Heilsames Jerusalem – Eine Ausstellung im Tower of David (ab 30. April 2014)

Photo: Ulrich W. Sahm

Photo: Ulrich W. Sahm

Die Heilige Stadt Jerusalem ist ein traditioneller Anziehungspunkt für Pilger, Touristen, Juden, die sich auf dem Ölberg begraben lassen wollen, Kreuzfahrer und andere Krieger jeglicher Ausrichtung.

Doch Jerusalem ist und war nicht nur Streitpunkt für die drei monotheistischen Religionen. Es gibt auch ein „heilsames“ Jerusalem.

Das wird eine Ausstellung im „Tower of David“ am Jaffator ab dem 30. April präsentieren.

In den historischen Gemäuern der über 2000 Jahre alten Zitadelle werden Gewürze und in der Bibel erwähnte Heilkräuter gezeigt. Die wachsen teilweise wild bis heute in Jerusalem.

In der Hauptabteilung werden alte Fotos und Erinnerungsstücke aus den Hospitälern, Hospizen und Pfleganstalten gezeigt, die in Jerusalem in den vergangenen Jahrhunderten entstanden sind. Auch jüdische Ärzte aus Deutschland waren zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sehr aktiv am Aufbau „moderner“ Krankenhäuser in Jerusalem beteiligt. Schon vor hundert Jahren erkannten sie, wie wichtig die psychologische Betreuung kranker Kinder war. Verena Wulf; eine Doktorandin aus Hamburg, hatte in einem Archiv einen Brief der 1847 in Gieringe

n bei Ulm geboren Erfinderin und Unternehmensgründerin der berühmten Steiff-Tiere, Margarete Steiff, an den Jerusalemer Arztes Moritz Wallach entdeckt: „ (…) teilen wir Ihnen mit, dass Sie für Mark 50.-. eine grosse Partie Spielwaren bekommen können, nicht nur, dass wir Ihnen solche zu Selbstkosten, sondern teilweise noch viel billiger erlassen werden. (…) und können Sie sich ruhig darauf verlassen, dass wir Sie in Rücksicht auf den Zweck, zu dem diese Spielwaren angeschafft werden, sehr vorteilhaft bedienen.“

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Auf alten Fotos in der Ausstellung sind Krankenschwestern und Kinder mit Steiff-Tieren zu sehen. Ein Höhepunkt der Ausstellung in Jerusalem sind deshalb mehrere kostbare alte Steiff-Tiere „mit dem Knopf im Ohr“ und originalgetreue Nachbildungen. Die deutsche Traditionsfirma hat sie als Leihgabe nach Jerusalem geschickt. image

Die Ausstellung umspannt eine dreitausend jährige Geschichte durch die „Linse medizinischer Meilensteine“, von König David und bis zu den heutigen Hospitälern Hadassah und Schaarei Zedek. Dank der missionarisch ausgerichteten London Society für die Förderung von Christentum unter Juden, dem Marienstift Kinderhospital, dem Meyer Rothschild Hospital, Bikur Holim und anderen ist Jerusalem heute ein Zentrum für medizinische Forschung.

Sogar die ärztliche Versorgung in Deutschland kann teilweise ihre Ursprünge ausgerechnet bis nach Jerusalem zurückverfolgen. So geht die Johanniter Unfallhilfe auf die Zeit der Kreuzzüge zurück, dem „Ritterlichen Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem“.  Bereits einige Jahrzehnte vor dem Ersten Kreuzzug haben italienische Kaufleute in Jerusalem ein Hospital zum Heiligen Johannes gestiftet.

mehr Bilder: http://usahm.de/Sahm/Steiff/page_01.htm

(C) Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 27. April 2014

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