Die Hohen Feiertage des Judentums – Rosh Hashana und Jom Kippur

Rosh Hashana heißt „Kopf (﴾Anfang)﴿ des Jahres“ und hat seinen Ursprung in der Torah, im Dritten Buch Moses (﴾Kap.23)﴿.

„Der erste Tag des siebenten Monats (﴾Tischri, im Herbst)﴿ ist ein Feiertag zum Gedenken an den Klang des Schofars…“

Dieser Feiertag wurde erst später, nach dem babylonischen Exil, in der „Mischna“, der so genannten „mündlichen Torah“, von den damaligen Gelehrten zum Jahresanfang im Herbst erklärt, vermutlich um das Mondjahr zu etablieren. Zuvor galt das Frühjahr als Jahresanfang sowohl wegen der Landwirtschaftszyklen, jedoch insbesondere aufgrund der Befreiung aus der ägypti-‐ schen Knechtschaft, wie es im 2. Buch Moses 12,2ff heißt:

„G‘tt sagte zu Moses und Aron im Lande Ägypten: dieser Monat (﴾Nissan, im Frühjahr)﴿ sei für Euch der erste Monat des Jahres….“

In der Synagoge wird Schofar geblasen, es wird um ein gutes Neues Jahr gebetet sowie Sühne und Besserung gelobt. Rosh Hashana wird auch als „Jom Hadin“  Tag des Gerichts -‐be zeichnet.

Man wünscht seinen Mitmenschen „Shana Tova“  ein gutes Jahr. Ein schöner Brauch ist der symbolische Verzehr von Süßem, z.B. Äpfeln mit Honig und der gegenseitige Wunsch „Shana tova umetuka“  ein gutes und süßes Jahr. Einer der vielen weiteren Bräuche ist „Taschlich“ frei übersetzt: „wirf weg!“ bei dem man sich an ein fließendes Gewässer begibt und seine Sünden symbolisch in Form von Brotbröseln ins Wasser wirft.

(﴾Rosh Hashana 5774 beginnt in diesem Jahr am Abend des 4. September. Das Datum verschiebt sich alljährlich aufgrund der Synchronisierung des jüdischen Mondkalenders mit dem gregorianischen Sonnenkalender)﴿ . Jom Kippur heißt „Tag der Versöhnung“ und hat seinen Ursprung ebenfalls in der Torah, im Dritten Buch Moses (﴾Kap. 23)﴿.

„ … der zehnte Tag dieses Monats soll euch heilig sein, es ist der Versöhnungstag … der höchste Sabbat … an dem ihr eure Seelen kasteien und vor dem Ewigen, eurem G‘tt sühnen sollt … vom Abend bis zum Abend… „

Jom Kippur beginnt somit am Abend  wie jeder Shabbat und alle Feiertage (﴾„Erev“)﴿  gemäß der Schöpfungsgeschichte in Genesis 1: „…es wurde Abend und es wurde Morgen, Tag eins, … zwei, … bis sechs“.

Der Vorabend von Jom Kippur wird „Kol Nidre“  „Alle Gelübde“  genannt, nach dem wohl bekanntesten Gebet im Judentum. Es stammt vermutlich aus der Zeit der Inquisition im 15. Jahrhundert als Reaktion auf erzwungene Übertritte von Juden zum Christentum. Darin werden alle Gelübde, Schwüre und Versprechen die man unter Zwang oder unüberlegt gegeben hat, als ungültig erklärt.

Am Jom Kippur ist für Juden strenges Fasten (﴾weder Essen noch Trinken)﴿ geboten  vom Vorabend bis zum Tagesende. Es wird den ganzen Tag gebetet. Dabei geht es überwiegend um das Bitten um Vergebung der Sünden und der Aussöhnung mit G‘tt. Man soll auch versuchen, Menschen, mit denen man im vergangenen Jahr Streit hatte, zu vergeben und sich zu versöhnen.

Nach dem abschließenden Bekenntnis zum Einzigen G‘tt und dem letzten Ton des Schofars soll ein „reines“ Neues Jahr, ohne Vorlasten aus der Vergangenheit, beginnen.

(﴾Jom Kippur beginnt in diesem Jahr am Abend des 13. September)﴿

Für „schalom“ von Carlos Günther
Die Hohen Feiertage des Judentums Rosh Hashana und Jom Kippur

Die Österreichisch-entbietet allen Mitgliedern und Freunden ein aufrichtiges „SHANA TOVA“

Jerusalem, Stadt der Schrift

Ein 3000 Jahre altes Fundstück beweist, dass bereits vor König David eine alphabetische Schrift bestanden hat.

<!–more–>Auf einer Tonscherbe fanden Archäologen nahe dem Tempelberg die Buchstaben m, q, p, h, n, möglicherweise l und wieder n eingraviert. Sie bilden Worte in kanaanitischer Sprache ab, die damals in Jerusalem gesprochen wurde. Zwischen den Zeichen lesen lässt sich diese Schrift allerdings nicht. Der Fund ist bisher einzigartig, zur Entzifferung wären weitere Vergleiche hilfreich.
http://www.timesofisrael.com/oldest-inscription-found-in-jerusalem-but-no-one-can-read-it/

Jom Ha’azmauth

300 years old - 60 years young
Mit der Gründung des Staates Israel – heute, vor 65 Jahren – wurde die erste rechtstaatliche und parlamentarische Demokratie im Nahen Osten etabliert. Wiewohl Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, der Irak und Syrien dem jungen und aus der Asche des Holocaust heraus entstandenen jüdischen Staat noch in der Gründungsnacht den Krieg erklärt hatten und in etlichen weiteren Kriegen die Vernichtung Israels verfolgten, gelang es Israel nicht nur Stärke und Verteidigungskraft zu entwickeln, sondern vor allem über Jahrzehnte der Bedrohung hinweg, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu erhalten.

Während im sogenannten arabischen Frühling um fundamentale bürgerliche Freiheiten gerungen wird, gleichzeitig aber auch das Schwert einer radikalen Islamisierung über der Region schwebt, steht der Staat Israel bis heute als die bislang einzige funktionierende und erprobte Demokratie des Nahen Ostens da; als ein Land, in dem die Freiheit der Medien gesetzlich verankert ist, in dem Menschenrechte bei einem unabhängigen Oberstern Gerichtshof verteidigt werden können, in der Frauenrechte staatlich gewährleistet sind, Andersgläubige keiner Verfolgung ausgesetzt und gleichgeschlechtliche Liebe offen gelebt werden kann. Das alles unterscheidet den Staat Israel von etlichen seiner Nachbarn und Feinde.

Die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 ist – weithin anerkannt – nicht von losgelöst von jenen Entwicklungen in Europa zu verstehen, die ausgehend vom Deutschen Reich sowie dem angeschlossenen Österreich, ihren schrecklichen Höhepunkt in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern von Ausschwitz, Majdanek, Belzec, Sobibor und Treblinka fanden.

Jom haZikaron

Jom HAzikaron 2013Jom haZikaron,  „Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus“, ist ein israelischer Nationalfeiertag.

Jom haZikaron wird am 4. des Monats Ijjar nach jüdischem Kalender abgehalten, immer den Feierlichkeiten des israelischen Unabhängigkeitstages, am 5. Ijjar, vorausgehend. An diesem Tag wurde im Jahre 1948 die Unabhängigkeit Israels proklamiert. Beide Feiertage werden um einen Tag vorverlegt (auf den 3. und 4. Ijjar), wenn der 5. auf einen Samstag, den jüdischen Schabbat, fällt; wenn der 4. auf einen Sonntag fällt, finden die beiden Feiertage am 5. und 6. statt.

