PLO zwischen ISRAEL und HAMAS (Presseaussendung der ÖIG)

Die  Österreichisch-Israelische Gesellschaft (ÖIG) weist darauf hin, dass die Ankündigung Mahmud Abbas, sich mit der Hamas zu versöhnen, eine weitere Gefährdung der festgefahrenen Friedensverhandlungen mit Israel darstellen könnte.  Von Seiten der  Hamas, bzw. offiziellen Vertretern sind weder Aussagen noch Handlungen bekannt, sich von Theorie (vgl. Charta der Hamas 1988) und Praxis  des Terrors  zu distanzieren oder diesen zu unterbinden bzw. einen Frieden mit Israel auch nur anzudenken:

Eine Organisation, welche im Artikel 13 ihrer Charta  jegliche „friedliche Lösungen und  internationale Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage als sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung“ sieht und weiters wörtlich meint: . „… auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten“, bzw. „Initiativen, Vorschläge und Internationale Konferenzen als reine Zeitverschwendung“ ansieht und in ihrem Artikel 32 die „Protokolle der Weisen von Zion“  als Tatsachenbericht ansieht, kann mit dieser Einstellung keinen Verhandlungspartner, weder für Israel noch für die Internationale Staatengemeinschaft darstellen.

 

Die ÖIG apelliert daher an den Aussenminister Sebastian Kurz, der sich persönlich in den letzten Tagen in Jerusalem und Ramallah (aber nicht in Gaza) ein Bild der Lage verschaffen konnte, auf die PLO einzuwirken, dass die Terrororganisation HAMAS, vor einer Regierungsbeteiligung die minimalen Forderungen des internationalen Quartetts und der EU erfüllt: Gewaltverzicht, Anerkennung Israels und seiner Verträge mit der PLO .

(Österreichisch-Israelische Gesellschaft, Presseaussendung vom 25.04.2014)

Ansprache des Präsidenten des Staates Israel

anlässlich des Staatsbanketts, gegeben vom Bundespräsidenten der Republik Österreich, März 2014

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, lieber Heinz Fischer, sehr geehrte Frau Fischer, verehrte Gäste,

den Kaiserwalzer komponierte Johann Strauss Sohn zu Ehren eines Zusammentreffens zwischen zwei Staatsoberhäuptern; Anlass war der Besuch des österreichischen Kaisers Franz-Josef bei Kaiser Wilhelm II. in Deutschland. Weiterlesen

Anton Pelinka: ÖSTERREICH – ISRAEL

Vortrag, 1.Dezember 2013

Österreichisch-Israelische Gesellschaft

Die Beziehungen zwischen Israel und Österreich sind nicht so, wie die Beziehungen zwischen zwei annähernd gleich großen Staaten in relativ weit entfernten Regionen sein könnten. Die österreichisch-israelischen Beziehungen sind kompliziert – belastet von einer Geschichte, die höchst unterschiedlich interpretiert wird und aus der auch höchst unterschiedliche Konsequenzen gezogen werden. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten und, mehr noch, den beiden Gesellschaften – also den Menschen, die in den beiden Staaten leben – entsprechen nicht dem, was man einen „mainstream“ nennen könnte; einer Normalität, die zwischen Staaten herrscht, die miteinander keine unmittelbar brennenden Konflikte haben. Österreichs Beziehungen mit Neuseeland sind normal – Österreichs Beziehungen mit Israel und Israels Beziehungen mit Österreich sind in diesem Sinne nicht im „mainstream“.

Dass die Beziehungen – trotz aller diplomatischen Normalität – nicht normal sind, das hat seine guten und das hat seine schlechten Seiten. Gut ist, dass das Verbindende der Geschichte eine Verantwortlichkeit begründet, die nach langem, Jahrzehnte währendem Zögern auch von österreichischer Seite quasi offiziell akzeptiert wird.

Gut ist, dass die kulturellen Verbindungen, entstanden durch Emigration, Flucht und Vertreibung von Menschen aus Österreich weiter wirken – im Sinne kultureller, wissenschaftlicher, humanitärer, wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Schlecht ist, dass es einer auf den ersten Blick nicht nachvollziehbare Neigung zum Moralisieren gibt, von der die Beziehungen belastet werden. Und diese Neigung gibt es auf beiden Seiten – wenn sie auch auf der österreichischen Seite geradezu bizarre, höchst irrationale, politisch sehr unerfreuliche Aspekte angenommen hat.

Israel ist für Österreich kein normaler Staat. Israel ist der Staat, der ohne den Holocaust nicht vorstellbar wäre. Israel ist der Staat, der auch von Österreicherinnen und Österreichern mitgestaltet wurde. Dass diese auch und wesentlich vom Judenhass anderer Österreicherinnen und Österreicher vertrieben waren, begründet eine eigenartige Überreaktion von österreichischer Seite. Diese Überreaktion führt dazu, dass Israel, dass die israelische Gesellschaft und Politik an intellektuell unhaltbaren, intellektuell nicht nachvollziehbaren Maßstäben gemessen und moralisch beurteilt werden.

Wäre Israel für Österreich ein Normalstaat, dann wäre es selbstverständlich, dass konkrete Kritik an bestimmten Maßnahmen der israelischen Regierung oder an Befindlichkeiten der israelischen Gesellschaft sich nicht ständig um den Nachweis bemühen müssten, nicht von antijüdischen, antisemitischen Motiven geleitet zu sein. Und, vor allem: Wäre Israel für Österreich ein Staat wie alle anderen auch, würde dieser Staat von österreichischer Seite nicht mit einer beckmesserischen Peinlichkeit einer Kritik unterzogen werden, deren Maßstäbe für andere Staaten dieser Region, ja dieser Welt so nicht gelten.

Wäre Österreich für Israel ein Normalstaat, dann hätte die Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten, 1986, zu keinem diplomatischen Boykott führen müssen: Was kümmert es Israel, wer Präsident von Peru ist, welche moralisch-ethischen Schwachpunkte in der Vergangenheit dieses Präsidenten existieren, die zu kritisieren wären? Wäre Österreich für Israel ein Normalstaat, dann müsste die Einbindung einer rechtsextremen und fremdenfeindlichen Partei in die Regierung nicht der Anlass für eine abermalige diplomatische Eiszeit sein – wie zwischen 2000 und 2006. Wenn in Norwegen eine solche Partei den Regierungskurs mitbestimmt, dann reagiert Israel anders als wenn dies in Österreich der Fall ist.

Und das ist natürlich erklärbar. In der Geschichte Perus ist nichts von einer Verfolgung von Juden bekannt, einer Verfolgung, die zur Zeit des spanischen Kolonialreiches über die antijüdischen Maßnahmen der spanischen Könige hinausgegangen wäre oder die zu antijüdischen Maßnahmen im nachkolonialen Peru geführt hätte. Die Verfolgung, Beraubung, Vertreibung, Vernichtung des österreichischen Judentums erklärt die besondere Sensibilität Israels in Sachen Österreich. Und Norwegen? Das Land kann sich, anders als Österreich, auch heute überzeugend als Opfer des nationalsozialistischen Deutschland sehen – eine Sichtweise, die Österreich für seine Rolle zwischen 1938 und 1945 (vertreten durch Franz Vranitzky, Thomas Klestil und andere Repräsentanten) spät, aber doch aufgab, aufzugeben hatte.

