Ich blieb zurück

Karla Wolff
Erinnerungen an Breslau und Israel
Jüdische Miniaturen Bd. 119

Karla Wolff wird 1928 in Breslau als Tochter einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters geboren. Zwischen 1933 und 1945 erlebt sie unmittelbar die Verfolgung und Ermordung der Breslauer Juden; ihr Vater studiert an der Kantorenschule in Berlin und ist zwischen 1941 und 1943 einer der Kantoren der Storch-Synagoge in Breslau. Als Aushilfskraft im Jüdischen Altenheim begleitet sie die zur Deportation bestimmten Menschen zu den Sammelstellen, arbeitet auf der Krankenstation für die noch in Breslau lebenden „Mischehen“ sowie auf dem Jüdischen Friedhof Cosel bei der Bestattung der Toten aus den umliegenden Zwangsarbeitslagern. In den letzten Monaten versteckt sie sich zusammen mit ihrem Vater bis zur Befreiung der Stadt. Karla Wolff verlässt Breslau 1945 und emigriert 1947 nach Palästina. Ihre Eltern wandern zunächst in die USA aus und kehren einige Jahre später nach Deutschland zurück. Der Vater amtiert über 20 Jahre als Kantor und Religionslehrer in Düsseldorf. Heute lebt Karla Wolff mit ihrem Mann in Naharija, Israel.

Bilder des Nationalen Bildarchivs frei zugänglich

Das Nationale Bildarchiv ist in weiten Teilen zur freien Verwendung freigegeben. Nutzer können 150.000 Fotografien einsehen und häufig auch herunterladen und weiterverwenden, ohne dabei das Copy-Right zu verletzen. „Wir begrüßen diesen Schritt, der der Öffentlichkeit Zugang zu Information und historischen Materialien gewährt“, so Itzik Edri, Sprecher von Wikimedia Israel. Es sei jedoch immer noch kompliziert herauszufinden, welche der Bilder tatsächlich für welche Verwendung freigegeben worden seien.

Das Finanzkomitee der Knesset wird in den folgenden Wochen diskutieren, ob alle Bilder freigegeben werden sollen. 100.000 US-Dollar verdient der Staat zurzeit jährlich durch Copy-Right-Einkünfte. „Darauf zu verzichten, wäre ein kleiner Preis für einen gigantischen Nutzen“, fasst Edri zusammen.

Das Nationale Fotoarchiv finden Sie hier: http://147.237.72.31/topsrch/defaulte.htm

Weitere Bilder für den freien Gebrauch gibt es außerdem auf der Seite des Tourismus-Ministeriums: http://gallery.tourism.gov.il/pages/main.aspx

Interessante historisch Dokumente und Fotografien stellt auch das National-Archiv online zur Verfügung: http://www.archives.gov.il/ArchiveGov_eng

 

Tel Aviv weiht Fouad-Dajani-Platz ein

In Tel Aviv-Jaffa wurde Ende Februar ein Platz nach dem arabischen Arzt Fouad Ibrahim Dajani benannt. Der Arzt, der von 1890 bis 1940 in Jaffa gelebt hatte, ist der Gründer des gleichnamigen Krankenhauses. Dajani hatte das Krankenhaus in den 1930er Jahren aufgebaut und sich auf Chirurgie und Geburtshilfe spezialisiert. Im Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Auszeichnung für die ärztliche Behandlung britischer Soldaten.

Zur Einweihung des Platzes waren dreihundert Personen angereist, darunter sein Sohn und viele weitere Familienmitglieder, unter anderem aus den USA, Tunesien, Großbritannien und Jordanien. Ahmad Mashharawi, Mitglied des Stadtrates, erklärte: „Dies ist ein historischer Tag, der Juden und Araber verbindet. Dajani ist mit allen zurechtgekommen.“ (Ynet/Angehörige der Familie © M. Kamchi))