Dieser Feiertag ehrt alle Veteranen und gefallenes Militärpersonal der Israelischen Armee, welches im modernen Nahostkonflikt gestorben sind. Am Jom haZikaron wird auch der Zivilisten gedacht, die dem palästinensischen Terrorismus zum Opfer gefallen sind.

Der Tag schließt viele nationale Feierlichkeiten für gefallene Soldaten, an welchen hohe Staatsbeamte und Militäroffiziere teilnehmen, ein. Der Tag beginnt am Vorabend um 20 Uhr (nach dem jüdischen Kalender beginnen die Tage mit dem Sonnenuntergang) mit dem einminütigen Signalton einer Sirene. Während dieser Minute verharren die meisten Israelis in Ruhe, gedenken der Opfer und zeigen ihren Respekt. Viele national-religiöse (religiös-zionistische) Juden beten für die Seelen der gefallenen Soldaten in dieser Minute. Ein offizieller Akt, der den Tag einläutet, findet an der Klagemauer in Jerusalem statt. Bei diesem Akt wird die israelische Fahne auf Halbmast heruntergehisst.

Ein zweiminütiges Sirenläuten erklingt am folgenden Morgen um 11 Uhr, welches die Eröffnung der offiziellen Gedenkveranstaltungen und privaten Erinnerungsversammlungen, meist auf den Friedhöfen, auf denen Soldaten begraben sind, kenntlich macht. Der Tag neigt sich zwischen 19 und 20 Uhr dem Ende zu und geht über in die Feierlichkeiten des Jom haAtzma’ut auf dem Herzlberg, auf welchem die israelische Fahne wieder ganz gehisst wird.

Den Gedenktag genau vor dem Unabhängigkeitstag zu feiern, soll die Menschen daran erinnern, welcher Preis für die Unabhängigkeit bezahlt werden musste und was durch das Opfer der Soldaten erreicht wurde. Dieser Übergang zeigt die Wichtigkeit dieses Tages für die Israelis, von denen viele, wenn nicht sogar die Meisten, in der Armee gedient haben und in Verbindung stehen zu Leuten, die während ihrer Zeit beim Militär getötet wurden.

Historisch gesehen wurde das Datum ausgesucht, weil die Politiker während des ersten Jahres der Existenz Israels sich nicht auf ein Datum für den Gedenktag einigen konnten. Als das Jahr ohne eine Entscheidung zu Ende ging, wurde der Gedenktag am ersten Unabhängigkeitstag (1949) veranstaltet. Das gleiche geschah am 2. Unabhängigkeitstag 1950, aber durch die Zusammenlegung der Feiertage zeigten sich bald logistische und emotionale Probleme, so dass man auf Anraten einer öffentlichen Kommission den Gedenktag um einen Tag zurückverlegte. Diese Abmachung wurde 1963 zum Gesetz.

Gewisse Gruppierungen des ultraorthodoxen Judentums messen dem Tag keine spezielle Bedeutung bei, andererseits dienen einige von ihnen bei der Armee und feiern den Gedenktag.    wikipedia

 

Jom ha shoah

„Da war a Jud im Gemeindebau, a gewisser Tennenbaum. Sonst a netter Mensch. Da ham’s so Sachen gegen de Nazi g’schrieben auf de Trottoir .. und der Tennenbaum hat des aufwischen müssen. Net er allan, de anderen Juden eh aa… i hab ihm hingführt, dass ers aufwischt. Der Hausmeister hat glacht, er war immer bei a Hetz dabei.“
„Existenzen wurden damals aufgebaut, Gschäften arisiert. Häuser, Kinos! I hab nur an Juden g’führt. I war ein Opfer. Andere san reich worden; I war a Idealist.“ (Der Herr Karl)

 Yom_Hashoah_candle

Jom haScho’a, ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer der Shoa  – aber ebenso auch für den jüdischen Widerstand und das Heldentum der jüdischen Untergrundkämpfer.

Das Datum des Jom haScho’a –  der 27. Nisan des jüdischen Kalenders – wurde unter David Ben Gurion und Jitzchak Ben Tzwi am 21. April 1951 von der Knesset festgesetzt. Im April 1959 wurde das Gesetz zum Gedenktag an Schoah und Heldentum  von der Knesset verabschiedet und zwei Jahre später noch einmal novelliert, wodurch der Tag seitdem den Charakter eines ernsten Feiertags hat.

Zur Eröffnungszeremonie am Vorabend des Jom haScho’a werden  sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Der Morgen beginnt mit Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Im gesamten Land heulen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen. Zu Füßen der sechs Fackeln in Yad Vashem werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt.

Während Jom haSchoa sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast.

Am Jom haSchoa führen Tausende meist jugendliche Juden, insbesondere Studenten, eine Gedenkveranstaltung als Marsch vom KZ Auschwitz zum KZ Auschwitz-Birkenau durch. Dies wird mittlerweile als Marsch der Lebenden, in Bezug auf die Todesmärsche von KZ-Häftlingen, bezeichnet.

Tel Megiddo: 3.000 Jahre alter Schatz entdeckt

Forscher der Universität Tel Aviv haben bei Ausgrabungen in der archäologischen Stätte Tel Megiddo in Nordisrael eine Sammlung von Gold- und Silberschmuck entdeckt. Die Wissenschaftler datieren den Fund auf die Zeit um das Jahr 1100 v.Z.

Der Schatz war in einer Vase versteckt, die bereits im Jahr 2010 in einem Privathaus gefunden wurde. Allerdings blieb sie bis vor kurzem ungereinigt, da eine molekulare Analyse ihres Inhaltes vorgenommen werden sollte. Als schließlich der Dreck entfernt wurde, der sich über die Jahrtausende angesammelt hatte, kamen die Schmuckstücke zum Vorschein. Darunter sind Ringe und Ohrringe aus Gold und Silber sowie Perlen aus Karneol, berichtet das israelische Außenministerium.

Die Schmuckstücke seien in Stoff eingewickelt gewesen und gut erhalten. Die Forscher gehen davon aus, dass einige Teile des Schatzes aus Ägypten stammen. Sie ähnelten in Design und Material Funden aus derselben Zeit, die in dem benachbarten arabischen Staat gemacht wurden. Dies sei jedoch nicht ungewöhnlich, teilte der Forscher Eran Arie mit. Es sei bekannt, dass es während der Bronze- und der Eisenzeit I Verbindungen zwischen Ägypten und Megiddo gegeben habe.

Die Forscher vermuten, dass die Vase, in der die Stücke aufbewahrt wurden, nicht der eigentliche Platz für den Schmuck war. „Es ist klar, dass Menschen versucht haben, die Sammlung zu verstecken und aus irgendeinem Grund waren sie nicht in der Lage, zurückzukommen und sie zu holen“, erklärt Israel Finkelstein, von der Abteilung für Archäologie und Nahostkulturen an der Universität Tel Aviv. Die Besitzer könnten ums Leben gekommen oder zur Flucht gezwungen worden sein.

Besonders auffällig sei ein Goldohrring, verziert mit geformten Steinböcken oder Gämsen. „Bei einzigartigen Gegenständen arbeiten wir daran, Parallelen zu finden, um sie ihrer richtigen Kultur und Zeit zuordnen zu können, aber in diesem Fall haben wir noch nichts gefunden“, so Finkelstein.

Die Erdschicht, in welcher der Schmuck gefunden wurde, wurde bereits dem 11. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zugeordnet, also der Zeit nach dem Ende der ägyptischen Herrschaft über Megiddo. Laut Arie könnte es sein, dass der Schmuck von Ägyptern bei deren Rückzug zurückgelassen wurde. Oder aber die Menschen, denen er gehörte, waren stark von der ägyptischen Kultur beeinflusst.

