Leserbrief zum Gazakrieg, Presse Printausgabe 29.07.2014

Israel „überrascht“ nicht mit Angriffen, es reagiert

„Die Furcht vor Palästinas Einheit!“, GK von Raed Sabbath, 25.7.
Zum o. a. Gastkommentar ist Folgendes anzumerken:–Israel „überrascht“ nicht mit Angriffen, sondern reagiert (spät) nach zahlreichen Raketenangriffen auf seine Zivilbevölkerung, und dies nach vorhergehender telefonischer/elektronischer Ankündigung, welche Abschussrampen und militärischen (zivil getarnten) Ziele bombardiert werden.–Israel bekämpft somit nicht die Bevölkerung Gazas, sonst würde es nicht Strom usw. liefern und sogar die von der Hamas zerbombte Stromzufuhr unter Armeeschutz reparieren.

–Nebstbei wird die Bevölkerung von der Hamas sehr wohl aufgefordert, als Schutzschilde zu fungieren, dies zu bestreiten zeugt von Realitätsverlust. Dazu: Die UNO beschwert sich über den Missbrauch der Lagerung von Raketen in ihren (schulischen) Einrichtungen.

–Israel hat sehr bald die Mörder des Palästinensers ausgeforscht und festgenommen, die Mörder der Israelis werden nicht einmal gesucht bzw. begrüßte die Hamas diese Morde.

–Der Vorwurf, Israel wehrt sich unverhältnismäßig gegen Terror, ist absurd, genauso als würde man die Überlegenheit der amerikanischen Streitkräfte im Kampf gegen Nazi-Deutschland als unfair bezeichnen. Ein Vergleich zeigt die Verhältnismäßigkeit und Zurückhaltung der israelischen Armee: Unter den 700 Toten sind bedauernswerterweise eine von der Hamas gemeldete Anzahl von Zivilisten. Wie viele Zivilisten, darunter Frauen, Kinder, sind unter den hunderttausend(en) Toten im syrischen Bürgerkrieg?

Fazit: Israel-Kritik ist erlaubt. Ich warte allerdings auf den Tag, an dem ein in Österreich lebender Palästinenser die Hamas öffentlich kritisiert – und sei es nur für die Hinrichtung von Homosexuellen (nach dem Vorbild des Geld- und Raketenbringers Iran)…

Mag. Hans-Jürgen Tempelmayr, 1050 Wien

 

Warum leben jüdische Kids genau dort, wo Raketen aus Gaza einschlagen?

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Wenn es gegen Israel geht, kennen die Palästinenserversteher in der Wiener SPÖ keine Gnade. Raketenterror gegen Israel wird in diesem Milieu deutlich entspannter.

Es war zweifellos eine Sternstunde der Zweiten Republik: Couragiert, ohne Rücksicht auf das eigene Wohlergehen, ja geradezu todesmutig stellte sich das Wiener Stadtparlament unter Führung der Sozialdemokratischen Fraktion damals, im Mai 2010, den unfassbaren Verbrechen des zionistischen Gebildes entgegen, nachdem israelische Soldaten ein Schiff der sogenannten Gaza-Flottille geentert hatten. „Der Wiener Gemeinderat verurteilt das brutale Vorgehen gegen die friedliche Hilfsflotte- noch dazu in internationalen Gewässern- auf das Schärfste.  …

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/740707/Warum-leben-juedische-Kids-genau-dort-wo-Raketen-aus-Gaza-einschlagen?from=suche.intern.portal

Hinter den Schlagzeilen

Von David Horovitz

So oder so ähnlich ist es schon häufiger geschehen: Israel tötet einen Top-Terroristen, da Informationen über die Planung eines großangelegten Anschlags vorliegen und obwohl es weiß, dass die Verhinderung des Anschlags wieder massiven Raketenbeschuss auf die Dörfer und Städte in Israels Süden zur Folge haben wird. Und die Raketen fallen, die Luftwaffe wird wieder und wieder ausgeschickt, um die Terrorzellen zu stoppen, die mehr und mehr Raketensalven abfeuern. Und die Zahl der Opfer im Gazastreifen steigt.
Auf der israelischen Seite steigt sie glücklicherweise nicht, obwohl die Terrororganisationen aus dem Gazastreifen es genau darauf anlegen, wenn sie hunderte Raketen auf Israel abfeuern. Doch Israel hat Alarmsysteme und Schutzbunker. Israel schließt die Schulen, damit die Kinder zu Hause bleiben können. Und Israel verfügt über die weltbesten Raketenabwehrsysteme.

Die Opferzahlen erzählen also nur einen Teil der Geschichte. Doch die Zahlen- und die Begräbnisszenen aus dem Gazastreifen- werden weltweit ausgestrahlt und dienen als das Barometer der Verhältnismäßigkeit, oder eher Unverhältnismäßigkeit. Und Israel findet sich selbst auf der Anklagebank wieder, beschuldigt des unverhältnismäßigen Einsatzes von Gewalt, obwohl es nur das Leben seiner Bevölkerung  schützen will.
Wie schon so oft in der Vergangenheit muss man einen Funken intellektueller Ehrlichkeit und einen Blick hinter die Zahlen und Schlagzeilen wagen, um wirklich zu verstehen, was hinter der aktuellen Eskalation in Israel und dem Gazastreifen  steckt.

