Buchpräsentation 16.11.15

Die Österreichisch-Israelische Gesellschaft

lädt zur Buchpräsentation

Prof. Anton Pelinka

„ISRAEL – Ausnahme oder Normalstaat“
Braumüller Verlag. Oktober 2015. 240S

Montag, 16. November 2015, um 17 Uhr s.t.

Presseclub Concordia
Bankgasse 8, 1010 Wien
Anmeldung erbeten: office.oeig@gmail.com

Kampagne für jüdische Flüchtlinge

Die israelische Regierung will die Weltöffentlichkeit verstärkt auf das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern aufmerksam machen. Unter anderem soll dazu im September eine Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in New York stattfinden.

Das Außenministerium hat zusammen mit dem Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern und dem Jüdischen Weltkongress seine Kampagne zu dem Thema verstärkt. Gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“ teilte Israels stellvertretender Außenminister Danny Ajalon mit, die Regierung plane einen nationalen Tag der Anerkennung der jüdischen Flüchtlinge. Im September habe sie bei den Vereinten Nationen in New York eine Medien-Veranstaltung zu dem Thema geplant. Außerdem solle es ebenfalls im September eine internationale Konferenz mit dem Titel „Gerechtigkeit für jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern“ geben.

Zudem soll ein Museum gebaut werden, das die historischen Ereignisse dokumentiert. Dafür würden im Rahmen des Projektes „Ich bin ein Flüchtling“ derzeit Aussagen und Dokumente von Tausenden Zeitzeugen gesammelt. Flüchtlinge und ihre Nachkommen seien ermutigt, ihre Geschichten zu erzählen, damit ein ähnliches Archiv geschaffen werden könne, wie für die Opfer des Holocaust in der Jerusalemer Gedenkstätte „Yad Vashem“.

Dokumentation gestaltet sich schwierig

Mit der Dokumentation ist das Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern betraut worden. Wie die stellvertretende Ministerin Lea Nass erklärte, gestalte sich die Aufgabe jedoch schwierig: „Das jüdische Volk hat seinen Besitz, seine Geschichten und seine Geschichte hinter sich gelassen. Es ist in unserer Religion wichtig, zuerst die Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte ist verschwunden, und wenn wir diese Menschen treffen, dann empfinden sie großen Schmerz darüber, dass sie noch nicht erzählt wurde.“ Bislang habe ihr Ministerium rund 20.000 entsprechende Dokumente digitalisiert.

„Kampagne kein Friedenshindernis“

Ajalon wies unterdessen arabische Vorwürfe zurück, die Kampagne sei ein Hindernis für den Frieden. „Sie sagen sowieso jetzt schon, dass wir nicht für den Frieden bereit sind. Aber das ist kein Grund, nicht das zu tun, was für Hunderttausende Menschen gerecht und richtig ist“, so Ajalon. Die israelisch-palästinensischen Verhandlungen seien die richtige Adresse, um die Angelegenheit zu thematisieren. Er erinnerte an ein Gesetz, das im Februar 2010 erlassen wurde. Dieses ermöglicht es jüdischen Flüchtlingen, Entschädigungsansprüche gegen arabische Staaten zu stellen, da sie in den meisten Fällen gezwungen waren, ihren Besitz in den Ländern zurückzulassen. Zudem könnte bei Friedensverhandlungen in Zukunft von einem „Bevölkerungsaustausch“ durch die jüdischen und palästinensischen Flüchtlinge gesprochen werden.

Vor und nach der Staatsgründung Israels wurden mehr als 900.000 Juden aus arabischen Staaten und dem Iran vertrieben. 1948 flohen rund 700.000 Araber aus dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina oder wurden vertrieben.  inn

Das Dilemma Israels, Iran anzugreifen oder nicht

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. August 2012

Israel steht vor dem Dilemma: mit einem atomar aufgerüsteten Iran zu koexistieren und dessen Vernichtungsdrohungen tatenlos hinzunehmen, oder im Alleingang das iranische Atomprogramm zu zerstören.
Die Anreicherung von Uran auf über 20 Prozent macht nur Sinn für den Bau einer Atombombe. „Daher wiederhole ich und bekräftige nochmals: Der Iran darf nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen“, so Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser Satz wird als offene israelische Drohung, „Kriegshetze“, „Säbelrasseln“, „Verschärfung des anti-Iran Kurses“ und als Hinweis auf israelische Militärpläne gewertet, obwohl der israelische Premier verschweigt, was er beabsichtigt.