Die Forscher hoffen nun, durch einen Analyse des Stoffes, in den die Sammlung eingewickelt war, und des Materials des Schmuckes, auf weitere Hinweise über die Herkunft. Wenn es sich um reines Gold und nicht um ein Gemisch aus Gold und Silber handle, so sei es beispielsweise wahrscheinlich, dass der Schmuck aus Ägypten selbst stamme. Die Region sei reich an Gold, aber arm an Silbervorkommen gewesen.    inn

Die jüdische Nakba

Von Tzvi Gabai

Die Initiative von Vize-Außenminister Danny Ayalon, das Thema der jüdischen Flüchtlinge, die die arabischen Staaten verlassen mussten,  ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, trifft erwartungsgemäß auf wütende arabische Reaktionen. Unter anderem werden Behauptungen laut, es handele sich bei den jüdischen Flüchtlingen um eine „Erfindung“. Der Grund für diese Reaktionen ist, dass dieses Thema bisher schlicht nicht existiert hat. Die israelischen Regierungen haben es ignoriert, die Medien haben es vernachlässigt. Der Grund für diese Vernachlässigung war die Sorge, man könnte damit palästinensischen Klagen Tür und Tor öffnen und dem Friedensprozess schaden. Daher hat man sich in der Welt daran gewöhnt, sich nur auf die „palästinensische Nakba“ zu beziehen, die der UNRWA zufolge 600.000 palästinensische Flüchtlinge zur Folge hatte.

Die arabischen Regierungen legen Wert darauf, die palästinensischen Flüchtlinge in ihrer traurigen Lage zu belassen, und ermöglichen es ihnen nicht, sich in den jeweiligen Staaten dauerhaft niederzulassen oder gar einbürgern zu lassen, denn die vorherrschende Ideologie besagt, dass eine Verbesserung der Lage der Flüchtlinge Israel nutzen würde. Die arabischen Führer haben immer wieder die gesamte Verantwortung für die Entstehung des palästinensischen Flüchtlingsproblems Israel zugewiesen. Und Israel seinerseits hat keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, sich von dieser Schuldzuweisung zu befreien, auch wenn die UN-Resolution 194 von 1948 ihm keinerlei Verantwortung für das Flüchtlingsproblem zuweist.

Ein weiterer von den Arabern erhobener Vorwurf besagt, dass die Juden nicht aus den arabischen Staaten hätten fliehen müssen, da sie dort friedlich und in Ruhe hätten leben können. Wer das sagt, sollte sich einmal näher mit der Geschichte des Konflikts befassen.  Dann würde er entdecken, dass während der Debatten in der UNO 1947 über den Plan, der die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat vorsah- die Vertreter der arabischen Staaten (der Ägypter Heikal Pasha, der Iraker Fadal al-Jamali und Jamal Hussaini, der Führer der Delegation der palästinensischen Araber und andere) nicht nur verkündeten, die Teilungslinie werde „eine Linie aus Feuer und Blut“ sein, sondern auch erklärten, dass die Teilung Palästinas für die jüdischen Gemeinden der arabischen Länder eine Todesgefahr darstellen würde. Sofort nach der Annahme des Teilungsplans eröffneten die arabischen Armeen und arabische Banden in Palästina den Krieg gegen den jüdischen Yishuv, und gleichzeitig kam es zu Ausschreitungen gegen Juden in den arabischen Ländern.

Der Krieg der Araber brachte Tote, Zerstörungen und eine große menschliche Tragödie. 856.000 schutzlose Juden flohen um ihr Leben nach Israel und in andere Länder und ließen ihren Besitz und den ihrer Gemeinden zurück; und 650.000 Palästinenser verließen ihre Schießstände und ihre Häuser und gelangten in die arabischen Staaten. Es scheint also, als hätte sich zwischen dem Staat Israel und den arabischen Staaten ein Bevölkerungstausch ereignet, wie es ihn auch zwischen Indien und Pakistan gegeben hat. Doch die arabischen Länder unter Leitung der Arabischen Liga weigern sich, das anzuerkennen und eine humane Lösung für das Problem zu finden, das sie geschaffen haben.

Obwohl die humanitäre Dimension der Katastrophe der arabischen Juden größer war als das Ausmaß der arabischen Katastrophe, wird sie ignoriert. Zwar hat der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge die arabischen Juden 1957 als Flüchtlinge anerkannt, doch die UN-Vollversammlung hat nicht einen Beschluss zu ihren Gunsten verabschiedet. Im Gegensatz dazu hat sie mehr als 160 Beschlüsse und Erklärungen verabschiedet, die die palästinensischen Flüchtlinge unterstützen. Dieser einseitige Ansatz hat das Problem nicht gelöst und zu einer Verschärfung des israelisch-palästinensischen Konflikts geführt.

Es ist möglich, dass der Grund für das Ignorieren darin liegt, dass die arabischen Juden sich in Israel und anderen Staaten integriert haben- und ihre Lebensbedingungen in den Ma‘abarot (Übergangslagern für Einwanderer) verdrängt wurden. Die UN-Beschlüsse und die Milliarden Dollar, die die palästinensischen Flüchtlinge aus der internationalen Gemeinschaft erhalten haben, haben ihre Lage nicht verbessert; und sie leben weiterhin unter beschämenden Bedingungen.

Die Zeit ist gekommen, dass die arabischen Staaten die Realität anerkennen, die infolge ihres Krieges gegen Israel geschaffen wurde, und aufhören, sich selbst mit dem Märchen zu unterhalten, man könne das Rad der Geschichte zurück drehen. Sie sollten auch aufhören, das Lied vom „Recht auf Rückkehr“ der palästinensischen Flüchtlinge zu singen und nicht weiter vergebliche Illusionen in dieser Hinsicht zu nähren.

Im Rahmen einer Lösung für die Tragödie der Flüchtlinge im Nahen Osten- Palästinenser und Juden- muss Israel das ganze Bild präsentieren. Es muss eine gemeinsame Lösung der arabischen Staaten, Israels und der internationalen Gemeinschaft geben, die auf den Vorschlägen des US-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton aus dem Jahr 2000 beruhen sollte, einen internationalen Fond für die Entschädigung palästinensischer und jüdischer Flüchtlinge zu schaffen.

Im Konflikt im Nahen Osten haben nicht nur Palästinenser gelitten, sondern auch Juden. Für einen echten Frieden im Nahen Osten muss beiden Seiten Gerechtigkeit widerfahren.

Der Autor ist ehemaliger Botschafter und stellvertretender Generaldirektor im Außenministerium. (Haaretz, 08.09.12)

Konferenz „Justice for Jewish Refugees from Arab Countries“

Vize-Außenminister Danny Ayalon hat die internationale Konferenz „Justice for Jewish Refugees from Arab Countries“ eröffnet. Die Konferenz, die in Jerusalem stattfand, ist eine Initiative des Außenministeriums, des Ministeriums für Senioren und des Jüdischen Weltkongresses. Parlamentarier aus der ganzen Welt nahmen an der Konferenz teil.

In seiner Eröffnungsrede erklärte Ayalon, das Thema jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern werde in der kommenden Zeit im Außenministerium oberste Priorität haben.
„Seit dem Oslo-Abkommen haben israelische Regierungen nur über Zugeständnisse gesprochen. Die Zeit ist nun gekommen, über jüdische Rechte und Gerechtigkeit zu sprechen.“

Ayalon sprach auch über den politisch-juristischen Hintergrund, der die Basis für die Forderung nach internationaler Anerkennung der Rechte der jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern darstellt, wie beispielsweise die UN-Resolution 242, die sich auf alle Flüchtlinge, Juden und Araber, bezieht und die Verträge von Oslo, in denen US-Präsident Clinton das Thema eines gemeinsamen Entschädigungsfonds angesprochen hat.