Zuhair al-Kaisi, der Chef der Terrororganisation „Volkswiderstandskomitee“ (PRC), hat  kein Geheimnis aus seinen Aktivitäten gemacht. Es war al-Kaisi, der direkt nach der Freilassung von Gilad Shalit im Rahmen des erpresserischen „Austauschs“ vergangenen Oktober den arabischen und internationalen Medien Interviews gegeben hat. Er hat berichtet, wie seine Organisation den israelischen Soldaten entführt und verhört hat, dann den israelischen Bitten, ihn freizulassen widerstand, und ihn schließlich an die Hamas übergab, , die ihn fünf Jahre lang in einen Kerker steckte.
Al-Kaisi war Berichten zufolge auch derjenige, der für die Transfers von Geldern der libanesischen Hisbollah zu anderen Terrororganisationen im Gazastreifen zuständig war.
In Anbetracht dieser Tatsachen scheint der Vorwurf der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte alles andere als weithergeholt, dass al-Kaisi einer der Köpfe hinter dem Anschlag war, der im vergangenen August nördlich von Eilat verübt wurde. Bei dem von  nach Israel eingeschmuggelten Terroristen verübten Anschlag waren acht Israelis ermordet worden. Naheliegend erscheint dadurch auch  die Begründung des Schlags gegen al-Kaisi, die lautete, er habe einen weiteren großangelegten Anschlag geplant.

Ein Blick hinter die Zahlen und Schlagzeilen würde auch daran erinnern, dass Israel keine Präsenz im Gazastreifen hat, weder militärisch noch zivil, es gibt dort keinen territorialen Konflikt. Israel hat 2005 tausende Menschen aus ihren Häusern herausgerissen und sich vollkommen aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Der letzte Israeli, der im Gazastreifen gelebt hat, war Gilad Shalit.
Nach dem Rückzug von 2005 hätten die Palästinenser den Flüchtlingen im Gazastreifen neue Häuser geben können- es sprach nichts dagegen, die Besatzung war vorbei, doch man zog es vor, die Wunde offen zu halten. Die Palästinenser hätten im Gazastreifen eine Mini-Demokratie aufbauen können, wenn auch nur um ein unsicheres Israel davon zu überzeugen, dass es sich genauso sicher aus dem Westjordanland zurückziehen kann. Doch offensichtlich war nicht einmal der Gewinn von Gebieten im Westjordanland verlockend genug.
Stattdessen wurden die Gewächshäuser zerstört, die in den ehemaligen Siedlungen floriert hatten und die unter palästinensischer Kontrolle genauso hätten florieren können. Die Hamas riss 2007 gewaltvoll die Macht an sich, nachdem sie 2006 die Wahlen gewonnen hatte. Und der Raketen- und Mörserbeschuss setzte sich fast ununterbrochen fort. In der Zeit vor der Tötung al-Kaisis gab es fast keinen Tag, an dem nicht eine Rakete auf Israel abgefeuert wurde. Doch diese Anschläge machten keine Schlagzeilen, da sie keine Israelis töteten.

Als Benny Gantz, der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, am 11. März erklärte, dass „Israel kein Interesse an einer Eskalation“ habe, klang das glaubwürdig. Es gab in den vergangenen Wochen keine Indikatoren, die darauf hinwiesen, dass ZAHAL eine Wiederholung der „Operation  Gegossenes Blei“ vom Winter 2008/2009 gegen die Hamas plane. Israel hatte sich auf andere Themen konzentriert- Irans Streben nach der Bombe, die unsichere Situation in Ägypten und Bashar al-Assads tägliche Massaker an seiner eigenen Bevölkerung in Syrien.

Doch nichtsdestotrotz steht Israel sieben Jahre nach dem Rückzug aus dem Gazastreifen einer Regierung gegenüber, die jede Gelegenheit genutzt hat, sich gegen ihren Feind, gegen Israel, zu rüsten und ihr Raketenarsenal zu erweitern, um israelische Zivilisten zu schädigen. Und deshalb muss Israel vielleicht früher oder später wieder auf eine Bodenoffensive zurückgreifen, wie Gantz und andere ranghohe Vertreter in den letzten Monaten bereits erklärten.
Ob diese Zeit schon jetzt gekommen ist, hängt von der Hamas ab. Sollte sie sich dem Raketenbeschuss durch das „Volkswiderstandskomitee“ und den „Islamischen Jihad“ anschließen, würden sich die Ausmaße dieser Eskalation gänzlich ändern, denn die Hamas verfügt über Fajr-Raketen, die Tel Aviv erreichen können. Oder wird sie sich raushalten und auf einen  Waffenstillstand hinarbeiten? Zurzeit stehen die Zeichen gut für letzteres.