Kritik an Israel ist legitim. Israel ist, gerade wenn man sich bemüht, Israel als Normalstaat zu sehen, nicht frei von Fehlentwicklungen; Israel steht nicht über der internationalen Kritik. Aber in Österreich wird Israel an Maßstäben gemessen, die nur für Israel zu gelten scheinen. Demokratiedefizite in Israel?  Darüber kann, darüber muss gesprochen werden. Aber dann muss auch erwähnt werden, dass arabische Bürgerinnen und Bürger des Staates Israel – etwa in Nazareth – mehr demokratische Freiheiten genießen können als in fast allen anderen Staaten des arabischen Raumes. Die durchaus problematische Besatzungspolitik Israels auf der Westbank, die vor allem als Hindernis auf dem Weg zu einer Zweistaatenlösung kritisiert werden kann und wohl auch kritisiert werden soll? Aber wie steht es mit einer kritischen Betrachtung der skandalösen Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien? Und: Gewaltsame Übergriffe israelischer Organe in den besetzten Gebieten und Militärschläge gegen den Gaza-Streifen? Bei einer kritischen Analyse wird in einer nicht zufälligen Art und Weise gerne ignoriert, dass die mit Abstand größte Zahl der Gewaltopfer im Nahen Osten Menschen arabischer Identität sind, die von Arabern getötet werden.

Der Frieden im Nahen Osten wird vor allem und zuallererst von einer mörderischen Gewalt zwischen Arabern verletzt – und das nicht erst seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien. Doch tote Araber werden nur zu oft erst dann zum Skandal, wenn ihr Tod Juden zugeschrieben werden kann – wie auch tote Muslime dann zum großen Thema werden, wenn die Verantwortung bei „den Amerikanern“ liegt.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für diese intellektuell und auch moralisch skandalöse Einseitigkeit lieferte vor einigen Jahren der Wiener Gemeinderat, als er die Toten auf den für Gaza bestimmten Schiffe – deren Tod bei einer nüchtern-kritischen Betrachtung durchaus einer verfehlen israelischen Taktik zugeschrieben werden muss – zum Anlass nahm, sich weltpolitisch zu profilieren. Der Wiener Gemeinderat, zu dessen Kompetenzen die Weltpolitik ausdrücklich nicht zählt, verurteile Israel – einstimmig, mit den Stimmen aller Parteien. Als ungefähr zur selben Zeit die nordkoreanischen Streitkräfte ein südkoreanisches

Schiff versenkten und jedenfalls mehr Menschen ums Leben kam als beim Angriff auf die Schiffe vor Gaza, da dachte niemand im Wiener Gemeinderat daran, eine weltpolitische Kompetenz zu beanspruchen. Weltpolitik macht der Wiener Gemeinderat nur, wenn es um Israel geht; und zwar dann, wenn es gegen Israel geht.

Woher kommt aber die Neigung – nicht nur, aber auch von österreichischer Seite – mit einer rational zunächst nichterklärbaren Einseitigkeit die Schuld für alles und jedes immer bei Israel zu suchen? Als katholisch sozialisiertem Menschen fällt mir hier natürlich zuerst ein: „schlechtes Gewissen“. Dass auch und gerade Menschen Israel an ganz spezifischen Standards messen, die nur für den Staat der Juden gelten; Menschen, die nie daran dächten, den Holocaust zu leugnen; auch und gerade Österreicherinnen und Österreicher, die Kurt Waldheim wegen seiner zwielichtigen Rolle im Nationalsozialismus als Bundespräsidenten ablehnten; politisch Interessiere, die sich energisch und schließlich erfolgreich gegen die ursprüngliche Haltung der Zweiten Republik zur Wehr setzten, Österreich als „erstes Opfer“ von jeder Verantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes freizusprechen – dass also hierzulande gerade Menschen, die sich für aufgeklärt und fortschrittlich, für international solidarisch halten, Boykottaufrufe unterstützen, die sich gegen Israel richten – ohne jemals daran zu denken, analoge Aufrufe gegen die Volksrepublik China oder die Vereinigten Arabischen Emirate in die Wege zu leiten: Dieser „double standard“ gibt natürlich zu denken.

Es gibt den alten, bitteren Scherz, dass „die“ Deutschen oder „die“ Österreicher „den“ Juden und speziell dem jüdischen Staat den Holocaust nie verzeihen werden. Dieser böse Scherz beinhaltet eine tiefe Einsicht: Die Schuld, die – vermeintlich – auch auf den Generationen der Nach- und der Nach-Nachgeborenen lastet, die ist zu groß. Das „Israel Bashing“, das einseitige Einschlagen auf Israel, ist eine Form des Abreagierens. Zu schwer lastet das Schuldgefühl auf so vielen, als dass sie nicht der Versuchung erlegen würden, eine irgendwie doch analoge Schuld bei denen zu suchen, die das jüdische Opfernarrativ lebendig halten.

Ist angesichts der verkrampften, der neurotischen, der irrationalen Entwicklungen im österreichisch-israelischen Verhältnis so etwas wie Optimismus möglich? Ja, unter gewissen Voraussetzungen, die vielleicht eintreten können, wenn den Nach-Nachgeborenen noch ein, zwei weitere Generationen folgen. Zu den Voraussetzungen zählt insbesondere, sich vom kollektiven Schulddenken zu befreien, vor allem dann, wenn es über Generationen vererbt wird. Schuld ist eine individuelle Kategorie. Kollektivschuld ist ein gefährlicher Nonsens, der über zwei Jahrtausende den christlich begründeten Judenhass begleitete. Schuld am Judenmord sind nicht „die Deutschen“ und nicht „die Österreicher“. Schuld hat keine Gesellschaft und auch keine ganze Generation. Eine Gesellschaft und eine Generation, die haben Verantwortung zu übernehmen.

Die Befreiung von einem kollektiven, Generationen übergreifenden Schulddenken würde auch die Neigung abbauen helfen, im Staat der Juden ein Ideal sehen zu wollen; und dann, wenn dieses Ideal, diese Perfektion nicht erreicht sind, dies als speziellen Vorwurf gegen Israel zu richten: Seht her, die Juden haben die Lektion nicht gelernt, die aus der Geschichte abzuleiten ist. Und da fließt etwas ein, was wieder einem anderen bösen Scherz gleicht: Warum sollen ausgerechnet und zuallererst die Juden in die Pflicht genommen werden, besondere Lehren aus dem Holocaust zu ziehen – warum die Juden und nicht die Radfahrer, oder – umgelegt auf unser Thema – die Österreicher oder die Europäer insgesamt?

