Mosaik und Inschrift aus dem 4. Jahrhundert entdeckt

Bei Ausgrabungen im Gelände des 1945 gegründeten Kibbutz Hukuk, wenige Kilometer westlich von Kapernaum und Magdala, haben Archäologen der „University of North Carolina“ und der israelischen Altertumsbehörde eine monumentale Synagoge aus dem 4. Jahrhundert freigelegt. Der Name Hukuk wird schon in der Bibel erwähnt.

Der Fußboden der Synagoge ist mit einem farbenfrohen Mosaik mit kleinen Steinchen bester Qualität geschmückt. Abgebildet ist Samson, wie er an den Schwänzen von Füchsen Fackeln befestigt. Im biblischen Buch Richter 15 wird erzählt: „Samson ging weg und fing 300 Füchse. Danach nahm er Fackeln, band je zwei Füchse an den Schwänzen zusammen und befestigte eine Fackel in die Mitte zwischen zwei Schwänzen. Er zündete die Fackeln an und ließ die Füchse in die Getreidefelder der Philister laufen. So verbrannte er die Garben und das noch stehende Korn, ebenso die Weingärten und die Ölbäume.“ Das war Samsons Rache, nachdem er erfahren hatte, dass seine Frau während seiner Abwesenheit mit einem Philister verheiratet worden war. Diese biblische Geschichte hat auch heute, im Zeitalter des Internet, höchste Aktualität. Das Logo des beliebten Browsers „Firefox“ ist einem Fuchs mit brennendem Schwanz nachempfunden.

Auf dem bisher freigelegten Mosaikboden wurde auch ein rundes Medaillon mit einem sehr expressiven Frauengesicht und einer hebräischen Inschrift gefunden. Da wird jedem Lohn versprochen, der spendet und gute Taten tut. „Dieser Fund ist von besonderer Bedeutung, weil biblische Motive nur in wenigen Synagogen der spätrömischen Zeit verwendet worden sind”, sagt Jodi Magness, Professorin für religiöse Studien. Bisher wurden Abbildungen des biblischen Samson nur auf zwei anderen Mosaiken gefunden. Die Palästinenser, die sich gelegentlich als Nachfahren der Philister darstellen, betrachten Samson als den ersten „Selbstmordattentäter“ der Geschichte, weil er Philister und sich selber tötete, indem er mit übermenschlicher Kraft Säulen eines Tempels auseinander schob und so den Tempel einstürzen ließ.

Die künstlerisch ausgezeichnete Ausführung des Mosaiks mit besonders kleinen farbigen Steinchen sowie die großen Steine für den Bau der Synagoge bezeugen nach Angaben von Magness, dass das Dorf Hukuk vor 1.600 Jahren sehr wohlhabend gewesen war.

Der israelische Ausgräber David Amit hofft, in der kommenden Grabungssaison im nächsten Jahr das Mosaik vollständig freilegen zu können. Er rechnet damit, weitere Medaillons und hebräische „Grüße von damals“, also Inschriften, zu finden.

Nahe der Synagoge gibt es ein heiliges Grab, das gemäß arabischer und jüdischer Tradition als Grab des biblischen Propheten Habakuk gilt.  inn/U.W. Sahm

Comments are closed.