Ayalon stellte auch die Kampagne „Ich bin ein Flüchtling“ auf Facebook vor, die das Außenministerium initiiert hat. (AM des Staates Israel)

Kampagne für jüdische Flüchtlinge

Die israelische Regierung will die Weltöffentlichkeit verstärkt auf das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern aufmerksam machen. Unter anderem soll dazu im September eine Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in New York stattfinden.

Das Außenministerium hat zusammen mit dem Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern und dem Jüdischen Weltkongress seine Kampagne zu dem Thema verstärkt. Gegenüber der Tageszeitung „Jerusalem Post“ teilte Israels stellvertretender Außenminister Danny Ajalon mit, die Regierung plane einen nationalen Tag der Anerkennung der jüdischen Flüchtlinge. Im September habe sie bei den Vereinten Nationen in New York eine Medien-Veranstaltung zu dem Thema geplant. Außerdem solle es ebenfalls im September eine internationale Konferenz mit dem Titel „Gerechtigkeit für jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern“ geben.

Zudem soll ein Museum gebaut werden, das die historischen Ereignisse dokumentiert. Dafür würden im Rahmen des Projektes „Ich bin ein Flüchtling“ derzeit Aussagen und Dokumente von Tausenden Zeitzeugen gesammelt. Flüchtlinge und ihre Nachkommen seien ermutigt, ihre Geschichten zu erzählen, damit ein ähnliches Archiv geschaffen werden könne, wie für die Opfer des Holocaust in der Jerusalemer Gedenkstätte „Yad Vashem“.

Dokumentation gestaltet sich schwierig

Mit der Dokumentation ist das Ministerium für die Angelegenheiten von Rentnern betraut worden. Wie die stellvertretende Ministerin Lea Nass erklärte, gestalte sich die Aufgabe jedoch schwierig: „Das jüdische Volk hat seinen Besitz, seine Geschichten und seine Geschichte hinter sich gelassen. Es ist in unserer Religion wichtig, zuerst die Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte ist verschwunden, und wenn wir diese Menschen treffen, dann empfinden sie großen Schmerz darüber, dass sie noch nicht erzählt wurde.“ Bislang habe ihr Ministerium rund 20.000 entsprechende Dokumente digitalisiert.

„Kampagne kein Friedenshindernis“

Ajalon wies unterdessen arabische Vorwürfe zurück, die Kampagne sei ein Hindernis für den Frieden. „Sie sagen sowieso jetzt schon, dass wir nicht für den Frieden bereit sind. Aber das ist kein Grund, nicht das zu tun, was für Hunderttausende Menschen gerecht und richtig ist“, so Ajalon. Die israelisch-palästinensischen Verhandlungen seien die richtige Adresse, um die Angelegenheit zu thematisieren. Er erinnerte an ein Gesetz, das im Februar 2010 erlassen wurde. Dieses ermöglicht es jüdischen Flüchtlingen, Entschädigungsansprüche gegen arabische Staaten zu stellen, da sie in den meisten Fällen gezwungen waren, ihren Besitz in den Ländern zurückzulassen. Zudem könnte bei Friedensverhandlungen in Zukunft von einem „Bevölkerungsaustausch“ durch die jüdischen und palästinensischen Flüchtlinge gesprochen werden.

Vor und nach der Staatsgründung Israels wurden mehr als 900.000 Juden aus arabischen Staaten und dem Iran vertrieben. 1948 flohen rund 700.000 Araber aus dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina oder wurden vertrieben.  inn

Antike Streichhölzer entdeckt

Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem haben die Theorie aufgestellt, dass es sich bei den kleinen zylindrischen Ton-Stäben, die in den vergangenen Jahrzehnten in Nordisrael entdeckt wurden, um die frühsten bisher bekannten Streichhölzer handelt.
Die Funde werden auf etwa 6.400 v.d.Z. datiert und wurden bisher für Phallus-Symbole gehalten, die dem Glauben der Forscher nach zu Kultzwecken angefertigt worden worden.

Die Forschungsgruppe, die diese Theorie nun in Frage gestellt hat, wird von Professorin Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität geleitet. Goren-Inbar erforscht bereits seit langem den historischen Gebrauch von Feuer. Die Wissenschaft weiß viel darüber, wie früh Menschen und ihre Vorfahren bereits mit Feuer hantiert haben. Bei Ausgrabungen in den Golanhöhen wurden Hinweise auf Feuerstellen entdeckt, die etwa 750.000 Jahre alt waren und damit die ältesten Funde von domestiziertem Feuer in Euroasien darstellen.
Doch wie das Feuer entzündet wurde, darauf gab es bisher keine Antwort. Goren-Inbar sah die Stäbe in einer Ausstellung, wo sie als phallische Kultgegenstände präsentiert wurden. „Ich habe sie betrachtet und gesehen, dass sie auch eine andere Bedeutung haben könnten“, erklärt sie. Ihre Expertise in Feuergebrauch führte sie zur neuen Theorie. Feuerbohrer sind etwa von Aborigine-Kulturen in Australien, den Ureinwohnern Amerikas und sogar aus dem Alten Ägypten bekannt. Doch ein älteres Zeugnis dieser Technik war bisher noch nicht entdeckt worden. Bei der Betrachtung der Stäbchen unter dem Mikroskop fanden die Forscher Reibungsspuren, die ihre Theorie untermauern.

Wie es zu der Fehlinterpretation kommen konnte? „Alles, was lang und dünn ist, wird erst einmal als Phallus gesehen“, so Professor Yossi Garfinkel, der sich als erstes mit den Stäbchen beschäftigt hatte. „Unter Archäologen gibt es den Witz, dass alles, was man sich nicht erklären kann, als Kult interpretiert wird. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür“, fügt er selbstironisch hinzu.        Haaretz

Goldschatz von Kreuzfahrern gefunden

Ein Goldlager- eines der größten, das je in Israel gefunden wurde- wurde bei Ausgrabungen im Nationalpark Apollonia in der Nähe von Herzliya entdeckt, wie die Leiter des archäologischen Projekts bekannt gaben.

Der 400-Gramm-schwere Goldschatz hat einen geschätzten Wert von über 100.000 US-Dollar (ca. 81.500 Euro). Er wurde von einem gemeinsamen Team der Universität Tel Aviv und der Nationalpark-Behörde freigelegt.

Die Ausgrabungen begannen vor drei Jahren im Rahmen der Arbeiten, die den Abbruch der Klippe verhindern sollten, auf dem sich die Kreuzfahrer-Festung im Appolonia-Park befindet.

Die Forscher nehmen an, einer der Anführer der Festung könnte den Schatz versteckt haben, um ein Auffinden durch die muslimischen Eroberer zu verhindern, vielleicht in der Hoffnung, ihn eines Tages wiederzubekommen.  Haaretz

Mosaik und Inschrift aus dem 4. Jahrhundert entdeckt

Bei Ausgrabungen im Gelände des 1945 gegründeten Kibbutz Hukuk, wenige Kilometer westlich von Kapernaum und Magdala, haben Archäologen der „University of North Carolina“ und der israelischen Altertumsbehörde eine monumentale Synagoge aus dem 4. Jahrhundert freigelegt. Der Name Hukuk wird schon in der Bibel erwähnt.

