Presseaussendung ÖIG zu den Äusserungen Al Rawis (30.10.14)

ÖIG verurteilt GR Al-Rawis erneute Hetze gegen Israel und fordert Konsequenzen

Wiener Politiker heizt Nahostkonflikt in Interview mit ägyptischer Agentur an
Wien (OTS) – Die Österreichisch-Israelische Gesellschaft zeigt sich schockiert über ein Interview des Wiener Gemeinderats und Landtagsabgeordneten Omar Al-Rawi (SPÖ) mit der ägyptischen Mena-Agentur, in dem dieser den Staat Israel als Aggressor darstellt.

Al-Rawi gab das Interview auf Arabisch, eine beglaubigte Zusammenfassung eines Übersetzers liegt vor.

Dazu ÖIG-Präsident Richard Schmitz: „Gemeinderat Al-Rawi hetzt, wenn man der Zusammenfassung folgen kann, erneut mit undifferenzierten Behauptungen gegen Israel. Gerade in Ägypten ist die israelfeindliche Stimmung in der Bevölkerung trotz Friedensvertrags und politischer Zusammenarbeit mit Israel verbreitet und sind antisemitische Pamphlete wie ‚Die Protokolle der Weisen von Zion‘ überall erhältlich. In so einer Situation würde es einem gewählten österreichischen Politiker gut anstehen, zur Verständigung und zum Abbau von Ressentiments beizutragen. Al-Rawis Äußerungen sind jedoch untragbar und ein klares Fehlverhalten für einen Wiener Abgeordneten im Gespräch mit einem ausländischen Medium. Auch sind diese Äußerungen dem friedlichen Miteinander in Wien nicht zuträglich.“

Präsident Schmitz erinnert an frühere Fehltritte von Al-Rawi in Verbindung mit antiisraelischen und antisemitischen Kundgebungen. „Gemeinderat Al-Rawi hat in der Vergangenheit unter anderem eine Anti-Israel-Demonstration mitveranstaltet, bei der verhetzende Botschaften auf Transparenten geortet wurden – etwa eine Zeichnung, in der der Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt wurde, sowie eine Fahne der Terrororganisation Hamas. Auch von Schildern wie „Hitler, wach auf!“ wurde damals berichtet. Es stellt sich nun die Frage, ob diese Serie von zweifelhaften Aktivitäten ohne Konsequenzen bleiben kann – wir sagen nein,“ so Präsident Schmitz.

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Reaktionen:

Der Standard, 31.10.2014:

SPÖ: Umstrittene Aussage zum Islamgesetz ist eine falsche Übersetzung

Wien – Ein Interview, das der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi am 11. Oktober der ägyptischen Presseagentur „Mena News“ gab, sorgt für Wirbel. Laut einer nun breit gestreut verschickten Übersetzung des Gesprächs soll Al-Rawi das in Österreich geplante Islamgesetz mit „der israelischen Aggression in Gaza“ gleichgesetzt haben.

Nicht nur die Österreichisch-Israelische Gesellschaft reagierte am Donnerstag empört, auch die Wiener FPÖ und ÖVP forderten Al-Rawis Rücktritt. Der wiederum bestreitet aber die inkriminierte Aussage. Die Wiener SPÖ will Klage gegen den Übersetzer beziehungsweise den Urheber einbringen. Man habe das Interview von einem anderen unabhängigen, gerichtlich beeideten Übersetzer prüfen lassen, und der liefere eine andere Übersetzung, hieß es bei der SPÖ auf Anfrage des Standard. Gemeinderat Al-Rawi habe gesagt, dass wohl viele Muslime glauben, „dass die aktuellen Geschehnisse um nichts weniger wichtig wären als die Gaza-Frage“.