Der Autor ist ehemaliger Chefredakteur der Zeitung „Jerusalem Post“ und Gründer und Chefredakteur der Online-Zeitung „Times of Israel“.

Raketenterror gegen Israel – Über 190 Raketen in vier Tagen

Seit Freitag haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen über 190 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Mehr als eine Million Israelis leben in Reichweite der Raketen. Und der Raketenbeschuss hält weiter an: Allein in der Nacht zum Montag schlugen 25 Raketen auf israelischem Gebiet ein. Fünf Menschen wurden seit Freitag verletzt, einer davon schwer.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte hatten am Freitag Zuhir Kaisi, den Chef der Terrororganisation Volkswiderstandskomitee (PRC), getötet, der für mehrere Terroranschläge verantwortlich war und weitere Anschläge geplant hatte. Konkret plante das Volkswiderstandskomitee einen großangelegten Anschlag auf Israel über den Sinai in den kommenden Tagen. Zudem war Kaisi zuständig für den Transfer von Geldern der Hisbollah an Terrororganisationen im Gazastreifen.

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu erklärte zu den Vorfällen: „Wir werden weiterhin gegen jeden vorgehen, der plant, Bürger des Staates Israel anzugreifen. Gleichzeitig werden wir die Verteidigung an der Heimatfront weiter verbessern, einschließlich der Installation zusätzlicher Iron-Dome-Batterien, deren Effektivität im Laufe des Wochenendes bewiesen wurde.“

Zwei Grad-Raketen schlugen in Beer Sheva ein, wegen eines Defekts der Iron-Dome-Batterie: Eine Schule wurde getroffen und teilweise zerstört. Da aufgrund des Raketenbeschus- ses alle Schulen im Süden Israels geschlossen sind, wurden keine Kinder verletzt. Mehrere Häuser und Autos wurden durch den Raketenbeschuss beschädigt. Bisher haben die Iron-Dome-Batterien 49 Raketen abwehren können und somit mehr als 90 Prozent der Raketen abgefangen, die sie anvisiert hatten. Eine weitere Iron-Dome-Batterie soll in den kommenden Wochen installiert werden.  Autos und Geschäfte im Zentrum der Stadt Ashdod durch Raketen beschädigt. Außerdem schlugen auch Raketen nördlich der Stadt Gedera ein.

In Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss hat die Israelische Luftwaffe in den vergangenen Tagen mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen, die als Basis für terroristische Aktivitäten dienen. ZAHAL-Sprecher Brigadegeneral Mordechai erklärte dazu: „Wir werden es nicht zulassen, dass diese unerträgliche Situation weiterhin das Leben der Bürger im Süden Israels belastet. Kein Land der Welt würde das zulassen und wir werden weiterhin gegen jede aktive Terrorzelle im Gazastreifen vorgehen.“

Auch während des anhaltenden Raketenbeschusses werden weiterhin Güter über den Keren Shalom Grenzübergang geliefert. Terroristen griffen zwar auch drei Lastwagen mit Hilfsgütern an, doch die Lieferungen sollen nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden, so der ZAHAL-Sprecher.      AM Israel/IDF

 

130 Raketen in 35 Stunden auf Israel abgefeuert

Israels schlanke Taille

Mindestens 130 Raketen wurden vom Gazastreifen aus auf israelische Städte und Dörfer innerhalb von 35 Studen abgefeuert. Das Raketenabwehrsystem `Iron Dome´ arbeitet sehr erfolgreich und konnte bis zu 90 Prozent der von den Terroristen abgefeuerten Rakten abgefangen.

Bis zum späten Nachmittag des  Schabbat (10. März) wurden mindestens 8 Israelis bei dem Raketenhagel verletzt – sie erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Die Terroristen hatten mit ihrem massiven Raketenterror ausschlieÃ¥ßlich gegen ziviele Ziele in Israel begonnen, nachdem der Führer der Terrororganisation PRC bei einer Militäroperation getötet worden war.
Der Kommandeur des Volkswiderstandskomitees, Zuher al-Kesi, wurde den Angaben zufolge in seinem Auto im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Kleinwagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Kesi habe einen größeren Terroranschlag vom Sinai aus gegen Israel geplant, teilte das israelische Militär mit. Er sei auch an der Planung eines ähnlichen Anschlags auf Autofahrer und Buspassagiere im vergangenen August bei Eilat beteiligt gewesen. Damals starben acht Israelis. Hanani war wie über tausend andere Gefangene im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen.

In mehreren Städten im Umkreis des Gazastreifens fällt am Sonntag die Schule aus. Etwa 200.000 israelische Kinder wurden angewiesen, wegen der Raketenangriffe zu Hause zu bleiben.  Es herrscht im gesamten Land Alarmstufe 3, in den Orten nähe Gaza Stufe 4, die höchste Alarmstufe.