Zum Gastkommentar von Fritz Edlinger

Leserbrief an „Die Presse“ zum Gastkommentar von Fritz Edlinger

Selbstverständlich muss der GÖAB/SAAR-Generalsekretär Fritz Edlinger derart argumentieren, sich – wie immer – damit seinen parteipolitischen, der Kreisky-Nahost-Nekrologie verschriebenen Persilschein, die Gewogenheit der Antizionisten aller Art abholen und dazu auch eigenes historisches Teilwissen rückstandsfrei verdrängen.

Wer hat die allererste UN-Resolution zu Nahost (1947, Teilungsplan) bedingungslos angenommen, aber welche Staaten haben diesen Beschluss in absoluter Geringschätzung der Vereinten Nationen sofort abgelehnt und sind am nächsten Tag nach der einseitigen Implementierung dieses UN-Beschlusses durch die Staatsgründung Israels mit ihren Armeen über den jungen, sich noch auf das zugewiesene Teilgebiet beschränkenden Judenstaat hergefallen? Nie hatte ein palästinensischer Staat neben Israel eine größere Möglichkeit des territorialen Ausmaßes als durch Anerkennung des UN-Teilungsplans auch auf arabischer Seite. Aber wenn man einfach das Ganze will, solche Beschlüsse notorisch und provokant ignoriert und militärisch außer Kraft setzen möchte wie die Arabische Liga 1948, muss man die militärische Niederlage und territoriale Verluste einkalkulieren. Das sollte auch Europäern erinnerlich sein.

Und welche Staaten und/oder politische Organisationen, mit denen auch seitens GÖAB/SAAR anerkennende, verständnisvolle, wenn nicht sogar freundschaftliche Beziehungen gepflegt werden, weigern sich bis heute, Israels Existenzrecht (sogar innerhalb der Grenzen von 1967!) anzuerkennen und streben dessen vollständige Vernichtung an, notorisch und provokant UN-Resolutionen ignorierend?

Letzte Frage: Inwieweit sind ständige Terroranschläge, Raketenangriffe und Bombardements auf Südisrael (Gebiete innerhalb der Grenzen von 1967!), die ständig Opfer unter der Zivilbevölkerung fordern, mit Menschen- und Völkerrechtsverständnis sowie UN-Beschlüssen vereinbar? Wäre das UN-Mitglied Israel eben nicht Israel sondern unter ähnlichen Bedingungen das UN-Mitglied Österreich, wäre längst Frieden, wären sämtliche Angreifer delegitimiert, boykottiert und militärisch vernichtet. Und Fritz Edlinger deren erster Ankläger bei den UN.

Mag. Eva Mühlhofer-Gurion
Historikerin, Vorstandsmitglied der ÖIG