Der Übersetzer, auf den sich die Kritiker von Al-Rawi beziehen, war nicht zu erreichen. Unter einer im Internet angegebenen Telefonnummer meldet sich nur ein Tonband mit der Auskunft, dass diese Nummer nicht vergeben ist. (simo, derStandard.at, 30.10.2014

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Dazu eine Presseaussendung der SPÖ Wien:
Wiener SPÖ: Vorwürfe an Omar Al-Rawi entbehren jeder Grundlage
Übersetzung „völlig sinnentstellend und falsch“ – Urheber politischer Aktivist und laut BMJ kein beeideter Dolmetscher
Wien (OTS/SPW) – Zur Kritik in manchen Medien und der Opposition am Wiener SPÖ-Abgeordneten Omar Al-Rawi, er setze das Islamgesetz mit dem Gaza-Krieg gleich, stellt LAbg. Georg Niedermühlbichler, Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, fest: „Die angeblich beeidete Übersetzung ist eine freie Interpretation aber keine Übersetzung. Darüber hinaus ist die Interpretation auch noch völlig sinnentstellend und falsch.“ Auf Auftrag der SPÖ Wien hat sich der gerichtlich beeidete Wiener Dolmetscher Mohamed Mabrouk mit dem Interview befasst und eine beeidete Übersetzung vorgelegt. Hier der Vergleich, zunächst die den Medien vorliegende Interpretation: „Omar Al-Rawi vergleicht die israelische Aggression in Gaza mit dem neuen islamischen Gesetz in Österreich. Er tätigt die Aussage, dass das neue islamische Gesetz in Österreich mit der israelischen Aggression in Gaza gleichzusetzen ist und die Moslems haben im Gaza gegen die israelische Aggression demonstriert.“****

Die Übersetzung des gerichtlich beeideten Dolmetschers Mohamed Mabrouk: Al-Rawi erklärte in dem Interview für den Korrespondenten des Nahost-Nachrichtendienstes in Wien, dass die Islamische Gemeinschaft in Österreich gegen das Gesetz und die darin enthaltenen Fehler berufen wird. Er ist der Meinung, dass sich die Islamische Gemeinschaft in Österreich im Falle einer erfolglosen Berufung gezwungen sehen wird, sich an den Verfassungsgerichtshof zu wenden. Al-Rawi gibt weiter an: „Es kann durchaus sein, dass die Demonstrationen der Islamischen Gemeinschaft gegen dieses Gesetz nicht die richtige Reaktion waren“. Er bekräftigte, dass man sich auf zeitgemäße und gesetzliche Instrumentarien konzentrieren muss. Manche meinen, die Islamische Gemeinschaft muss die Vorgehensweise gut abwägen, insbesondere in Anbetracht früherer Angelegenheiten, an denen sie gemessen wird und bei denen mit zweierlei Maß gemessen wurde. Er führte an, dass die islamische Gemeinschaft gegen die Angriffe auf Gaza demonstriert hat und erklärt, dass viele in der islamischen Community glauben, dass die aktuellen Geschehnisse um nichts weniger wichtig wären als die Gaza-Frage.

Mohamed Mabrouk, der für die SPÖ übersetzt hat, ist übrigens tatsächlich gerichtlich beeideter Dolmetscher und findet sich auch in der Liste des Österreichischen Verbandes der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher. Der Dolmetscher der den Medien zugespielten „Übersetzung“ findet sich aber nicht in dieser Liste und ist laut Auskunft des Justizministeriums auch kein beeideter Übersetzer. Wie eine schnelle Google-Recherche ergibt, ist der Mann ein politischer Aktivist und zwar Obmann des Vereins Internationaler Kopten.

Zudem stellt Gemeinderat Omar Al-Rawi fest, dass es sich bei dem Interview um eine nicht autorisierte Fassung handelt und dass es ihm selbstverständlich fernsteht, den Gaza-Krieg mit dem Islamgesetz gleichzusetzen. Er hat lediglich die Wichtigkeit des Themas für ihn und die muslimische Community angeführt. (Schluss)

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Rede Omar Al Rawis bei Antiisraeldemo am Heldenplatz

Rede zur Gazahilfsflotte 2010: (Bezug zur Aussendung ÖIG)

Zitate:

„tapfere Menschen waren bereit ihr Leben zu opfern..“/ „Gaza Freiluftgefängnis“…

Israels Eingreifen wird als Akt der „Piraterie“ bezeichnet.

Menge skandiert: „Terrorist Israel…“

 

 

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