Der Fußboden der Synagoge ist mit einem farbenfrohen Mosaik mit kleinen Steinchen bester Qualität geschmückt. Abgebildet ist Samson, wie er an den Schwänzen von Füchsen Fackeln befestigt. Im biblischen Buch Richter 15 wird erzählt: „Samson ging weg und fing 300 Füchse. Danach nahm er Fackeln, band je zwei Füchse an den Schwänzen zusammen und befestigte eine Fackel in die Mitte zwischen zwei Schwänzen. Er zündete die Fackeln an und ließ die Füchse in die Getreidefelder der Philister laufen. So verbrannte er die Garben und das noch stehende Korn, ebenso die Weingärten und die Ölbäume.“ Das war Samsons Rache, nachdem er erfahren hatte, dass seine Frau während seiner Abwesenheit mit einem Philister verheiratet worden war. Diese biblische Geschichte hat auch heute, im Zeitalter des Internet, höchste Aktualität. Das Logo des beliebten Browsers „Firefox“ ist einem Fuchs mit brennendem Schwanz nachempfunden.

Auf dem bisher freigelegten Mosaikboden wurde auch ein rundes Medaillon mit einem sehr expressiven Frauengesicht und einer hebräischen Inschrift gefunden. Da wird jedem Lohn versprochen, der spendet und gute Taten tut. „Dieser Fund ist von besonderer Bedeutung, weil biblische Motive nur in wenigen Synagogen der spätrömischen Zeit verwendet worden sind”, sagt Jodi Magness, Professorin für religiöse Studien. Bisher wurden Abbildungen des biblischen Samson nur auf zwei anderen Mosaiken gefunden. Die Palästinenser, die sich gelegentlich als Nachfahren der Philister darstellen, betrachten Samson als den ersten „Selbstmordattentäter“ der Geschichte, weil er Philister und sich selber tötete, indem er mit übermenschlicher Kraft Säulen eines Tempels auseinander schob und so den Tempel einstürzen ließ.

Die künstlerisch ausgezeichnete Ausführung des Mosaiks mit besonders kleinen farbigen Steinchen sowie die großen Steine für den Bau der Synagoge bezeugen nach Angaben von Magness, dass das Dorf Hukuk vor 1.600 Jahren sehr wohlhabend gewesen war.

Der israelische Ausgräber David Amit hofft, in der kommenden Grabungssaison im nächsten Jahr das Mosaik vollständig freilegen zu können. Er rechnet damit, weitere Medaillons und hebräische „Grüße von damals“, also Inschriften, zu finden.

Nahe der Synagoge gibt es ein heiliges Grab, das gemäß arabischer und jüdischer Tradition als Grab des biblischen Propheten Habakuk gilt.  inn/U.W. Sahm

Sechs-Tage-Krieg: Israelis und Jordanier gedenken gemeinsam

Sechs-Tage-Krieg, 7. Juni 1967 – Kurz nach der Eroberung von Jerusalem schreiten Verteidigungminister Moshe Dayan (mi.), Generalstabschef Yitzhak Rabin (re), und Jerusalem-Kommandant Uzi Narkis durch das Löwentor in die Alstadt von Jerusalem. Foto: Ilan Bruner/GPO

Vor den Medien verborgen kam es Ende Juni zu einer historischen Begegnung zwischen Israelis und Jordaniern: Kriegsveteranen aus beiden Ländern, die im Sechs-Tage-Krieg 1967 gegeneinander gekämpft hatten, trafen sich in Jerusalem. Sie zollten sich gegenseitig Respekt und gedachten ihrer gefallenen Kameraden.

Während des zweitägigen Treffens besuchten die Kriegsveteranen das damals umkämpfte Gebiet in Jerusalem. Gemeinsam nahmen sie an einer Gedenkfeier auf dem „Ammunition Hill“ („Munitionshügel“) teil. Der Hügel gilt als Symbol für die Befreiung und Wiedervereinigung Jerusalems im Sechs-Tage-Krieg. Am zweiten Tag des Krieges hatten israelische Fallschirmspringer zwei jordanische Infanteriekompanien angegriffen, die den Hügel bewachten. Nach vier Stunden langen und schweren Kämpfen, mit 36 getöteten Israelis und 71 Toten auf jordanischer Seite, hatten die Israelis die Kontrolle übernommen.

Während der Gedenkveranstaltung rezitierte der israelische Nationaldichter Haim Gouri, der 1967 selbst Kommandeur war, sein Gedicht „Hier liegen unsere Körper“. Der jordanische Kommandeur der Kompanien, die den Hügel verteidigt hatten, verlas die Namen der gefallenen Jordanier. Die Namen der getöteten Israelis verlas der stellvertretende Kommandeur des Bataillons, das den Hügel angegriffen hatte. Laut der Tageszeitung „Ha‘aretz“ war es die erste offizielle Gedenkveranstaltung überhaupt, in der die Namen von gefallenen Soldaten aus Israel und einem arabischen Land gemeinsam verlesen wurden.  inn

Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972

Vor 40 Jahren überfielen palästinensische Terroristen die …

München (ots) – Am 5. September 1972 schockierte die Nachricht von der Geiselnahme eines Teils der israelischen Olympiamannschaft durch Terroristen die Welt. In seiner deutschen Eigenproduktion „Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972“ schildert THE BIOGRAPHY CHANNEL nun erstmals die Geschichte derer, die den Anschlag nur knapp überlebten. Sieben ehemalige israelische Olympioniken kehrten für die Dreharbeiten zum ersten Mal als Team nach München zurück.

Am elften Tag wurden die bis dahin so friedlichen Olympischen Spiele in München durch den Anschlag palästinensischer Terroristen überschattet. Die dramatischen Ereignisse, bei denen elf Geiseln, ein deutscher Polizeibeamter und fünf der Attentäter ums Leben kamen, wurden vielfach in Film und Dokumentationen rekonstruiert. BIO erzählt erstmals ausführlich die Geschichte derjenigen israelischen Sportler, die damals vor Ort waren und den Attentätern nur knapp entkamen. Die Dokumentation „Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972“ berichtet in der Weltpremiere am 7. Juli 2012 um 20 Uhr auf BIO aus der Perspektive dieser Sportler, die bisher kaum wahrgenommen wurden. Wiederholt wird die Sendung am 21. Juli im Vorfeld der Olympischen Spiele in London und zum Jahrestag des Attentats am 5. September, jeweils um 20 Uhr.

„Wir waren wie eine große Familie und der größte Teil der Familie wurde getötet“, fasst Henry Hershkovitz die Gefühle der ehemaligen Sportler zusammen. Voller Optimismus waren sie nach München gereist, es war ein besonderes Erlebnis vor allem auch für Professor Dr. Shaul Paul Ladany, der als Kind das Konzentrationslager von Bergen-Belsen überlebt hatte. Die Freude über die fröhlichen Spiele fand mit dem Attentat jedoch ein jähes Ende. Mit den Särgen ihrer getöteten Kameraden flogen die Überlebenden zurück nach Israel. Die Dokumentation stellt die Erzählungen von sieben der Überlebenden in den Mittelpunkt. Welche Gefühle bewegen sie noch heute – Rache, Schuld, Erleichterung? Was empfanden sie, als die Spiele mit den berühmten Worten „the games must go on“ fortgesetzt wurden? Wie wurden sie in Israel empfangen und welche Auswirkungen hatte das Attentat auf ihre sportliche Karriere und ihr Leben? Fesselnd, packend und emotional berichten sie in der Dokumentation über bestehende Ängste, Schuldgefühle und die Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses. Ergänzt durch seltenes Archivmaterial und Privataufnahmen der israelischen Teammitglieder zeichnet die Dokumentation ein intimes Bild derjenigen, die den Schrecken am eigenen Leib erlebten: Dan Alon, Henry Hershkovitz, Shaul Paul Ladany, Avraham Melamed, Zelig Shtorch, Gad Tsabary, Yehuda Weinstain (in alphabetischer Reihenfolge). Untermalt werden die packenden Aussagen von Musik, die der österreichische Musikproduzent Robert Ponger exklusiv arrangierte. Ponger ist vor allem durch die Entdeckung des Popstars Falco bekannt.