Österreich hat eine Verantwortung: Verantwortung für die Beziehungen zu einem Staat, der nur deshalb und auch nur deshalb in diesem Raum existiert, weil der Antisemitismus die Assimilationsbereitschaft des europäischen Judentums nicht belohnt, sondern bestraft hat. Die Erfahrungen des Österreichers Theodor Herzl, der zum Zionisten wurde, weil er – am Beispiel des Dreyfus- Prozesses und anderer Fälle – die Erfahrung machen musste, dass sich der von seiner religiösen zu einer säkularen Dimension wandelnde Antisemitismus die Juden zwingt, anders zu sein; den Juden ein spezielles Anderssein aufzwingt, der sie – wie Dreyfus, der französische Offizier; wie Herzl, der österreichische Journalist – zu überwinden versucht hatten. Österreich hat, wie Europa, eine Verantwortung für das, was Jean Paul Sartre in seinem brillanten Essay beschrieben und analysiert hat: Es ist der Antisemitismus, der den Juden eine jüdische Identität jenseits ihres Religionsbekenntnisses gibt; es ist der Antisemitismus, der aus Juden eine Rasse konstruiert hat; und es ist der Antisemitismus, der zu Israel geführt hat – weil der europäische, weil der österreichische Antisemitismus zwingend einen Bedarf nach einem Fluchtland, nach einem Judenstaat hervorbringen musste.

In diesem Sinne gibt es eine europäische, gibt es eine österreichische Verantwortung für Israel. In diesem Sinne ist es aber auch falsch, ist es kontraproduktiv, auf Israel ein Perfektions- oder auch nur ein Wunschdenken zu projizieren. Israel ist grundsätzlich ein Staat wie andere auch – mit Erfolgen und Misserfolgen. Israel ist nicht perfekt – wie jede und jeder weiß, der die innerisraelischen Diskurse mitverfolgt: zwischen religiösen und säkularen, zwischen askenasischen und sephardischen Israelis, zwischen israelischen Feministinnen und israelischen Machos, ja, und auch zwischen jüdischen und arabischen Israelis. Israel ist pluralistisch und bunt und voll von Widersprüchen – Israel ist eben lebendig.

Unsinnig und gefährlich ist es, von den Nachfahren der Holocaust-Überlebenden zu erwarten, dass sie in besonderer Weise die Lehren des Menschheitsverbrechens, das Yehuda Bauer „erstmalig“ nennt – nicht einmalig, sondern erstmalig und damit wiederholbar –  dass also die Juden mehr als alle anderen beherzigen müssten, was zu beherzigen ist. Unsinnig und politisch gefährlich ist es, Israel nach Grundsätzen zu beurteilen, die nur für Israel gelten – und nicht für die anderen Staaten des Raumes auch: Gefährlich, weil dies auch als Freibrief  verstanden werden kann, ein unter europäischer, unter österreichischer Mithilfe dämonisiertes Israel die Legitimität abzusprechen. Gegen diese Dämonisierung Israels als prinzipiellen Unrechtsstaat sollte Österreichs Politik auftreten – und aufhören, sich mit antiisraelischer Beckmesserei zu beschäftigen.

Wenn ich mit einem optimistischen Ton schließen will und darf: Es besteht die Hoffnung, dass allmählich, schrittweise, in vielleicht zwei Generationen, Israel als Normalstaat wahrgenommen wird; dass die Beziehungen zwischen zwei kleinen bis mittelgroßen demokratischen Staaten sich allmählich, schrittweise einem politisch-diplomatischen „mainstream“ zuordnen lassen werden; dass das aber nicht das Ende des so lebendigen kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und humanitären Beziehungsgeflechts bedeutet, das sich zwischen Israel und Österreich entwickelt hat.

Buchpräsentation Karl Pfeifer: Einmal Palästina und zurück

Buchpräsentation Karl Pfeifer: Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg. Wien: Edition Steinbauer 2013
Dienstag, 11.02.2014, 19.00 Uhr
Hauptbücherei am Gürtel, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien Lesung und Diskussion mit Karl Pfeifer
Moderation: Heimo Gruber (Büchereien Wien)
Als 1938 das Leben jüdischer Bürger unter der nationalsozialistischen Herrschaft auch in Österreich zunehmend verunmöglicht wurde, gelingt Karl Pfeifer mit knapper Not gemeinsam mit seinen Eltern die Flucht ins Ausland. Von Baden bei Wien erreichen sie Budapest, Karl ist gerade 10 Jahre alt. Vier Jahre später ist aber auch dort die Lage nicht mehr sicher. Noch mitten im Zweiten Weltkrieg landet der 14-jährige Karl – nun bereits ohne Familie und auf sich allein gestellt – im britischen Mandatsgebiet Palästina. 1946 tritt Karl Pfeifer einer Eliteeinheit der „Hagana“ bei, kämpft im israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt 1951 auf abenteuerlichem Weg über die Schweiz und Frankreich nach Österreich zurück. Das Buch konzentriert sich auf die wichtigsten politischen Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und der Shoa sowie der Gründung des Staates Israel. Vor der Folie des historischen Hintergrunds zeigt es ein bewegtes Leben in stürmischen Zeiten.
Karl Pfeifer, geboren 1928 in Baden bei Wien, wurde als Zehnjähriger 1938 nach Ungarn vertrieben und gelangte als 14-Jähriger mitten im Krieg nach Palästina, wo er im Unabhängigkeitskrieg kämpfte. 1951 kehrte er nach Österreich zurück und arbeitet seit 1979 als Journalist in Wien.
In Kooperation mit der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft und dem
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Das Dilemma Israels, Iran anzugreifen oder nicht

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. August 2012

Israel steht vor dem Dilemma: mit einem atomar aufgerüsteten Iran zu koexistieren und dessen Vernichtungsdrohungen tatenlos hinzunehmen, oder im Alleingang das iranische Atomprogramm zu zerstören.
Die Anreicherung von Uran auf über 20 Prozent macht nur Sinn für den Bau einer Atombombe. „Daher wiederhole ich und bekräftige nochmals: Der Iran darf nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen“, so Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser Satz wird als offene israelische Drohung, „Kriegshetze“, „Säbelrasseln“, „Verschärfung des anti-Iran Kurses“ und als Hinweis auf israelische Militärpläne gewertet, obwohl der israelische Premier verschweigt, was er beabsichtigt.

