Ansprache des Präsidenten des Staates Israel

anlässlich des Staatsbanketts, gegeben vom Bundespräsidenten der Republik Österreich, März 2014

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, lieber Heinz Fischer, sehr geehrte Frau Fischer, verehrte Gäste,

den Kaiserwalzer komponierte Johann Strauss Sohn zu Ehren eines Zusammentreffens zwischen zwei Staatsoberhäuptern; Anlass war der Besuch des österreichischen Kaisers Franz-Josef bei Kaiser Wilhelm II. in Deutschland. Weiterlesen

Peres feiert Geburtstag

SHIMON PERES FOTO:MICHAEL THAIDIGSMANN
SHIMON PERES FOTO:MICHAEL THAIDIGSMANN

Staatspräsident Shimon Peres wird erst im August 90, feierte aber schon im Juni im Auftakt zur kürzlich abgehaltenen Präsidentenkonferenz. Unter den Gratulanten waren die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Michail Gorbatschow, der britische Ex-Premier Tony Blair, Stars wie Sharon Stone, Robert De Niro und weitere 5.000 internationale Gäste. Barbra Streisand gab ein Konzert.

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Peres lobt das digitale Zeitalter

Etwa 100 junge Führungskräfte aus aller Welt haben am Donnerstag an einer Konferenz in Jerusalem teilgenommen. Dort ging es um die digitale Lebensgestaltung. Gastgeber Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte den Teilnehmern, die Menschen müssten sich an eine neue Welt anpassen.

Peres sprach in seiner Rede über das Ende des Agrarzeitalters und den Anbruch des Wissenschaftszeitalters. Er bekundete Unterstützung für soziale Medien und Textbotschaften- Letztere zwängen die Menschen, direkt auf den Punkt zu kommen, anstatt zu schwafeln.

Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, ging das Staatsoberhaupt auch auf eines seiner Lieblingsthemen ein: Hirnforschung, Neuronen und künstliche Intelligenz. Das menschliche Gehirn, das er als „brillantes Instrument“ bezeichnete, könne ein künstliches Gehirn schaffen. Gleichzeitig seien die Menschen bislang unfähig, alle Geheimnisse ihres eigenen Gehirns zu ergründen. Aber er sei zuversichtlich, dass diese Rätsel bald aus dem Science-Fiction-Bereich entfernt würden, genau wie einst die Roboter.

„Das kommende Jahrzehnt wird das revolutionärste in der menschlichen Geschichte sein“, prognostizierte Peres. Aufgrund des technologischen und wissenschaftlichen Prozesses würden viele Arbeitsplätze und Berufe abgschafft. Doch werde dies nach seiner Einschätzung nicht zu einer enormen Arbeitslosigkeit führen, sondern die Tür für neue Industrien öffnen, die noch nicht auf dem Radar seien. Die Entdeckungen aus der Hirnforschung würden die gesamte Welt verändern. Dies sei vor allem bei der Prävention, Heilung und Linderung von Krankheiten zu erwarten.

Mit Blick auf die Veränderungen seit dem „arabischen Frühling“ gab der Präsident seinen Zuhörern einen Rat: „Ich würde keinem empfehlen, Diktator im Nahen Osten zu werden. Das ist vorbei.“

Weiter sagte der 89-Jährige, die neuen Horizonte forderten die Vorstellungskraft der heutigen jüngeren Generation heraus. Bevor die meisten seiner Zuhörer geboren wurden, habe die Welt den Atem angehalten, als ein Mensch auf dem Mond landete. Aber dort sei nichts gewesen, nur eine wüstenähnliche Landschaft. Die Forscher seien wieder dazu übergegangen, die Sterne durch ein Teleskop zu betrachten. Doch im wissenschaftlichen Zeitalter sei das Teleskop durch das Mikroskop ersetzt worden.