Parallel zur Erstausstrahlung auf THE BIOGRAPHY CHANNEL wird die Dokumentation auf den Schwestersendern HISTORY und HISTORY HD am 7. Juli um 20 Uhr ausgestrahlt. Auf HISTORY wird sie am 2. September um 21.30 Uhr wiederholt.

Verantwortlich für die Produktion ist Emanuel Rotstein, Autor und Director of Production von THE BIOGRAPHY CHANNEL und HISTORY. Gemeinsam mit seinem Team suchte er 40 Jahre nach den dramatischen Ereignissen die Männer, deren olympischer Traum in der Nacht des 5. September 1972 ein jähes Ende fand. „Ihre Geschichte hat bisher noch niemand detailliert erzählt, diese Männer waren aus der Erinnerungskultur praktisch ausgeblendet“, erklärte Emanuel Rotstein. „Wir geben unseren Protagonisten Zeit und Raum, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. „Informativ, authentisch und emotional. Nur so kann und wird Pay-TV eine ernsthafte Alternative zu Öffentlich-Rechtlichen und Privaten Fernsehstationen“, ergänzte Dr. Andreas Weinek, Geschäftsführer von THE BIOGRAPHY CHANNEL. Mit der Dokumentation „Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972“ setzt BIO seine deutschen Eigenproduktionen fort. Allein 2011 hatte der Sender mehr als 22 Programme für den deutschsprachigen Markt selbst produziert und ausgestrahlt.

THE HISTORY CHANNEL
Sendung: Sa, 07.07.2012 | 20:00 | Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972 | Dokumentation

Waffenlager im Toten Meer entdeckt

Schatten der Vergangenheit: Der sinkende Wasserspiegel des Toten Meeres hat zahlreiche alte Waffen und Militärausrüstung ans Tageslicht befördert. Dank des Salzgehaltes sind sie gut erhalten. Nach einer Untersuchung der israelischen Armee handelt es sich um deutsche Waffen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Die Zahl der am nördlichen Ufer des Toten Meeres gefundenen Waffen gehe in die Tausende, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“: Granaten, Kugeln, Gewehre, Pistolen, Sprengsätze und alte Funkgeräte. Bereits vor einigen Jahren hätten Touristen verdächtige Munition gefunden, die aus dem Wasser auftauchte. Daraufhin begann das Ingenieur-Corps der israelischen Streitkräfte mit der Untersuchung der Funde, die nun abgeschlossen sei.

Offenbar handelt es sich um Waffen aus dem Ersten Weltkrieg, vermutet Oberst Jaron Beit-On. Auf einigen Waffen befänden sich Prägungen mit dem Herstellungsjahr 1895. „Unsere Untersuchungen zeigten, dass ein deutsches Regiment während dieser Zeit am nördlichen Toten Meer stationiert war.“ An der Seite der Türken hätten die Deutschen in dem Gebiet gegen die Briten gekämpft.
„Wir glauben, dass sie ihre Waffen im Toten Meer zurückgelassen haben, nachdem sie verloren hatten und gezwungen waren, nach Europa zurückzukehren. Vermutlich sind sie mit Booten auf das Tote Meer gefahren und haben die Granaten, Gewehre und den Rest der Waffen in gleichen Abständen versenkt.“

Die Waffen seien dank des Salzgehaltes so gut erhalten, dass sie immer noch explodieren könnten. Der Meeresspiegel sei in den vergangenen Jahren um Dutzende Meter gesunken, erklärt Oberstleutnant Hezi Revivo. Aus diesem Grund habe man mithilfe der Unterwasserstreitkräfte zunächst die Waffen unter Wasser sprengen lassen. Auch der Rest der Waffen wurde in die Luft gejagt oder soll auf andere Weise vernichtet werden.

Einige der Waffen hat das Zentralkommando der israelischen Armee jedoch als Andenken behalten. „Vielleicht schicken wir der deutschen Militärvertretung in Israel Bilder von den Waffen, um unsere Annahme bestätigen zu lassen“, meinte Beit-On.

Archäologische Fundgrube Israel

Unterirdisches Reservoir in Ramla aus dem 18. Jahrhundert, Ministry of Tourism

Auf der Suche nach biblischen Beweisen graben Archäologen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Grabungen wurden aber vor allem seit der Staatsgründung 1948 in großem Maße vorangetrieben. Allein im Dezember 2011 wurde beispielsweise  in der Nähe der Klagemauer ein seltenes zweitausend Jahre altes Tonsiegel gefunden, eines der wichtigsten Artefakte aus der zweiten Tempelperiode. Die israelische Antiquitätenbehörde (IAA) fand in derselben Zeit auch die Überreste eines byzantinischen Badehauses, als ein neues Wasserversorgungssystem in den judäischen Küstenhügeln gelegt wurde.

Diese Funde machen oft Schlagzeilen: Ende 2011 publizierten Forscher der Universität Tel Aviv den Fund menschlicher Zähne in einer Höhle bei Tel Aviv, welche auf den afrikanischen Homo Sapiens vor 200.000 Jahren zu datieren sind und somit zur Forschung über die menschliche Evolution beitragen. Andere Funde in einem jüdischen Dorf von 135 v.Z  waren 264 identische Goldmünzen des letzten byzantinischen Eroberers, der in Jerusalem herrschte, sowie ein römisches Legionslager aus dem 2. Jahrhundert, ein Dorf aus dem 12. Jahrhundert und byzantinische Klöster. 2009 fanden israelische Archäologen in Migdal die älteste Darstellung der Menorah, eine Schnitzerei von vor 2000 Jahren.

Jon Seligman, Leiter der IAA kann nur lachen, wenn er die wichtigsten Funde der letzten 64 Jahre nennen soll: „Die Archäologie in diesem Land wurde revolutioniert in den über 60 Jahren des Staates“, sagt er. Eine komplette Liste von Ausgrabungsstätten umfasst 70 Orte, die nach Abschluss der Arbeiten oft zu Nationalpärken wurden. Die wichtigsten sind die folgenden:

  • Masada: die beeindruckende Festung von Herodes dem Großen mit Blick aufs Tote Meer (eines der wichtigsten Touristenziele Israels aufgrund der dramatischen Rolle in der Geschichte der jüdischen Widerstands gegen das römische Imperium) v.Z eine stark befestigte Stadt von Mauern umgeben befand.
  • Beit Guvrin-Maresha: mit den Jahrtausenden alten, wertvollen Gruben, Gräbern, Lagerräumen, industriellen Anlagen, Verstecken und Taubenschlägen.
  • Ashkelon: der älteste und größte Hafen in Israel, der ein blühendes Handelszentrum während der Römerzeit darstellte.
  • Davidstadt: der Nukleus des antiken Jerusalem, die westliche und südliche Mauern, die den Tempelberg umgaben.

Die IAA überwacht etwa 300 jährliche Grabungen und ist für ca. 95% der archäologischen Arbeiten in Israel zuständig. Sie bieten auch einen fünfmonatigen englischen Einführungskurs an.

Graben, Entdecken und Analysieren ist Teil eines sorgfältigen Prozesses. Seligman betont: „wir müssen nicht nur auf das achten, was wir ausgraben, sondern auch das, was wir nicht tun. Wir machen nur das notwendige Minimum, denn Ausgraben ist ein destruktiver Prozess und wir müssen an das denken, was wir den künftigen Generationen überlassen“. Normalerweise wird das Material an den Stätten im natürlichen Umfeld belassen. Ins Museum gebracht werden Dinge nur, wenn es keine Alternativen gibt.

Israels Unabhängigkeitserklärung

„Im Land Israel entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig, Hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.

