Kampagne für jüdische Flüchtlinge

Die israelische Regierung will die Weltöffentlichkeit verstärkt auf das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern aufmerksam machen. Unter anderem soll dazu im September eine Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in New York stattfinden.

Das Außenministerium hat zusammen mit dem Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern und dem Jüdischen Weltkongress seine Kampagne zu dem Thema verstärkt. Gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“ teilte Israels stellvertretender Außenminister Danny Ajalon mit, die Regierung plane einen nationalen Tag der Anerkennung der jüdischen Flüchtlinge. Im September habe sie bei den Vereinten Nationen in New York eine Medien-Veranstaltung zu dem Thema geplant. Außerdem solle es ebenfalls im September eine internationale Konferenz mit dem Titel „Gerechtigkeit für jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern“ geben.

Zudem soll ein Museum gebaut werden, das die historischen Ereignisse dokumentiert. Dafür würden im Rahmen des Projektes „Ich bin ein Flüchtling“ derzeit Aussagen und Dokumente von Tausenden Zeitzeugen gesammelt. Flüchtlinge und ihre Nachkommen seien ermutigt, ihre Geschichten zu erzählen, damit ein ähnliches Archiv geschaffen werden könne, wie für die Opfer des Holocaust in der Jerusalemer Gedenkstätte „Yad Vashem“.

Dokumentation gestaltet sich schwierig

Mit der Dokumentation ist das Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern betraut worden. Wie die stellvertretende Ministerin Lea Nass erklärte, gestalte sich die Aufgabe jedoch schwierig: „Das jüdische Volk hat seinen Besitz, seine Geschichten und seine Geschichte hinter sich gelassen. Es ist in unserer Religion wichtig, zuerst die Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte ist verschwunden, und wenn wir diese Menschen treffen, dann empfinden sie großen Schmerz darüber, dass sie noch nicht erzählt wurde.“ Bislang habe ihr Ministerium rund 20.000 entsprechende Dokumente digitalisiert.

„Kampagne kein Friedenshindernis“

Ajalon wies unterdessen arabische Vorwürfe zurück, die Kampagne sei ein Hindernis für den Frieden. „Sie sagen sowieso jetzt schon, dass wir nicht für den Frieden bereit sind. Aber das ist kein Grund, nicht das zu tun, was für Hunderttausende Menschen gerecht und richtig ist“, so Ajalon. Die israelisch-palästinensischen Verhandlungen seien die richtige Adresse, um die Angelegenheit zu thematisieren. Er erinnerte an ein Gesetz, das im Februar 2010 erlassen wurde. Dieses ermöglicht es jüdischen Flüchtlingen, Entschädigungsansprüche gegen arabische Staaten zu stellen, da sie in den meisten Fällen gezwungen waren, ihren Besitz in den Ländern zurückzulassen. Zudem könnte bei Friedensverhandlungen in Zukunft von einem „Bevölkerungsaustausch“ durch die jüdischen und palästinensischen Flüchtlinge gesprochen werden.

Vor und nach der Staatsgründung Israels wurden mehr als 900.000 Juden aus arabischen Staaten und dem Iran vertrieben. 1948 flohen rund 700.000 Araber aus dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina oder wurden vertrieben.  inn

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