Jom ha shoah

„Da war a Jud im Gemeindebau, a gewisser Tennenbaum. Sonst a netter Mensch. Da ham’s so Sachen gegen de Nazi g’schrieben auf de Trottoir .. und der Tennenbaum hat des aufwischen müssen. Net er allan, de anderen Juden eh aa… i hab ihm hingführt, dass ers aufwischt. Der Hausmeister hat glacht, er war immer bei a Hetz dabei.“
„Existenzen wurden damals aufgebaut, Gschäften arisiert. Häuser, Kinos! I hab nur an Juden g’führt. I war ein Opfer. Andere san reich worden; I war a Idealist.“ (Der Herr Karl)

 Yom_Hashoah_candle

Jom haScho’a, ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer der Shoa  – aber ebenso auch für den jüdischen Widerstand und das Heldentum der jüdischen Untergrundkämpfer.

Das Datum des Jom haScho’a –  der 27. Nisan des jüdischen Kalenders – wurde unter David Ben Gurion und Jitzchak Ben Tzwi am 21. April 1951 von der Knesset festgesetzt. Im April 1959 wurde das Gesetz zum Gedenktag an Schoah und Heldentum  von der Knesset verabschiedet und zwei Jahre später noch einmal novelliert, wodurch der Tag seitdem den Charakter eines ernsten Feiertags hat.

Zur Eröffnungszeremonie am Vorabend des Jom haScho’a werden  sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Der Morgen beginnt mit Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Im gesamten Land heulen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen. Zu Füßen der sechs Fackeln in Yad Vashem werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt.

Während Jom haSchoa sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast.

Am Jom haSchoa führen Tausende meist jugendliche Juden, insbesondere Studenten, eine Gedenkveranstaltung als Marsch vom KZ Auschwitz zum KZ Auschwitz-Birkenau durch. Dies wird mittlerweile als Marsch der Lebenden, in Bezug auf die Todesmärsche von KZ-Häftlingen, bezeichnet.