Durch Gewalt vertrieben, blieb das jüdische Volk auch in der Verbannung seiner Heimat in Treue verbunden. Nie wich seine Hoffnung. Nie verstummte sein Gebet um Heimkehr und Freiheit.

Beseelt von der Kraft der Geschichte und der Überlieferung, suchten Juden aller Generationen in ihrem alten Lande wieder Fuß zu fassen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte kamen sie in großen Scharen. Pioniere, Verteidiger und Einwanderer, die trotz der Blockade den Weg in das Land unternahmen, erweckten Einöden zur Blüte, belebten aufs neue die hebräische Sprache, bauten Dörfer und Städte und errichteten eine stets wachsende Gemeinschaft mit eigener Wirtschaft und Kultur, die nach Frieden strebte, aber sich auch zu schützen wusste, die allen im Lande die Segnungen des Fortschritts brachte und sich vollkommene Unabhängigkeit zum Ziel setzte.

Im Jahre 1897 trat der erste Zionistenkongress zusammen. Er folgte dem Rufe Dr. Theodor Herzels, dem Seher des jüdischen Staates, und verkündete das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Erneuerung in seinem Lande. Dieses Recht wurde am 2. November 1917 in der Balfour-Deklaration anerkannt und auch durch das Völkerbundmandats bestätigt, das der historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit dem Lande Israel und seinem Anspruch auf die Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte internationale Geltung verschaffte.

Die Katastrophe, die in unserer Zeit über das jüdische Volk hereinbrach und in Europa Millionen von Juden vernichtete, bewies unwiderleglich aufs Neue, dass das Problem der jüdischen Heimatlosigkeit durch die Wiederherstellung des jüdischen Staates im Lande Israel gelöst werden muss, in einem Staat, dessen Pforten jedem Juden offenstehen, und der dem jüdischen Volk den Rang einer gleichberechtigten Nation in der Völkerfamilie sichert.

Die Überlebenden des schrecklichen Nazigemetzels in Europa sowie Juden anderer Länder scheuten weder Mühsal noch Gefahren, um nach dem Lande Israel aufzubrechen und ihr Recht auf ein Dasein in Würde und Freiheit und ein Leben redlicher Arbeit in der Heimat durchzusetzen.

Im Zweiten Weltkrieg leistete die jüdische Gemeinschaft im Lande Israel ihren vollen Beitrag zum Kampfe der frieden- und freiheitsliebenden Nationen gegen die Nazimächte der Finsternis. Mit dem Blute ihrer Soldaten und ihrem Einsatz für den Sieg erwarb sie das Recht auf Mitwirkung bei der Gründung der Vereinten Nationen.

Am 29. November 1947 fasste die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss, der die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel forderte. Sie rief die Bewohner des Landes auf, ihrerseits zur Durchführung dieses Beschlusses alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Die damalige Anerkennung der staatlichen Existenzberechtigung des jüdischen Volkes durch die Vereinten Nationen ist unwiderruflich.

Gleich allen anderen Völkern, ist es das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Geschichte unter eigener Hoheit selbst zu bestimmen.

Demzufolge haben wir, die Mitglieder des Nationalrates, als Vertreter der jüdischen Bevölkerung und der zionistischen Organisation, heute, am letzten Tage des britischen Mandats über Palästina, uns hier eingefunden und verkünden hiermit kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel – des Staates Israel.

Wir beschließen, dass vom Augenblick der Beendigung des Mandates, heute um Mitternacht, dem sechsten Tage des Monats Ijar des Jahres 5708, dem 15. Mai 1948, bis zur Amtsübernahme durch verfassungsgemäß zu bestimmende Staatsbehörden, doch nicht später als bis zum 1. Oktober 1948, der Nationalrat als vorläufiger Staatsrat und dessen ausführendes Organ, die Volksverwaltung, als zeitweilige Regierung des jüdischen Staates wirken sollen. Der Name des Staates lautet Israel.

Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen. Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben.

Der Staat Israel wird bereit sein, mit den Organen und Vertretern der Vereinten Nationen bei der Durchführung des Beschlusses vom 29. November 1947 zusammenzuwirken und sich um die Herstellung der gesamtpalästinensischen Wirtschaftseinheit bemühen.

Wir wenden uns an die Vereinten Nationen mit der Bitte, dem jüdischen Volk beim Aufbau seines Staates Hilfe zu leisten und den Staat Israel in die Völkerfamilie aufzunehmen.

Wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.

Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden den und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf.

Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.

Unser Ruf ergeht an das jüdische Volk in allen Ländern der Diaspora, uns auf dem Gebiete der Einwanderung und des Aufbaues zu helfen und uns im Streben nach der Erfüllung des Traumes von Generationen – der Erlösung Israels – beizustehen.

Mit Zuversicht auf den Fels Israels setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung, gegeben in der Sitzung des zeitweiligen Staatsrates auf dem Boden unserer Heimat in der Stadt Tel Aviv.

Heute am Vorabend des Schabbat, dem 5. Ijar 5708, 14. Mai 1948.“

 

Die Unterzeichner

David Ben-Gurion *1886 in Polen Jizchak Ben Zwi * 1884 in der Ukraine
Mordechai Bentov *1900 in Polen Daniel Auster *1893 in Galizien
Rabbi Zeev Gold *1889 in Polen Peretz Bernstein *1890 in Deutschland
Eliyahu Berligne *1866 in Russland Abraham Granovski *1890 in Bessarabien
Yitzchak Grünbaum *1879 in Polen Meir Grabovsky *1905 in Russland
Zerah Warhaftig *1906 in Russland Meir Vilner *1919 in Litauen
Eliyahu Dobkin *1898 in Russland Rabbi Kalman Kahana *1910 in Russland
Rachel Cohen *1888 in Russland Meir David Löwenstein *1901 in Dänemark
Herzl Vardi, *1903 in Litauen Rabbi Yitzchak Meir Levin *1894 in Polen
Saadia Kobashi *1904 im Yemen Nahum Nir *1884 in Polen
Golda Meir *1898 in der Ukraine Zvi Luria *1906 in Polen
David Zvi Pinkas *1895 in Ungarn Rabbi Yehuda Leib Fishmann *1875 in Bessarabien
Zvi Segal *1901 in Polen Eliezer Kaplan *1891 in Russland
Moshe Kol *1911 in Polen Aharon Zisling *1901 in Russland
David Remez *1886 in Russland Pinchas Rosen *1887 in Deutschland
Avraham Katznelson *1888 in Russland Benzion Sternberg *1895 in der Bukowina
Mordechai Shattner *1904 in Ungarn Berl Repetur *1902 in der Ukraine
Moshe Shapira *1902 in Polen Mosche Scharet *1894 in der Ukraine
Bechor Shalom Shitret *1895 in Tiberias/Israel.

„Noch lesen wir Aufrufe zum Judenmord in der Zeitung, nicht nur im Geschichtsbuch“

„An diesem Tag, wenn unsere ganze Nation sich versammelt, um der Schrecken der Shoah und der sechs Millionen Juden zu gedenken, die ermordet wurden, müssen wir unsere heiligste Verpflichtung erfüllen. Diese Verpflichtung ist nicht nur, sich an die Vergangenheit zu erinnern. Sie ist gleichzeitig auch eine Verpflichtung, die Lehren aus ihr zu ziehen und, noch wichtiger, sie auf die Gegenwart anzuwenden, um die Zukunft unseres Volkes zu gewährleisten. […]
Dies gilt besonders für diese Generation- eine Generation, die einmal mehr mit Rufen zur Auslöschung des jüdischen Staates konfrontiert ist.
Ich hoffe, dass der Staat Israel eines Tages mit allen Ländern und Völkern in unserer Region in Frieden leben wird. Eines Tages werden wir, so hoffe ich, über diese Aufrufe, die Juden zu vernichten, nur in den Geschichtsbüchern lesen und nicht in der Zeitung. Doch dieser Tag ist noch nicht gekommen.
Heute ruft das iranische Regime offen zu unserer Vernichtung auf und arbeitet entschieden daran, das wahr werden zu lassen.“
Ausschnitte aus Rede von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu/AM

Le Olam lo od – Nie wieder!

