Schavuoth – das Wochenfest

Schavuoth heißt auf Hebräisch “Wochen” und ist mit Sukkoth und Pessach das dritte jüdische Wallfahrtsfest. In der Tora ist Schavuoth das Fest der Erstlingsfrüchte und der Weizenernte. Die Mishna erzählt, dass die Früchte im Jerusalemer Tempel dargebracht wurden. Die Prozession bewegte sich nach Jerusalem hinauf und wurde von einem Ochsen mit vergoldeten Hörnern und einem Olivenkranz auf dem Kopf angeführt. Neben dem Ochsen gingen Flötenspieler und Tänzer. Das historische Ereignis von Schavuoth war die Gabe der Tora am Berg Sinai 49 Tage nach der Flucht aus Ägypten. Daran wird erinnert, in dem man die Zehn Gebote am Morgen von Schavuoth in der Synagoge vorliest.

Es ist Brauch, in der Schavuothnacht wach zu bleiben und aus der Tora, der Mishna, der Gemara und dem Zohar zu lesen. Zu diesem Zweck wurde ein spezielles Buch, “Tikun Leil Shavuoth” erstellt. In der Mishna heißt es nämlich, dass die Israeliten die Übergabe der Tora vernachlässigt hätten, da sie in der Nacht schliefen und Mose sie mehrmals wecken musste. Außerdem wird die Geschichte der Ruth gelesen. Nur in aschkenasischen Gemeinden gibt es die Tradition der Akdamoth, eines liturgischen Gebetes, das die Lesung aus der Tora eröffnet.

Nach einem weiteren Brauch werden zu Shavuoth Wohnungen und Synagoge mit Blumen und grünen Pflanzen dekoriert. Denn die Agada erzählt, dass der Berg Sinai bei der Übergabe der Tora plötzlich voller Blumen, Bäume und Gras gewesen sei.

An Shavuot ist es Brauch, milchige Speisen zu essen, denn wie die Milch für den Säugling, so ist die Tora die Quelle des Lebens. Einige backen hohe Kuchen zur Erinnerung an die Gabe der Tora am Sinai.    jafi.org.il

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