Zahllose israelische Experten haben sich in letzter Zeit zu Wort gemeldet: Forscher, ehemalige Militärs und Politiker. Alle gestehen, weder neueste Geheimdienstinformation zum aktuellen Stand des iranischen Atomprogramms noch die heutigen Fähigkeiten der israelischen Luftwaffe zu kennen. In Israels Medien erklärten sie das Dilemma:

  • Sowie Iran atomar ausgestattet ist, kann er nicht mehr bombardiert werden. Wegen der Gefahr einer Verstrahlung der Umwelt wäre er militärisch „immun“.
  • Israel verfügt wegen der großen Entfernungen nur über beschränkte Mittel, über ganz Iran verstreute Atominstallationen zu zerstören. Je länger gewartet wird, desto unerreichbarer werden die von Iran in Bunker oder Berge verlegten Anlagen. Israel „rennt“ die Zeit davon.
  • Die USA haben weit bessere Möglichkeit, weil näher am Ziel und mit größeren Bomben ausgestattet. Sie haben einen längeren Atem, noch ein paar Monate auszusitzen. Die USA müssten selber zum Schluss kommen, dass diplomatische Druckmittel und Sanktionen nicht fruchten und dass eine iranische A-Bombe amerikanische Interessen wie Öl und seine Verbündete unerträglich bedroht.
  • In diesem zeitlichen Spannungsfeld ergibt sich für Israel ein präzedenzloses Dilemma. Der Staat Israel ist mit der Lehre aus dem Holocaust entstanden, nie wieder von den „Völkern“ abhängig zu sein, wenn es um das eigene Überleben geht. Gleichwohl befand sich Israel nie in einem Vakuum. Es  hatte immer Verbündete, die Waffen lieferten und politisch an seiner Seite standen: Sowjets, Briten, Franzosen und ab 1970 die Amerikaner. Gleichwohl fragte Israel nie, ob es sich verteidigen dürfe oder angreifen. 1991 nahm Israel Rücksicht, als es auf Raketenbeschuss aus Irak nicht reagierte, während die Bevölkerung mit Gasmasken in „abgedichteten Zimmern“ saß.

Den Iran jetzt NICHT anzugreifen bedeutet für Israel, sich amerikanischer Willkür auszuliefern. Entweder stoppen die das iranische Atomprogramm oder aber konfrontieren Israel damit, tägliche iranische Vernichtungsdrohungen tatenlos hinzunehmen und dem Funktionieren eines amerikanisch finanzierten Abwehrschirms zu vertrauen. Für ein Volk mit Holocausttrauma könnte das ein unerträglicher Zustand werden.

Gegen einen amerikanischen Militärschlag in nächster Zukunft sprechen der derzeitige Wahlkampf, die Wirtschaftskrise und schlechte Erfahrungen mit militärischen Abenteuern in Irak und Afghanistan. Die Instabilität in der arabischen Welt, besonders in Syrien, sowie die Politik der Vetomächte Russland und China, würden selbst einen erfolgreichen Schlag gegen Irans Atomprogramm zu einem Abenteuer mit unberechenbaren Folgen machen. Zudem glauben die Amerikaner offensichtlich an die Wirksamkeit der schmerzhaften Sanktionen.

Im Gegensatz zu Israel besteht für die Amerikaner keine Dringlichkeit, jetzt zu handeln. Während Israel das iranische Atomprogramm bestenfalls um ein paar Jahre hinauszögern könnte, wären die Amerikaner auch in Zukunft fähig, es nachhaltig zu zerstören.

Israelische Experten erwähnten zudem die „historische Erfahrung“, dass die USA weder Nordkorea noch Pakistan gewaltsam am Bau einer Atombombe gehindert hätten.
Der von Menachem Begin 1981 heimlich beschlossene und erfolgreiche Angriff auf den irakischen Atomreaktor Osirak bei Bagdad, ohne Rücksprache mit den USA, könne nicht als Präzedenzfall dienen, so die Experten. Ebenso der mutmaßlich israelische Angriff auf den syrischen Reaktor Al Kabir im September 2007.

Über Iran wird seit 15 Jahren öffentlich debattiert. Iran ist zudem vorgewarnt und hat seine Lehren aus der Erfahrung des Irak gezogen. Seine Anlagen sind befestigt, und israelische Kampfflugzeuge müssten unvergleichbar größere Herausforderungen meistern.
Noch existiert keine israelische Absichtserklärung, den Iran anzugreifen, und alle kursierenden Militärpläne erweisen sich als Spekulation. Es gilt, was Verteidigungsminister Ehud Barak gesagt und der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta jüngst bestätigt hat: „Noch ist in Jerusalem kein Beschluss gefallen.“

Die deutsche Sprache und österreichische Kultur in Israel- wo stehen wir heute?

Die Botschaft des Staates Israel in Kooperation mit dem Jüdischen Museum und Christen an der Seite Israels- Österreich lädt ein zu einem Vortrag von Cathrin Shalev am Sonntag, 26. August 2012 , um 11:00 Uhr in das Jüdische Museum (Dorotheergasse 11, 1010 Wien) ein.

Cathrin Shalev ist Deutschlehrerin für das Zentralkomitee der Juden aus Österreich in Israel und verantwortlich für die Deutschkurse in Nordisrael. Die Kurse werden unterstützt vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur in Wien (BMUKK). Darüberhinaus ist  sie Koordinatorin und administrative Leiterin des 2007 vom DAAD an der Universität Haifa eingerichteten Haifa Center for German and European Studies (HCGES), Vorstandsmitglied der Haifa Stiftung, Übersetzerin und Initiatorin des Projekts „Deutsche Sprache für Schulkinder“ in Haifa.

Der Vortrag möchte das Thema „Die deutsche Sprache und österreichische Kultur in Israel sowie die Frage nach dem Stand der Dinge heute“ aus zweierlei Hinsicht beleuchten: Zum einen bietet der Vortrag Fakten zur Entwicklung der deutschen Sprache und der österreichischen Kultur in Israel im Allgemeinen sowie Nordisrael im Besonderen. Zum anderen möchte er den Wandel der Einstellung gegenüber der deutschen Sprache und Kultur der deutschsprachigen Länder und insbesondere Österreich aus ganz persönlicher Sicht darstellen.

Als gebürtige Deutsche mit israelischer und deutscher Staatsbürgerschaft, ehemalig protestantischer Religionszugehörigkeit, seit 1990 in Israel lebend, 1991 zum Judentum konvertiert, Mutter dreier in Israel geborener Jungen, von denen bereits einer im israelischen Militär dient, seit 2007 für eine österreichische Institution unterrichtend und für eine deutsche Organisation in Israel arbeitend, lebt Cathrin Shalev tagtäglich in unterschiedlichen Sprachen und Kulturen und wird fortwährend mit deren Gemeinsamkeiten und vor allem deren Unterschieden konfrontiert, die es zu vermitteln gilt. Es ist ihr ein grosses Anliegen, das Verständnis der Menschen dieser Länder und Kulturen füreinander zu stärken.

