Israel hätte ignoranten Grass einladen können

Für Reinhold Robbe, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), erweist sich Günter Grass mit seinem umstrittenen Gedicht „Was gesagt werden muss“ als fernab der Realität. Mit Robbe sprach Daniel Friedrich Sturm.

Welt Kompakt: Herr Robbe, was haben Sie gedacht, als Sie das umstrittene Gedicht gelesen haben?

Reinhold Robbe: Ich habe mir die Augen gerieben. Als ich begriff, dass dieser Text wohl tatsächlich Grass‘ Auffassung wiedergibt, dachte ich: Darauf hat die Welt gewartet.

Was genau ärgert Sie?
Dieses Machwerk ist das eines alten Mannes, der offensichtlich unter Realitätsverlust leidet. Günter Grass versteckt sich hinter der Kunstform des Gedichtes, weil er weder die Möglichkeiten noch den Mut besitzt, in einem Essay seine Auffassung zur Lage im Nahen Osten darzulegen. Grass will schlicht noch einmal größtmögliche Aufmerksamkeit auf sich lenken. Er hat ja mit seinem Text nicht etwa eine überfällige Debatte angestoßen, sondern vor allem aufgeregtes und wenig sachbezogenes Mediengetümmel.

Was stört Sie inhaltlich?
Grass sollte wissen, dass nicht Israel den Iran bedroht – sondern umgekehrt. Er fantasiert über eine umgekehrte Bedrohungslage. Das ist nicht nachzuvollziehen, geschweige denn zu tolerieren. Grass hat dann ja auch versucht, diese Einlassungen zu relativieren. … Vollständiger  Artikel: WELT KOMPAKT