Zahllose israelische Experten haben sich in letzter Zeit zu Wort gemeldet: Forscher, ehemalige Militärs und Politiker. Alle gestehen, weder neueste Geheimdienstinformation zum aktuellen Stand des iranischen Atomprogramms noch die heutigen Fähigkeiten der israelischen Luftwaffe zu kennen. In Israels Medien erklärten sie das Dilemma:

  • Sowie Iran atomar ausgestattet ist, kann er nicht mehr bombardiert werden. Wegen der Gefahr einer Verstrahlung der Umwelt wäre er militärisch „immun“.
  • Israel verfügt wegen der großen Entfernungen nur über beschränkte Mittel, über ganz Iran verstreute Atominstallationen zu zerstören. Je länger gewartet wird, desto unerreichbarer werden die von Iran in Bunker oder Berge verlegten Anlagen. Israel „rennt“ die Zeit davon.
  • Die USA haben weit bessere Möglichkeit, weil näher am Ziel und mit größeren Bomben ausgestattet. Sie haben einen längeren Atem, noch ein paar Monate auszusitzen. Die USA müssten selber zum Schluss kommen, dass diplomatische Druckmittel und Sanktionen nicht fruchten und dass eine iranische A-Bombe amerikanische Interessen wie Öl und seine Verbündete unerträglich bedroht.
  • In diesem zeitlichen Spannungsfeld ergibt sich für Israel ein präzedenzloses Dilemma. Der Staat Israel ist mit der Lehre aus dem Holocaust entstanden, nie wieder von den „Völkern“ abhängig zu sein, wenn es um das eigene Überleben geht. Gleichwohl befand sich Israel nie in einem Vakuum. Es  hatte immer Verbündete, die Waffen lieferten und politisch an seiner Seite standen: Sowjets, Briten, Franzosen und ab 1970 die Amerikaner. Gleichwohl fragte Israel nie, ob es sich verteidigen dürfe oder angreifen. 1991 nahm Israel Rücksicht, als es auf Raketenbeschuss aus Irak nicht reagierte, während die Bevölkerung mit Gasmasken in „abgedichteten Zimmern“ saß.

Den Iran jetzt NICHT anzugreifen bedeutet für Israel, sich amerikanischer Willkür auszuliefern. Entweder stoppen die das iranische Atomprogramm oder aber konfrontieren Israel damit, tägliche iranische Vernichtungsdrohungen tatenlos hinzunehmen und dem Funktionieren eines amerikanisch finanzierten Abwehrschirms zu vertrauen. Für ein Volk mit Holocausttrauma könnte das ein unerträglicher Zustand werden.

Gegen einen amerikanischen Militärschlag in nächster Zukunft sprechen der derzeitige Wahlkampf, die Wirtschaftskrise und schlechte Erfahrungen mit militärischen Abenteuern in Irak und Afghanistan. Die Instabilität in der arabischen Welt, besonders in Syrien, sowie die Politik der Vetomächte Russland und China, würden selbst einen erfolgreichen Schlag gegen Irans Atomprogramm zu einem Abenteuer mit unberechenbaren Folgen machen. Zudem glauben die Amerikaner offensichtlich an die Wirksamkeit der schmerzhaften Sanktionen.

Im Gegensatz zu Israel besteht für die Amerikaner keine Dringlichkeit, jetzt zu handeln. Während Israel das iranische Atomprogramm bestenfalls um ein paar Jahre hinauszögern könnte, wären die Amerikaner auch in Zukunft fähig, es nachhaltig zu zerstören.

Israelische Experten erwähnten zudem die „historische Erfahrung“, dass die USA weder Nordkorea noch Pakistan gewaltsam am Bau einer Atombombe gehindert hätten.
Der von Menachem Begin 1981 heimlich beschlossene und erfolgreiche Angriff auf den irakischen Atomreaktor Osirak bei Bagdad, ohne Rücksprache mit den USA, könne nicht als Präzedenzfall dienen, so die Experten. Ebenso der mutmaßlich israelische Angriff auf den syrischen Reaktor Al Kabir im September 2007.

Über Iran wird seit 15 Jahren öffentlich debattiert. Iran ist zudem vorgewarnt und hat seine Lehren aus der Erfahrung des Irak gezogen. Seine Anlagen sind befestigt, und israelische Kampfflugzeuge müssten unvergleichbar größere Herausforderungen meistern.
Noch existiert keine israelische Absichtserklärung, den Iran anzugreifen, und alle kursierenden Militärpläne erweisen sich als Spekulation. Es gilt, was Verteidigungsminister Ehud Barak gesagt und der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta jüngst bestätigt hat: „Noch ist in Jerusalem kein Beschluss gefallen.“

Erstmals Beduine als Präsident einer akademischen Einrichtung

Der aus Rahat stammende Professor Alean Al-Krenawi ist am 19. Juni zum ersten beduinischen Präsidenten einer akademischen Einrichtung in Israel gewählt worden. Al-Krenawi wird Präsident des akademischen Colleges Achva im Bezirk Beer Tuvia.

Der zukünftige Präsident war Dekan der Fakultät für Sozialarbeit in der Universität Ben Gurion und Vorsitzender des Zentrums für Entwicklung der beduinischen Gesellschaft an der Universität. Seit 2009 forscht er in Kanada, seit 2010 ist er Dean an der Fakultät für Sozialarbeit an der Memorial-University in Neufundland.

