrat Heinz Nittel, der wegen seines Engagements für Israel und Friedensbemühungen mit den Palästinensern am 1. Mai 1981 Opfer eines Attentats wurde.

Stadtrat Heinz Nittel

Stadtrat Heinz Nittel

Abgeordneter zum Nationalrat Dr. Walter Schwimmer führte anschließend bis zu seiner Wahl zum Generalsekretär des Europarates mit großem Einsatz die Geschäfte weiter und verhalf der Gesellschaft in einer oft sehr schwierigen Zeit zu einem hohen nationalen und internationalen Ansehen.

Dr. Walter Schwimmer

Dr. Walter Schwimmer

Wenn die Gesellschaft im Jahre 2003 ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, kann sie es unter der Präsidentschaft von Vizebürgermeister der Stadt Wien, Stadtrat Dr. Sepp Rieder, im Kreise zahlreicher Mitglieder, Freunde und Sympathisanten mit der Zuversicht tun, dass auch in der Zukunft trotz schwieriger Umstände ihr größtes Ziel – nämlich zur gegenseitigen Freundschaft und zum gegenseitigen Verständnis beizutragen – ebenso zielstrebig verfolgt werden wird wie bisher.

Dr. Sepp Rieder

Dr. Sepp Rieder

Die Präsidenten

  • Bundesminister Otto Probst, (Abgeordneter zum Nationalrat, Nationalratspräsident)
  • 1962 - 1978: Stadtrat Heinz Nittel
  • 1978 – 1. Mai 1999: Abgeordneter zum Nationalrat Dr. Walter Schwimmer (später Generalsekretär des Europarates)
  • 1. September 1999 - Vizebürgermeister Stadtrat Dr. Sepp Rieder

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