Nachdem in der Vergangenheit die deutsche Sprache und Kultur ausschließlich mit der Shoa, sprich negativen Assoziationen in Verbindung gebracht wurde, ist in den vergangenen Jahren eine Lockerung und ein Wandel hin zum Positiven festzustellen. Über Ski- und Radurlaube sowie Geschäftskontakte nach Österreich und Deutschland lernen zahlreiche Israelis auch die positiven Seiten der deutschen Sprache und Kultur kennen, so dass sich die Anzahl der Deutschlernenden in den vergangenen Jahren verzehnfacht hat, denn „man darf jetzt wieder Deutsch sprechen und sogar lernen- es ist kein Tabu mehr“. Dieses Momentum nun gilt es aufzugreifen und der breiten Öffentlichkeit und vor allem den Kindern und Jugendlichen in Israel die positiven Seiten der deutschen Sprache und Kultur aufzuzeigen.       Botschaft des Staates Israel, Cathrin Shalev

Gemeinsame Medienmitteilung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) und der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft (ÖIG) 2012

Berlin, 17. Juni 2012.

Die Israel-Freundschaftsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen vom 15. bis 17. Juni 2012 zu einer Konferenz in Berlin zusammen.
Schwerpunkt der Beratungen waren die aktuelle politische Situation im Nahen Osten sowie die sich daraus ergebenden Unterstützungsmöglichkeiten für die deutschsprachigen Freunde Israels.

Im Sinne ihrer traditionellen Zusammenarbeit werden die drei Freundschaftsgesellschaften sich künftig verstärkt gemeinsam engagieren. Beispielsweise bezogen auf Logos DIG,GSI,ÖIG die Herausforderungen vor denen Israel derzeit steht, wie Bedrohung durch eine atomare Aufrüstung des Iran, diffamierende Boykottforderungen gegen Israel und Erreichung einer Zwei-Staaten-Lösung.

Die Freundschaftsgesellschaften appellieren an ihre nationalen Regierungen und an die Verantwortungsträger der Europäischen Union, sich stärker als bisher im
Friedensprozess im Nahen Osten zu engagieren. Die Freundschaftsgesellschaften erwarten von ihren Regierungen mehr Objektivität, mehr Solidarität mit dem israelischen Volk und dem Staat Israel.

Die europäischen Staaten und Israel sind durch eine Wertegemeinschaft miteinander verbunden. Demokratie, Rechtsstaat, Grund- und Menschenrechte und politischer Pluralismus sind europäische Errungenschaften, die in Israel gelebt werden. Ein Ja zu diesen Grundwerten bedeutet ein Ja zu Israel.

Sabena Flug 571

Am 8. Mai 1972 wurde, zwanzig Minuten nach dem Start in Wien, das Flugzeug mit der Flugnummer 571 der belgischen Fluglinie Sabena auf dem Weg nach Tel Aviv entführt.
Vier Terroristen, zwei Männer und zwei Frauen, der Terrorgruppe Schwarzer September waren an Bord und drangen ins Cockpit ein.
Die ruhige und professionelle Reaktion des britischen Kapitäns Reginald Levy (Foto), der die Passagiere nach eigener Aussage über Lautsprecher an seiner Konversation mit den Terroristen mit Themen „von Navigation bis hin zu Sex“ teilhaben ließ, ist legendär.

Die Terroristen wollten mit der Entführung die Freilassung von 315 palästinensischen Gefangenen erpressen, die in israelischen Gefängnissen einsaßen.
Dem Flugkapitän gelang es, ein Hilferufsignal abzusetzen, dass Verteidigungsminister Moshe Dayan erreichte. Dieser begann unverzüglich Verhandlungen mit den Terroristen, plante jedoch gleichzeitig den Einsatz der Eliteeinheit „Sayeret Matkal“, der den Tarnnamen „Operation Isotope“ trug.

Als die Maschine schließlich in Lod landete, gingen 16 Kämpfer der Einheit als Monteure verkleidet an Bord, nachdem es ihnen gelungen war, die Entführer zu überzeugen, dass das Flugzeug dringend repariert werden müsse. Die Operation wurde von dem späteren Ministerpräsidenten und jetzigen Verteidigungsminister Ehud Barak geleitet, auch der heutige Ministerpräsident Binyamin Netanyahu war Teil des Kommandos.

Gratulation für Benjamin Netanyahu vom ehem. Präsident Zalman Shazar

Innerhalb von zehn Minuten gelang es dem Kommando, das Flugzeug zu erstürmen. Die beiden männlichen Terroristen wurden dabei getötet, die beiden weiblichen festgenommen. Drei Passagiere wurden verletzt, eine Frau erlag später ihren Verletzungen.

Die beiden festgenommenen Entführerinnen wurden später zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt, jedoch 1982 bei einem Gefangenenaustausch nach dem Libanonkrieg freigelassen.

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 08.05.12)

Israelische Künstler in Salzburg

THEATER
3. Mai 2012/ 19.30

Probebühne im Rainberg

„Um Muhamad“ von Smadar Yaaron beim Festival „Besetzt Salzburg! – Licht und Schatten“ des Salzburger Landestheaters

Eine ältere israelische Frau trifft in einer virtuellen, interaktiven Begegnung auf eine ältere palästinensische Frau. Beide berichten, wie sie in ihren Mädchenjahren gezwungen waren Flüchtlinge zu sein. Die eine in Europa in den 1940er Jahren, die andere während der Nakba im Jahr 1948. Die jüdische Frau lädt die Öffentlichkeit in ihr Wohnzimmer ein, während sie mit der palästinensischen Frau auf dem Fernsehbildschirm interagiert. Die Lebensgeschichten der beiden Frauen verschwimmen allmählich und die geschichtlichen Ereignisse gehen ineinander über.

 

FILM
1. Juni 2012/ 16.00

Das Kino

Drei Israelische Filme beim Filmabend des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Universität Salzburg:
The Bubble, 114 min./Regie: Eytan Fox; 2006
Walk on Water , 99 min./Regie: Eytan Fox; 2004
Du sollst nicht lieben (Eyes wide open) 93 min./Regie: Haim Tabakman; 2009
Bei der anschließend stattfindenden Gesprächsrunde wird der Regisseur Haim Tabakman anwesend sein.

KLASSIK
24.07.2012/20.30
– Felsenreitschule
25. & 26.07.2012/20.30 – Großes Festspielhaus

Das Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta ist seit 2007 erstmals wieder bei den Festspielen zu Gast: u.a. mit Bruckners grandiosem Te Deum und einer Salzburger Erstaufführung von Ernest Bloch- Werke, die der christlichen und der jüdischen Liturgie verpflichtet sind und doch die Kraft haben, Hörer jenseits bestimmter Glaubensrichtungen zu bewegen.

JAZZ
31. Oktober/ 22.00

Stiegl-Brauwelt

Elias Meiri Solo und Anat Cohen Quartet beim Salzburger Jazzherbst

„SOLO PIANO!“ ist das persönlichste und virtuoseste Werk von Elias Meiri. Hier geht es nicht darum, seine Sängerin Timna Brauer zu begleiten, sondern sein Instrument in den Vordergrund zu stellen. Das Klavier als Inbegriff des geballten Orchesters, als Quelle der kompositorischen Inspiration und als Plattform für das Entladen von Gefühl und Virtuosität.

