Israelische Wirtschaft 2011 um 4,7 Prozent gewachsen

Angesichts des guten Wirtschaftswachstums hat die israelische Zentralbank eine bessere Einbindung von ultra-orthodoxen Juden und Arabern in den Arbeitsmarkt gefordert. Am 28. März legte sie die Wirtschaftszahlen für das vergangene Jahr vor.
Das gute Wirtschaftswachstum zeige sich vor allem in dem Rückgang der Arbeitslosenquote, heißt es in einer Pressemitteilung der Zentralbank. Sie sank auf 5,6 Prozent, die niedrigste Quote seit drei Jahrzehnten. Nachdem sich die Wirtschaft von der weltweiten Finanzkrise erholt hatte, sei sie seit Mitte 2009 kontinuierlich stark gewachsen.
Seit dem zweiten Quartal 2011 habe es jedoch einen leichten Wachstumsrückgang gegeben. Dies sei auf die europäische Schuldenkrise zurückzuführen, die auch weltweit ein langsameres Wachstum nach sich gezogen habe. Entsprechend seien auch die Investitionen und der Konsum in Israel zurückgegangen.


Soziale Maßnahmen reichen noch nicht

Stanley Fischer, der Vorsitzende der israelischen Zentralbank, lobte die Maßnahmen, welche die Regierung infolge der Sozialproteste der israelischen Bevölkerung ergriffen hatte. Im Sommer vergangenen Jahres kam es zu Auflehnungen gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Daraufhin beschloss die Regierung ein Bündel an Maßnahmen, etwa Steuererleichterungen für Eltern mit kleinen Kindern.

Dennoch müsse es weitere Schritte geben, forderte Fischer. Die Maßnahmen seien noch nicht „aus einem Guss“. So führten die Steuererleichterungen und höheren Sozialausgaben zu einem unausgeglichenen Haushalt für 2013. Dem müsse die Regierung zuvorkommen. Jedoch zögen nicht alle Lösungen der sozialen Probleme auch höhere Ausgaben nach sich. Schon eine regulative Maßnahme wie die Erhöhung des Wettbewerbs würde sich positiv auswirken.


Bessere Einbindung in den Arbeitsmarkt nötig

Angesichts des Wirtschaftswachstums, der steigenden Ausgaben und des zunehmend höheren Anteils an Senioren in der Gesellschaft sei es notwendig, mehr Menschen in die Arbeitskraft des Landes zu integrieren. Besonders die Gruppe der ultra-orthodoxen Juden und der Araber wiesen eine niedrige Beteiligung am Arbeitsmarkt auf. Aus diesem Grund müssten diese Gruppen eine bessere Ausbildung erhalten und sich den Anforderungen des Arbeitsmarktes stärker anpassen.

Zusammenfassend sagte Fischer, die Wirtschaft habe im vergangenen Jahr die Herausforderungen gut bewältigt. Für die unmittelbare Zukunft seien die Haushaltskosten das größte Problem, was vor allem auf die Verteidigungsausgaben zurückzuführen sei. Längerfristig stellten die oben angedeuteten demographischen Veränderungen und das Bildungssystem die größten Herausforderungen dar.   inn

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