Die Initiative für den internationalen Kongress zu Medien, Wissenschaft und Kultur im digitalen Zeitalter kam vom israelischen Hightech-Unternehmer Jossi Vardi. Die Tagung wurde bereits zum zweiten Mal in Jerusalem abgehalten.   inn

Shimon Peres- Eine Präsidentschaft in Zahlen

Präsident Shimon Peres begeht den fünften Jahrestag seiner Präsidentschaft. „Ich genieße jeden Tag“, so der neunte Präsident des Staates Israel zum bisherigen Verlauf seiner Amtszeit. „Jeder Tag ist ein großes Geschenk für mich- die Schönheit des Staates Israel und die Menschen hier zu sehen und die Interessen Israels in der Welt zu vertreten. Es ist ein großes Privileg, auf diese Weise dem Volk Israel zu dienen.“

In den vergangenen fünf Jahren haben in Peres‘ Amtssitz 662 Veranstaltungen stattgefunden, an denen etwa 163.000 Bürger teilgenommen haben.

Außerdem hat der Präsident an 1.205 politischen Arbeitstreffen mit Staatsoberhäuptern und Vorsitzenden verschiedener Organisationen und Gemeinschaften aus der ganzen Welt teilgenommen und mit mehr als 800 ausländischen Journalisten aus sechs Kontinenten gesprochen.

Er hat 50 Staatsbesuche auf fünf Kontinenten absolviert. In Israel hat er 157 Gemeinden und Bezirke besucht, unter anderem hat er dabei 70 Schulen besucht und Tausende Schüler getroffen.

Während seiner bisherigen Amtszeit hat Präsident Peres über 100.000 Anfragen von Bürgern aus Israel und dem Rest der Welt erhalten. Jeder erhält eine Antwort- sei es auf elektronischem Weg, per Post oder manchmal auch per Telefon.      Präsidialamt

Siedlungen bleiben umstritten

Die Siedlungen im Westjordanland sind eine Gefahr für die jüdische Identität des Staates Israel. Das hat der israelische Staatspräsident Schimon Peres am 10. Juli gesagt. Ein am 9. Juli veröffentlichter Bericht betonte die Rechtmäßigkeit der Siedlungen und rief Kritiker auf den Plan.

„Israelische Siedlungen in Gebieten, in denen viele Araber wohnen, die nach deren Angriffen auf uns entstanden, können zu einem bedrohlichen Bevölkerungswandel führen. Die jüdische Mehrheit im Staat Israel wäre in Gefahr“, sagte Peres im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für den Begründer des Zionismus , Theodor Herzl. „Ohne jüdische Mehrheit ist zu bezweifeln, ob der Staat jüdisch bleibt“, zitiert ihn die Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Kritik an dieser Äußerung folgte auf dem Fuß. Danny Dajan, der Vorsitzende des Rates für jüdische Gemeinschaften im Westjordanland, erwiderte darauf im Armeeradio: „Die einzige Gefahr für den Staat Israel als jüdische Nation liegt in der falschen Auffassung, ein historisches Recht auf das Land zu haben.“ Jüdische Identität hänge nicht an der Anzahl der Bewohner, sondern an der Beziehung zu jüdischer Geschichte und Kultur.

 

Siedlungen sind legal

Erst am 9. Juli veröffentlichte das Siedlungskomitee einen Bericht, nach dem die israelischen Siedlungen im Westjordanland rechtens seien. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte das Komitee im Januar dieses Jahres eingesetzt, um den Rechtsstatus der Städte und Ortschaften zu prüfen. Bei den Siedlungen handle es sich nicht um eine Besatzung im Sinne der Vierten Genfer Konvention, urteilte das Komitee unter Leitung des ehemaligen Richters am Obersten Gerichtshof Edmund Levy.

Aus Sicht Netanjahus ist der Report sehr bedeutsam. Er behandle die Frage des rechtlichen Status‘ der Siedlungsbewegung „auf der Basis von Fakten und Ansprüchen, die eine ernsthafte Betrachtung verdienen“. Zunächst befasse sich nun das Komitee für Siedlungsangelegenheiten mit dem Bericht. Erst dann werde es eine endgültige Entscheidung zur Siedlungspolitik geben, gab Netanjahu bekannt.