Anat Cohen wurde 2007 von der Jazz Journalists Association als Klarinettistin des Jahres und „Coming Musician of the Year“ ausgezeichnet und die Musik auf „Place and Time“, „Noir“, „Poetica“ oder „Notes from the Village“ verdient jede Aufmerksamkeit. Die in Tel Aviv geborene Musikerin, Schwester des Saxophonisten Yuval und des Trompeters Avishai Cohen, kam 1999 ans Berklee College of Music. Im intensiven Austausch mit ihren Kommilitonen aus aller Welt lernte die hochtalentierte Cohen die rhythmische Vielfalt unterschiedlicher lateinamerikanischer Musiken mit ihrer eigenen musikalischen Verwurzelung in der Musik des nahen Ostens und des Mittelmeerraumes im permanente Live-Spiel zu kombinieren.

ÖIG fordert Konsequenzen gegenüber Abu Moussa – Kritik an Islamischer Glaubensgemeinschaft

2. ÖIG-Präsident Richard Schmitz: Distanzierung zu wenig – unmissverständliche rechtsstaatliche Reaktion gefordert – Anzeige bei der Staatsanwaltschaft

Bestürzt zeigt sich die Österreichisch Israelische Gesellschaft angesichts der Vorausmeldung des Nachrichtenmagazins NEWS, der zufolge Hassan Mousa, Mitglied des Schura-Rates der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, in einem Interview mit dem iranischen Sender „Press TV“ zu Gewalt gegen Israel aufgerufen habe.

Richard Schmitz, 2. Präsident der ÖIG: „Das ist nichts anderes, als der Aufruf zum Völkermord. Diese Aussagen sind eine Ungeheuerlichkeit. Meint es die Islamische Glaubensgemeinschaft ernst mit ihrer Forderung nach einer friedlichen Lösung im Nahen Osten, so wäre Hassan Moussa umgehend von seinen Funktionen zu entheben. Von Islamischen Glaubensgemeinschaft ist mehr gefordert, als eine reine Distanzierung.“

Gleichzeitig zeigte sich die ÖIG Verwundert darüber, dass keine der politischen Parteien bisher auf den Bericht des Nachrichtenmagazins NEWS reagiert habe und warnt davor, mit zweierlei Maß zu messen. Richard Schmitz: „Würde irgendein anderer Österreicher derartige Aussagen treffen, gäbe es einen breiten Sturm der
Entrüstung. Es gibt keinen Grund Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft bei derartigen Entgleisungen mit Toleranz zu begegnen.“

Mit dem unlängst beschlossenen Anti-Terror-Paket des BMI bestehen nun auch erweiterte Möglichkeiten, islamistischer Radikalisierung mit den Mitteln des Rechtsstaates zu begegnen. Die ÖIG geht davon aus, dass diese mit aller Konsequenz zur Anwendung kommen.

Gleichzeitig ist die Staatsanwaltschaft gefordert, die Aussagen Moussas auf strafrechtliche Relevanz hin zu prüfen. Die ÖIG hat eine entsprechende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.

Das Video ist derzeit auf www.memri.org online zu sehen. Link zum Video http://bit.ly/IutkFF

ORF III gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

ORF III Kultur und Information startet am Montag, dem 30. April 2012, anlässlich des Jahrestages der Befreiung des KZ Mauthausen einen besonderen Programmschwerpunkt, zeigt die letzten Zeitzeugen des NS-Regimes als Botschafter der Erinnerung, wirft einen Blick auf den Werdegang von Kindern der ersten Gastarbeitergeneration und analysiert, welche gesellschaftlichen Veränderungen den Begriff „Gutmensch“ zum Schimpfwort werden ließen. Im Anschluss begrüßt
ORF-Religionsjournalist Christoph Riedl den Schweizer Kardinal und „Ökumeneminister“ im Vatikan, Kurt Koch, zum Gespräch.

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gilt der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen am 5. Mai 1945 in Österreich als nationaler Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus. ORF III Kultur und Information widmet diesem Jahrestag einen umfassenden Programmschwerpunkt und erinnert mit berührenden Porträts, eindrucksvollen Filmen, eigenproduzierten Dokumentationen und der Live-Übertragung der Gedenkfeierlichkeiten aus dem Parlament an die
unfassbaren Bedingungen während des NS-Regimes und stellt Überlebende sowie Hinterbliebene der Opfer in den Mittelpunkt.

Der ORF-III-Programmschwerpunkt im Überblick:

Montag, 30. April 2012
20.15 Uhr: Doku.Zeit: „Die Sterne verlöschen nicht. Überleben im Versteck“
21.05 Uhr: DokuMente: „Kolaric‘ Erben. Die Tschuschenkinder von einst“
22.10 Uhr: DokuMente: „Die Gutmenschen“

Freitag, 4. Mai 2012
10.00 Uhr: Gedenkfeierlichkeiten live aus dem Parlament (auch in ORF 2)
20.15 Uhr: Der österreichische Film: „Hasenjagd- Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“
22.35 Uhr: Der österreichische Film: „Der Fall Jägerstätter“

Samstag, 5. Mai 2012
20.15 Uhr: zeit.geschichte: „Die Porzellangassen-Buben“
21.10 Uhr: zeit.geschichte: „Deportiert von Wien nach Maly Trostinec- Eine verspätete Erinnerung“

ÖIG fordert größere Solidarität mit Israel- Kritik an bisheriger Regierungspolitik


Appell an Bundespräsident und Bundesregierung mit prominenten Unterstützern veröffentlicht

(ots) Einen Apell zu größerer Solidarität mit Israel hat heute, Donnerstag, anlässlich des israelischen Unabhängigkeitstags die Österreichisch Israelische Gesellschaft veröffentlicht. Der Appell richtet sich in erster Linie an die Spitzen der Republik- Bundespräsident, Bundeskanzler und Außenminister und wird von Prominenten Intellektuellen, Wissenschaftlern, Künstlern und Politikern unterstützt. Hier der Volltext der Deklaration:

 

Gefordert ist ein Bekenntnis zur Sicherheit Israels

Wir, die Unterzeichnenden, nehmen den heutigen Unabhängigkeitstag des Staates Israel zum Anlass, an die historische Verantwortung der Republik Österreich gegenüber dem Staat Israel zu erinnern und gleichzeitig unserer wachsenden Sorge Ausdruck zu verleihen, dass die Republik Österreich dieser Verantwortung in immer geringerem Maße gerecht wird.

Mit der Gründung des Staates Israel wurde die erste rechtstaatliche und parlamentarische Demokratie im Nahen Osten etabliert. Wiewohl Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, der Irak und Syrien dem jungen aus der Asche des Holocaust heraus entstandenen jüdischen Staat noch in der Gründungsnacht den Krieg erklärt hatten und in etlichen weiteren Kriegen die Vernichtung Israels verfolgten, gelang es Israel nicht nur Stärke und Verteidigungskraft zu entwickeln, sondern vor allem über Jahrzehnte der Bedrohung hinweg, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu erhalten.

