Is(t)rael im Burgenland

In einem römischen Kindergrab in Halbturn, nördliches Burgenland, haben Archäologen einen ungewöhnlichen Fund gemacht: ein Amulett, darin ein Goldblech mit einer Inschrift.

Was zunächst aussieht wie griechische Schrift entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Hebräisch, nur in dieser Sprache ergeben die Zeichen auch einen Sinn: Höre Istrael, Jhw ist unser Gtt und es ist ein Gtt.Istrael mit einem „t“ geschrieben, eine mehrfach belegte Nebenform.

Trotzdem lässt sich nicht sagen ob das Kind aus einer jüdischen Familie stammt, und wie das Amulett an seinen Hals gelangt ist. Der Schreiber aber kannte die griechischen Schriftzeichen und war jüdischen Glaubens. Es ist der älteste Nachweis von jüdischer Kultur im österreichischen Staatsgebiet, ca. 3-5. Jhd.n. Chr.

Beitrag von Hans Taeuber, aus Nives Doneus: Das kaiserzeitliche Gräberfeld von Halbturn, BurgenlandRömisch-Germanisches Zentralmuseum, Mainz 2014:

http://web.rgzm.de/fileadmin/Gruppen/Verlag/PDF-Dateien/Doneus2014/Mono_122_Doneus1_web.pdf