Yom HaShoah - Die Fahnen wehen auf Halbmast

Jom Haschoah – Holocaust-Gedenktag in Israel

Nach jüdischer Tradition beginnt der Tag mit Sonnenuntergang am 27. Nissan des jüdischen Kalenders und endet am folgenden Abend. Ursprünglich wurde als Datum der 14. Nissan vorgeschlagen, das Datum des Aufstandes im Warschauer Ghetto (19. April 1943), dies wurde aber schließlich verworfen, da dies nur einen Tag vor dem Pessach-Fest ist. Das jetzige Datum liegt genau acht Tage vor Jom haAtzma’ut, dem israelischen Unabhängigkeitstag.

Jom haScho’a wurde unter David Ben Gurion und Jitzchak Ben Tzwi 1951 eingeführt und 1959 per Gesetz verabschiedet. Seit 1989 werden im israelischen Parlament (in Kooperation mit Yad Vashem) unter dem Motto „Jeder Mensch hat einen Namen“ die Namen von Opfern der Judenvernichtung verlesen

Zur Eröffnungszeremonie am Abend werden sechs Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Der nächste Morgen beginnt mit Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Im gesamten Land heulen am 19. April 2012, um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die meisten Passanten bleiben schweigend stehen.

Während Jom haScho’a sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast.

Heute leben noch etwa 200.000 Überlebende des Holocaust in Israel, etwa 70.000 davon waren in Konzentrationslagern und Ghettos.

 

Holocaust-Überlebende in Israel arm und einsam

Durchschnittlich sterben in Israel jeden Tag 35 Holocaust-Überlebende. Das geht aus einer Studie der „Stiftung zum Wohle der Holocaust-Opfer in Israel“ hervor. Derzeit leben in Israel etwa 200.000 Juden, die einst den Holocaust überlebten. Im Jahr 2009 lag ihre Zahl noch bei rund 233.000.

Laut der von der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ veröffentlichten Studie sind mindestens 40 Prozent der Überlebenden einsam. Ebenso viele können sich nicht mehr allein um ihre alltäglichen Besorgungen kümmern. Nahezu ein Drittel der Holocaust-Überlebenden ist auf ständige Unterstützung angewiesen, basierend auf sozioökonomischen Kriterien.
Der Stiftung zufolge sei die finanzielle Hilfe für die Holocaust-Opfer in diesem Jahr um 120 Prozent gestiegen. Dennoch reiche das Geld nicht aus, um den Bedürfnissen all dieser Menschen zu entsprechen.

Der Untersuchung zufolge werden mindestens 12.000 dieser Israelis aus finanziellen Gründen ihre Wohnung nicht heizen können. Ronnie Kalinsky, Leiter der „Stiftung zum Wohle der Holocaust-Opfer in Israel“, sagte dazu: „Ein hungriger oder einsamer Holocaust-Überlebender am Vorabend des Pessach-Festes ist ein Versagen des Staates Israel.“ Kalinsky räumte ein, dass das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Holocaust-Opfer in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass dieses Bewusstsein auch Maßnahmen zur Folge habe, die es ermöglichten, den Betroffenen zu helfen. Er fügte hinzu: „Die jüngere Generation wird es uns nie vergeben, wenn wir es versäumen, für die ältere Generation zu sorgen, mit dem Respekt, den sie verdient. Ich fordere alle betreffenden Parteien dazu auf, angefangen beim Finanzminister und seinem Büro, alle notwendigen Maßnahmen sofort zu Verfügung zu stellen.“

„Juden-Hass ist tödliche Gefahr“

Autor Gottschlich warnt: Antisemitischer Virus kann in Österreich jederzeit ausbrechen

„Österreich hat eine antisemitische Immunschwäche“, sagt der Uni-Professor Maximilian Gottschlich. Im Interview mit NEWS spricht der Autor des neuen Buches „Die große Abneigung. Wie antisemitisch ist Österreich?“ zudem über den Amoklauf in Toulouse, Fehler von Bruno Kreisky und einen drohenden zweiten Holocaust.

http://www.news.at/articles/1212/510/322693/antisemitismus-juden-hass-gefahr

Schriftrollenfragmente in Afghanistan gefunden

In Samangan, Afghanistan, wo früher die Seidenstraße zwischen Asien und dem Nahen Osten sowie Europa verlief, fand man in einer Höhle 150 uralte Schriftrollenfragmente jüdischer Texte in Arabisch, Judeo-Arabisch und Altpersisch. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Fund von den verschollenen Stämmen Israels stammt. (Israel heute)

Ich blieb zurück

Karla Wolff
Erinnerungen an Breslau und Israel
Jüdische Miniaturen Bd. 119

Karla Wolff wird 1928 in Breslau als Tochter einer christlichen Mutter und eines jüdischen Vaters geboren. Zwischen 1933 und 1945 erlebt sie unmittelbar die Verfolgung und Ermordung der Breslauer Juden; ihr Vater studiert an der Kantorenschule in Berlin und ist zwischen 1941 und 1943 einer der Kantoren der Storch-Synagoge in Breslau. Als Aushilfskraft im Jüdischen Altenheim begleitet sie die zur Deportation bestimmten Menschen zu den Sammelstellen, arbeitet auf der Krankenstation für die noch in Breslau lebenden „Mischehen“ sowie auf dem Jüdischen Friedhof Cosel bei der Bestattung der Toten aus den umliegenden Zwangsarbeitslagern. In den letzten Monaten versteckt sie sich zusammen mit ihrem Vater bis zur Befreiung der Stadt. Karla Wolff verlässt Breslau 1945 und emigriert 1947 nach Palästina. Ihre Eltern wandern zunächst in die USA aus und kehren einige Jahre später nach Deutschland zurück. Der Vater amtiert über 20 Jahre als Kantor und Religionslehrer in Düsseldorf. Heute lebt Karla Wolff mit ihrem Mann in Naharija, Israel.

Bilder des Nationalen Bildarchivs frei zugänglich

Das Nationale Bildarchiv ist in weiten Teilen zur freien Verwendung freigegeben. Nutzer können 150.000 Fotografien einsehen und häufig auch herunterladen und weiterverwenden, ohne dabei das Copy-Right zu verletzen. „Wir begrüßen diesen Schritt, der der Öffentlichkeit Zugang zu Information und historischen Materialien gewährt“, so Itzik Edri, Sprecher von Wikimedia Israel. Es sei jedoch immer noch kompliziert herauszufinden, welche der Bilder tatsächlich für welche Verwendung freigegeben worden seien.

Das Finanzkomitee der Knesset wird in den folgenden Wochen diskutieren, ob alle Bilder freigegeben werden sollen. 100.000 US-Dollar verdient der Staat zurzeit jährlich durch Copy-Right-Einkünfte. „Darauf zu verzichten, wäre ein kleiner Preis für einen gigantischen Nutzen“, fasst Edri zusammen.

Das Nationale Fotoarchiv finden Sie hier: http://147.237.72.31/topsrch/defaulte.htm

Weitere Bilder für den freien Gebrauch gibt es außerdem auf der Seite des Tourismus-Ministeriums: http://gallery.tourism.gov.il/pages/main.aspx

Interessante historisch Dokumente und Fotografien stellt auch das National-Archiv online zur Verfügung: http://www.archives.gov.il/ArchiveGov_eng