Während im sogenannten arabischen Frühling um fundamentale bürgerliche Freiheiten gerungen wird, gleichzeitig aber auch das Schwert einer radikalen Islamisierung über der Region schwebt, steht der Staat Israel bis heute als die bislang einzige funktionierende und erprobte Demokratie des Nahen Ostens da; als ein Land, in dem die Freiheit der Medien gesetzlich verankert ist, in dem Menschenrechte bei einem unabhängigen Obersten Gerichtshof verteidigt werden können, in dem Frauenrechte staatlich gewährleistet sind, Andersgläubige keiner Verfolgung ausgesetzt und gleichgeschlechtliche Liebe offen gelebt werden kann. Bei allen Herausforderungen, die Israel in der Praxis zu bewältigen hat: Das alles unterscheidet den Staat Israel von etlichen seiner Nachbarn und Feinden.

Die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 ist- weithin anerkannt- nicht losgelöst von jenen Entwicklungen in Europa zu verstehen, die ausgehend vom Deutschen Reich sowie dem angeschlossenen Österreich, ihren schrecklichen Höhepunkt nicht nur in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern von Ausschwitz, Majdanek, Belzec, Sobibor und Treblinka fanden sondern auch auf österreichischem Boden in Mauthausen.

Die historische Mitverantwortung Österreichs an den Gräueltaten des Nationalsozialismus ist heute von Historikern wie Politikern unbestritten. Umso mehr bestürzt es uns feststellen zu müssen, dass sich die vom Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Außenminister gemeinsam getragene österreichische Außenpolitik in den vergangenen Jahren immer stärker von Israel abgewandt zu haben scheint und guten Beziehungen zu autoritären arabischen Staaten sowie dem Terror-Regime des Iran, dessen Atomrüstung Israel in den Lebensgrundlagen bedroht, offenbar stärkeres Gewicht gibt.

Angesichts der Tatsache, dass Israel genau jene demokratischen und rechtsstaatlichen Werte lebt, die auch das Fundament unseres politischen Selbstverständnisses darstellen, aber auch und insbesondere angesichts der historischen Verantwortung Österreichs, erwarten wir von den Repräsentanten der österreichischen Außenpolitik ein klares und in der Praxis gelebtes Bekenntnis zur sicheren Existenz des Staates Israel. Wir erwarten uns eine Politik, die ausgehend vom Existenzrecht Israels aktiv an Friedensbemühungen für die Region mitarbeitet und dabei zunächst und vor allem die Sicherheit des Staates Israel und seiner Bevölkerung im Auge hat.

Österreichisch-Israelische Gesellschaft


Cristina Bacher-Rieger, Ronaldo Böhmer, Evelyn Böhmer-Laufer, Arik Brauer, Andrea Braunsteiner, Hava Bugajer, Ruth Contreras, Inge Dalma, Oskar Deutsch. Martin Engelberg, Sonia Feiger, Gabriele Fischer, Nimrod Frucht, Heimo Gruber, Ulrich Habsburg-Lothringen, Friederike Habsburg-Lothringen, André Heller, Kurt Hengl, Patricia Kahane, Daniel Kapp, Wilhelm G. Kerschbaum, Peter Landesmann, Arlette Leupold-Löwenthal, Marika Lichter, Rudolf Meixner, Eva Muehlhofer-Gurion, Wolfgang Neugebauer, Hans Neumann, Alfred Payrleitner, Ari Rath, Sepp Rieder, Marianne Sajdik, Norbert Scheed, Richard Schmitz, Dagmar Schwarz, Karl Semlitsch, Susi Shaked, Josef Shaked, Ursula Stenzel, Thomas Stern, Robert Streibel, Alexia Weiss, Robert Wilder, Heinz Zednik

Wiesenthal Center veröffentlicht drei neue Namen von Naziverbrechern

Das Simon Wiesenthal Center hat erklärt, es habe der Liste der zehn am meisten gesuchten Naziverbrecher drei neue Namen hinzugefügt. Einer der drei lebt in Ungarn, die beiden anderen in Kanada. Kanada sei dabei gescheitert, gesuchte Nationalsozialisten auf seinem Gebiet zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte das Zentrum.

Die beiden Verdächtigen in Kanada sind Vladimir Katriuk, der der Kommandant einer ukrainischen Armeeeinheit gewesen sein soll, die Massenmorde in Weißrussland durchgeführt hat und Helmut Oberlander, mutmaßliches Mitglied der „Einsatzgruppen“, die in der Süd-Ukraine zahlreiche Juden ermordeten.
Beide waren nach dem Krieg nach Kanada geflohen und hatten die kanadische Staatsbürgerschaft inne. Nach dem Bekanntwerden ihrer jeweiligen Verwicklung in den Nationalsozialismus wurde beiden die Staatsbürgerschaft in der Vergangenheit entzogen, jedoch später wieder zurückgegeben, Oberlander sogar mehrmals.

Auch der dritte Mann auf der Liste, Laszlo Csatary, war nach dem Krieg zunächst nach Kanada geflohen. Er soll 1944 in der ungarisch besetzten Slowakei für  die Deportation von 15.700 Juden in das Konzentrationslager Auschwitz verantwortlich gewesen sein. Auch ihm wurde 1997 die kanadische Staatsbürgerschaft aberkannt, er ist damals ausgereist und lebt seitdem in Ungarn.

Efraim Zuroff, Leiter des Zentrums in Israel, erklärte, in den letzten 11 Jahren seien etwa 90 nationalsozialistische Kriegsverbrecher verurteilt worden. „Auch wenn die vorherrschende Annahme ist, es sei zu spät, Naziverbrecher der Gerechtigkeit zuzuführen, beweisen die Zahlen das Gegenteil“, so Zuroff.  Haaretz

Die Wahrheit über die Juden

Von Andreas Koller

Antisemitismus-Alarm. Grass ist kein Einzelfall. Die Welt reagiert immer dann empört, wenn Israel sich erfrecht, aus der ihm von der Geschichte zugedachten Opferrolle zu fallen.

Und wieder die klassische Täter-Opfer-Umkehr, diesmal vorgenommen von Günter Grass. In seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ unterstellt der Literaturnobelpreisträger dem Staat Israel, mit einem „Erstschlag“ das „unterjochte“ iranische Volk „auslöschen“ zu wollen.