Al-Krenawi  wurde mit 29 Stimmen und zwei Enthaltungen gewählt. Er erklärte zu der Wahl: „Dies ist ohne Zweifel ein wichtiger Tag für den Staat Israel. Ich fühle mich als stolzer Israeli. […] Es gab Menschen, die mir gesagt haben: ‚Mit Deiner Herkunft wird es problematisch und kompliziert‘. Aber dieser Ansatz ist für mich nicht akzeptabel. Ich habe mich nicht als Beduine oder Muslim beworben, sondern als Wissenschaftler mit Begabungen und Kompetenzen.“    Haaretz

Autonomiebehörde gibt Handbuch für politischen Sprachgebrauch heraus

Selbstmordanschlag“ wird zu „Märtyrer-Einsatz„.

Palästinensische Araber sollen nicht mehr den Begriff „Selbstmordanschlag“ gebrauchen, sondern „Märtyrer-Einsatz„. Das geht aus einem Handbuch hervor, das die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) veröffentlicht hat.

Das Ministerium für Information der PA hat die „Terminologie für Medien, Kultur und Politik“ herausgegeben. Diese solle den Palästinensern helfen, „die durch israelische und amerikanische Verbreitung vergifteten Begriffe“ zu ersetzen. Das meldet die israelische Organisation „Palestinian Media Watch“ (PMW).

Dieses Handbuch beinhalte eine Übersicht an „vergifteten Begriffen„, die durch palästinensische Bezeichnungen ersetzt werden sollen.
PMW listet beispielsweise auf: Der „israelische Verteidigungsminister“ soll alsisraelischer Kriegsminister“ bezeichnet werden, die „Israelischen Verteidigungsstreitkräfte“ als „Israelische Besatzungsstreitmächte“, „Davidsstern“ als „sechs-zackiger Stern“, „Ostjerusalem“ als „arabisches Jerusalem“ oder „palästinensische Gewalt“ alslegitimierter Widerstand“.

Zudem sollten die Palästinenser nie den Namen „Israel“ allein verwenden, sondern den Begriff „Israelischer Kolonialismus“. Die alleinige Nennung von „Israel“ sei laut PA schädlich, weil es „Israel als einen natürlichen Staat beschreibt“.

Die PA erkenne das Existenzrecht Israels nicht an. Laut PMW steht in der Einführung des Handbuches: Israel ist das Ergebnis „eines rassistischen, kolonialistischen Bestrebens“.
Das Töten von Israelis sei kein Terror, auch nicht Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten. Dies sei eine weitere Ideologie der PA. In diesem Zusammenhang stehe in der Terminologie, dass der Begriff „(palästinensischer) Terror“ als „Widerstand“ bezeichnet werden soll oder ein „Selbstmordanschlag“ als „Märtyrertum-orientierter Einsatz“.

Für die israelische Bezeichnung „israelische Araber“ oder „arabische Israelis“ gibt es laut PMW im PA-Handbuch auch eine alternative, palästinensische Bezeichnung: „das palästinensische Volk in den ’48er-Gebieten'“. Der Begriff „48er-Gebiete“ bezeichnet laut Bericht „die Palästinensischen Gebiete, die 1948 besetzt wurden“.

Gemeinsame Medienmitteilung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) und der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft (ÖIG) 2012

Berlin, 17. Juni 2012.

Die Israel-Freundschaftsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen vom 15. bis 17. Juni 2012 zu einer Konferenz in Berlin zusammen.
Schwerpunkt der Beratungen waren die aktuelle politische Situation im Nahen Osten sowie die sich daraus ergebenden Unterstützungsmöglichkeiten für die deutschsprachigen Freunde Israels.

Im Sinne ihrer traditionellen Zusammenarbeit werden die drei Freundschaftsgesellschaften sich künftig verstärkt gemeinsam engagieren. Beispielsweise bezogen auf Logos DIG,GSI,ÖIG die Herausforderungen vor denen Israel derzeit steht, wie Bedrohung durch eine atomare Aufrüstung des Iran, diffamierende Boykottforderungen gegen Israel und Erreichung einer Zwei-Staaten-Lösung.

Die Freundschaftsgesellschaften appellieren an ihre nationalen Regierungen und an die Verantwortungsträger der Europäischen Union, sich stärker als bisher im
Friedensprozess im Nahen Osten zu engagieren. Die Freundschaftsgesellschaften erwarten von ihren Regierungen mehr Objektivität, mehr Solidarität mit dem israelischen Volk und dem Staat Israel.

Die europäischen Staaten und Israel sind durch eine Wertegemeinschaft miteinander verbunden. Demokratie, Rechtsstaat, Grund- und Menschenrechte und politischer Pluralismus sind europäische Errungenschaften, die in Israel gelebt werden. Ein Ja zu diesen Grundwerten bedeutet ein Ja zu Israel.