Israelische Schule startet Beduinen-Radio

Die Beduinen in Israel können sich seit dieser Woche über einen eigenen Radiosender freuen, den ersten dieser Art in der Geschichte Israels und der Beduinen. Der Sender ist ein Projekt der Ama El-Farouk-Schule in Beerscheva in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium Israels.
Die Mitarbeiter des Senders sind größtenteils Studenten, die an der Schule Kommunikation studieren. Das Programm besteht aus Nachrichten und Unterhaltung sowie Themen, die besonders Beduinen betreffen wie: Heirat im jungen Alter, Autounfälle und der Stand der Beduinen in der israelischen Gesellschaft.
Die meisten Mitarbeiter des Radiosenders sind junge Frauen. Nada, eine Schülerin der 12. Klasse sagte, dass sie schon immer Radiomoderatorin werden wollte: „Wir können über Dinge sprechen, die nur uns Beduinen angehen. Es geht hier nicht nur ums lernen, sondern darum wirklich etwas zu tun. Mein Arbeit hier gibt mir zudem viel Selbstvertrauen und ich würde gern auch nach der Schule weiterhin beim Rundfunk arbeiten.“ Amira Haim, eine Angestellte des israelischen Bildungsministeriums, lobte das Projekt als „einen wichtigen Prozess für die Beduinen unseres Landes.“     nai

Vom beduinischen Hirten zum israelischen Diplomaten

Die israelische Botschaft in London hat ein besonderes neues Mitglied in ihrem Team: Ismail Khaldi (41) ist der neue Berater für zivilgesellschaftliche Angelegenheiten.

Khaldi blickt auf eine außergewöhnliche Lebensgeschichte zurück: Als eines von elf Geschwistern wuchs er in einem Beduinendorf im Norden Israels auf, wo er bis zu seinem achten Lebensjahr in einem Zelt lebte. Khaldi besuchte eine angesehene arabische Schule und fiel schon damals auf, als er Yom ha-Zikaron, den Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten, begehen wollte. Seine Familie hatte bereits seit den 1930er Jahren ein gutes Verhältnis zu der jüdischen Bevölkerung, es bestand eine enge Freundschaft mit den Mitgliedern eines benachbarten Kibbuz. Dort habe seine Großmutter auch Jiddisch gelernt, erinnert sich Khaldi.

Seit 2004 arbeitet Khaldi für das israelische Außenministerium. Bevor er nach London entsandt wurde, hatte er unter anderem einen Posten als Vizekonsul in San Francisco und als Berater von Avigdor Lieberman inne. Seine Arbeit in London betrachtet er als große Herausforderung: „Mein Eindruck ist, dass es hier einen tiefsitzenden Hass gegen Israel gibt“, erklärt Khaldi. „Die palästinensischen Organisationen sind sehr feindselig und sehr präsent an den Universitäten.“  Alondon