Viktor Adler-Plakette für ÖIG Vorstandsmitglied Rudi GELBARD

15.02.2016 / 17:07 / POLITIK

Faymann/Bures: Rudolf Gelbard ist antifaschistisches Vorbild in Österreich

Nationalratspräsidentin Bures lud zum Empfang zu Ehren von Zeitzeugen Rudolf Gelbard – Kanzler Faymann überreichte Gelbard Victor-Adler-Plakette für Verdienste um ArbeiterInnenbewegung

Wien (OTS/SK) – „Als Bundeskanzler bin ich stolz darauf, dass wir in Österreich Menschen wie Rudi Gelbard haben, die mit aller Kraft antifaschistische Aufklärung leisten und somit als Vorbild für uns alle dienen“, hat Bundeskanzler Werner Faymann heute, Montag, bei der Verleihung der Victor-Adler-Plakette an Professor Rudolf Gelbard im Parlament erklärt. Diese ist die höchste Auszeichnung der SPÖ für besondere Verdienste um die österreichische ArbeiterInnenbewegung. „Immer dann, wenn die Dämonen der Vergangenheit neue Gestalt annehmen, erhebst du verlässlich deine Stimme. Denn du weißt nur zu gut: Nur was wir benennen, können wir auch bekämpfen“, bedankte sich Nationalratspräsidentin Dores Bures bei Gelbard. ****

Faymann lobte in seiner Rede Rudolf Gelbard für seine unermüdliche Aufklärungsarbeit. „Unser Land hat erst sehr spät begonnen, die nötige Aufklärungsarbeit zu leisten. Rudi Gelbard hat mit seinem Wirken hier eine große Rolle gespielt“, zeigte sich Faymann dankbar. Alleine gesellschaftliche Entwicklungen zu kritisieren, mache noch niemanden zum Demokraten und Antifaschisten, so der Bundeskanzler. Erst die „klare Abgrenzung zu Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“ mache dies möglich. „Nicht zu vergessen, rechtzeitig aufmerksam zu machen und neuartige faschistische Strömungen nicht zuzulassen, ist unsere stärkste Kraft im Antifaschismus. Nur wer politisch so standfest ist wie du, Rudolf Gelbard, hat die Kraft, sich immer zu Wort zu melden und zu mahnen, dieses Kapitel unserer Geschichte nicht zu vergessen“, stellte Faymann fest.

„Manchmal macht es fast sprachlos, zu sehen, wie schamlos unantastbar geglaubte Tabugrenzen überschritten werden, wenn etwa wie zuletzt Holocaust-Opfer ungestraft als ‚Massenmörder‘, als ‚Landplage‘, als ‚Kriminelle‘ bezeichnet werden können“, stellte Nationalratspräsidentin Bures in Anspielung auf einen Artikel in der Zeitschrift „Aula“ fest. Deswegen sei es besonders wichtig, dass Menschen wie Gelbard ihre Stimme weiterhin unermüdlich erheben. Die Nationalratspräsidentin bedankte sich bei Gelbard dafür, auch im Lichte der aktuellen Entwicklungen „nie resigniert zu haben“.

Der geehrte Rudolf Gelbard nahm „diese größte Auszeichnung der Partei mit Freude und Demut entgegen“. In seiner Dankesrede erinnerte er sich an WeggefährtInnen und Vorbilder im Kampf gegen den Faschismus. „Das Leben hat mich zum Sozialisten gemacht. Ich bin, ich war und werde immer Sozialist bleiben“, bedankte sich Gelbard in den Worten der österreichischen Widerstandskämpferin Rosa Jochmann bei der sozialdemokratischen Partei.

Der 1930 geborene Rudolf Gelbard wurde im Oktober 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seit seiner Befreiung 1945 setzt er sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer/innen für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Seit 1975 arbeitete Gelbard als Journalist. Neben der Verleihung des Berufstitels „Professor“ hat Gelbard bereits mehrere Auszeichnungen, darunter das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich sowie das Große Goldene Ehrenzeichen der österreichischen Israelitischen Kultusgemeinde, erhalten. (Schluss) mr/ve

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Ehrung für Rudi Gelbard

Faymann / Gelbard / Anti-Faschismus / Auszeichnung / Schulz

04.12.2015, 17:04 | OTS0192 | Bundespressedienst

Bundeskanzler Faymann ehrt Zeitzeugen Rudolf Gelbard

Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst

Wien (OTS) – „Wir stellen uns gegen jene, die den Schleier des Vergessen über unsere Geschichte breiten wollen. Denn wer seine Geschichte nicht kennt und nicht bereit ist, sich mit ihr auseinander zu setzen, der kann aus ihr nicht die richtigen Schlüsse ziehen“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Freitag, bei der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst an Rudolf Gelbard im Bundeskanzleramt. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, den Jungen genauso wie den Älteren in Erinnerung zu rufen, wozu unser Europa fähig war. Wir müssen aufrichtig für das Vertrauen in die Demokratie und in Europa kämpfen, und hier zählt das Engagement jedes einzelnen. Rudolf Gelbard hat sich immer dafür eingesetzt. Das, was wir von ihm gelernt haben, gibt uns den Auftrag, in diesem Sinne weiterzukämpfen.“

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, sprach von einer „großen Persönlichkeit“. Gelbard sei nach den schrecklichen Erlebnissen als Zeitzeuge „nicht verbittert, sondern zum Kämpfer geworden“. Die Menschen seien damals wie heute zu beidem fähig: Zu den edelsten wie zu den abscheulichsten Taten. Das „Dämonische“ sei stets vorhanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätte Europa diese Dämonen zwar „gebannt, aber nicht weggezaubert“. Man müsse daher ganz genau hinhören, denn die Leute, die Europa und die Errungenschaften der Europäischen Integration zerstören wollten, seien die „gleichen Leute, die Fremdenfeindlichkeit und Hass predigen“. Rudolf Gelbards Beitrag zur Versöhnung und gegenseitigen Respekt sei „Grundlage der Gesellschaft“.

Staatssekretärin Sonja Steßl bezeichnete in ihrer Einführungsrede „die Erfahrung, das Wissen und die Analyse“ Rudolf Gelbards von „unschätzbarem Wert“. Österreich verdanke ihm mehr, als es ein Ehrenzeichen je ausdrücken könne.

Der Geehrte Rudolf Gelbard nahm die Auszeichnung „mit Freude und gebotener Demut“ an und erinnerte sich in seiner Dankesrede an Vorbilder und Weggefährten sowie an den wichtigen Einsatz für Anti-Faschismus in der Nachkriegszeit. Er bedankte sich bei seiner Gattin, die ihm stets „Stütze und Hilfe“ war und Stärke gegeben hätte. Abschließend bedankte Gelbard sich auch bei der „tiefberührenden Laudatio“ des Bundeskanzlers sowie Faymanns „klarer, anti-faschistischer Absage an Rassismus, Verhetzung und Antisemitismus“.

Für den musikalischen Rahmen der Feierlichkeit sorgten die Sopranistin Ethel Merhaut und Vinzenz Praxmarer am Klavier.

Der 1930 geborene Rudolf Gelbard wurde im Oktober 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Seit seiner Befreiung 1945 setzt er sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Seit 1975 arbeitete Gelbard als Journalist. Neben der Verleihung des Berufstitels „Professor“ hat Gelbard bereits mehrere Auszeichnungen, darunter das Goldene Verdienstzeichens der Republik Österreich sowie das Große Goldene Ehrenzeichen der österreichischen Israelitischen Kultusgemeinde, erhalten.

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