Die Anwältin Talia Sasson sah den Bericht kritisch. „Wenn das Levy-Komitee die Regierung dazu bewegt zu sagen, Israels Präsenz im Westjordanland verstoße nicht gegen internationales Recht, wird Israel einen schweren Stand in der Weltgemeinschaft haben.“ Sasson hatte 2005 einen Bericht zur Siedlungspolitik vorgelegt. Darin bemängelte sie, dass israelische Regierungseinrichtungen unter der Hand Gelder für den Siedlungsbau umgeleitet haben.

Auch aus den USA wurde Kritik am Bericht laut. „Wir akzeptieren nicht die Rechtmäßigkeit fortlaufender Siedlungsaktivitäten Israels und wir sprechen uns gegen jegliche Versuche aus, die Siedlungen rechtlich anzuerkennen“, sagte ein Patrick Ventrell, ein Sprecher des US-Außenministeriums, laut der Tageszeitung „Ha‘aretz“.        inn

Preisträger des israelischen Verdienstordens

Präsident Peres hat bei einer Zeremonie Mitte Februar die ersten Preisträger des neugegründeten israelischen Verdienstordens des Präsidenten bekanntgegeben.

Der „Presidential Award of Distinction“ soll an Personen und Organisationen verliehen werden, die einen herausragenden Beitrag zur israelischen Gesellschaft und dem Bild Israels in der Welt geleistet haben. Vergleichbare Auszeichnungen sind „Order of Canada“, „Légion d’honneur“ in Frankreich und „Ordine al Merito“ in Italien.
Die Preisträger der ersten israelischen Verdienstorden sind:
• Henry Kissinger für seinen einzigartigen Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten und für seine Kreativität, Vision und Weitsicht als Staatsmann;
• Uri Slonim, der Präsident der Nichtregierungsorganisation „Variety Israel“, für seinen ehrenamtlichen Einsatz für Kriegsgefangene und im Kampfeinsatz Vermisste;
• Judy Feld Carr für die Rettung von tausenden syrischen Juden, darunter vielen jungen Menschen und Familien, über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren;
• die Rashi-Foundation (gegründet von Familie Leven) für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Bildung;
• Rabbi Adin Steinsaltz für seinen Beitrag zu jüdischer Kultur und Bildung;
• Zubin Mehta, Dirigent des Israel Philharmonic Orchestra, für seinen Einsatz für israelische Musik.

„Ich bin stolz, eine Tradition zu beginnen, in der ich, der Präsident des Staates Israel, meine Anerkennung und Wertschätzung für Individuen und Organisationen zum Ausdruck bringen kann, die außerordentliche Leistungen für den Staat Israel und die gesamte Menschheit erbracht haben. (…) Es ist an der Zeit für uns, großartigen Menschen zu danken, die als Vorbild für die nächsten Generationen dienen“, erklärte Präsident Peres in seiner Eröffnungsrede. An die Preisträger gerichtet sagte Peres: „Sie sind ein leuchtendes Vorbild für uns alle. Es ist uns eine Ehre, dass wir Ihnen den israelischen Verdienstorden überreichen dürfen.“

Die Medaille selbst wurde von der Bezalel-Akademie für Kunst gemeinsam mit dem Designer Yossi Matityahu gestaltet. Auf der Medaille ist der Polarstern zu sehen, der für den gerechten Weg steht, und eine Menorah, die die Erneuerung des Staates Israel und eine starke Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart symbolisiert. Am unteren Rand stehen die Worte „Von seiner Schulter an aufwärts“ aus dem ersten Buch Samuel, die laut dem Designer für die einzigartigen Charaktereigenschaften der Preisträger stehen. (AM Israel/“Presidential Award of Distinction“©Yossi Matityahu)