Mit den Fakten hat das wenig zu tun. In Wahrheit plant Israel keineswegs einen (atomaren) Erstschlag gegen das iranische Volk, und schon gar nicht dessen Auslöschung. Vielmehr behält sich Israel einen nicht atomaren Schlag gegen das iranische, gegen Israel gerichtete Atomwaffenprogramm vor. Das sind die Fakten, doch auf die kommt’s nicht an, wenn Israel als Täter vorgeführt werden soll und der Iran als Opfer. Und wer den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ gefährdet, versteht sich von selbst, zumindest für Herrn Grass: Israel, wer sonst. … (Volltext)

Rede von IKG-Präsident Oskar Deutsch bei der Solidaritätskundgebung in Wien

Die über Jahre andauernden Angriffe auf Israel werden von der Öffentlichkeit ignoriert und sind den Medien keine Meldung wert. Seit mehr als 10 Jahren wird der Süden Israels aus Gaza beschossen, seit Jahresanfang waren es mehr als 2000 Raketen, allein im Oktober 563.

Diese Tatsachen werden einfach übergangen und es gibt weder politische noch sonstige Reaktionen darauf. Wenn Israel reagiert, wachen plötzlich Politiker und Journalisten auf. Militärische Abwehrreaktionen von Israel werden kritisiert und finden immer ein großes Medienecho. Mangels kontinuierlicher Berichterstattung entsteht daher das Bild eines aggressiven Staates, der unmotiviert Waffen gegen Zivilisten einsetzt. Schuld ist immer nur Israel. Einseitige Vermittlung, weltweite Entrüstung und der Ruf nach „Verhältnismäßigkeit“ können keine Lösung sein. Die „sogenannten“ Vermittler unterlassen es absichtlich den Aggressor beim Namen zu nennen. Militärische Verteidigung, der Einsatz von Waffen zum Schutz der Bevölkerung kann nie „angemessen“ sein. Und kriegerische Auseinandersetzungen fordern menschliche Opfer und Leid auf allen Seiten.

Die neuerliche Eskalation wurde durch Raketenangriffe auf Israel von palästinensischen Extremisten ausgelöst. Bereits in den letzten Wochen haben die Raketenangriffe deutlich zugenommen.

Gestern sprach man noch von einem Waffenstillstand, diese Hoffnung hat sich jedoch wieder zerschlagen. Die Kämpfe gehen weiter. Waffenstillstände mit der Hamas hat es schon oft gegeben und sich meist als unhaltbar erwiesen. Die Hamas wurde in der Vergangenheit und wird weiterhin vom Iran aufgerüstet, einem Land, das mit seiner atomaren Aufrüstung eine weltweite Bedrohung darstellt. Ein Motto der Hamas ist: „We love death as much as Jews love life.“ In einem Video der Hamas von Feb. 2006: „…we know there is no better blood than the blood of Jews…“

Daher werden oft Zivilsten in Gaza als Schutzschilder eingesetzt und Raketen von belebten Standorten wie z.B. aus Schulhöfen, neben Moscheen oder aus Parkanlagen abgeschossen. Israel hingegen zögert oft in solchen Fällen zurückzuschlagen. Israel versucht mit allen Mitteln die palästinensische Zivilbevölkerung so weit wie möglich zu verschonen.

Golda Meir sagte einmal: “Was können wir den Arabern am wenigsten verzeihen? Dass sie uns zwingen ihre Kinder zu töten.“

Das ist der Unterschied zwischen dem Verhalten Israels, den militärischen Abwehrreaktionen Israels und den Raketenangriffen auf die israelische Bevölkerung von Terroristen wie der Hamas.

Israel und Juden weltweit bedauern jeden Toten, besonders wenn es Zivilisten – und vor allem Kinder – trifft. Die Hamas hingegen tötet mit Absicht durch Terroranschläge oder Raketen Zivilsten.

Die Bevölkerung Gazas verdient unser Mitleid, aber Israel hat das Recht auf Verteidigung und die Pflicht seine Bürger zu schützen.

Vor einigen Tagen bei einer Pro-Hamaskundgebung in Wien wurde die Auslöschung Israels gefordert. Diese Forderung darf in einem Land wie Österreich und fast 70 Jahre nach der Shoah nicht ungestraft bleiben.

Wir erwarten uns, ausgewogene Berichterstattung und dass die Aggressoren beim Namen genannt werden. Wir erwarten uns, dass das Schüren von Hass und Aggression, wie auch bei der Hamaskundgebung vor einigen Tagen in Wien, aufhört. Wir hoffen auf dauerhaften Frieden in dieser Region, und werden weiterhin mit Israel, seiner Bevölkerung, unseren Brüdern und Schwestern solidarisch sein.

Zum Gastkommentar von Fritz Edlinger

Leserbrief an „Die Presse“ zum Gastkommentar von Fritz Edlinger

Selbstverständlich muss der GÖAB/SAAR-Generalsekretär Fritz Edlinger derart argumentieren, sich – wie immer – damit seinen parteipolitischen, der Kreisky-Nahost-Nekrologie verschriebenen Persilschein, die Gewogenheit der Antizionisten aller Art abholen und dazu auch eigenes historisches Teilwissen rückstandsfrei verdrängen.

Wer hat die allererste UN-Resolution zu Nahost (1947, Teilungsplan) bedingungslos angenommen, aber welche Staaten haben diesen Beschluss in absoluter Geringschätzung der Vereinten Nationen sofort abgelehnt und sind am nächsten Tag nach der einseitigen Implementierung dieses UN-Beschlusses durch die Staatsgründung Israels mit ihren Armeen über den jungen, sich noch auf das zugewiesene Teilgebiet beschränkenden Judenstaat hergefallen? Nie hatte ein palästinensischer Staat neben Israel eine größere Möglichkeit des territorialen Ausmaßes als durch Anerkennung des UN-Teilungsplans auch auf arabischer Seite. Aber wenn man einfach das Ganze will, solche Beschlüsse notorisch und provokant ignoriert und militärisch außer Kraft setzen möchte wie die Arabische Liga 1948, muss man die militärische Niederlage und territoriale Verluste einkalkulieren. Das sollte auch Europäern erinnerlich sein.

Und welche Staaten und/oder politische Organisationen, mit denen auch seitens GÖAB/SAAR anerkennende, verständnisvolle, wenn nicht sogar freundschaftliche Beziehungen gepflegt werden, weigern sich bis heute, Israels Existenzrecht (sogar innerhalb der Grenzen von 1967!) anzuerkennen und streben dessen vollständige Vernichtung an, notorisch und provokant UN-Resolutionen ignorierend?

Letzte Frage: Inwieweit sind ständige Terroranschläge, Raketenangriffe und Bombardements auf Südisrael (Gebiete innerhalb der Grenzen von 1967!), die ständig Opfer unter der Zivilbevölkerung fordern, mit Menschen- und Völkerrechtsverständnis sowie UN-Beschlüssen vereinbar? Wäre das UN-Mitglied Israel eben nicht Israel sondern unter ähnlichen Bedingungen das UN-Mitglied Österreich, wäre längst Frieden, wären sämtliche Angreifer delegitimiert, boykottiert und militärisch vernichtet. Und Fritz Edlinger deren erster Ankläger bei den UN.

Mag. Eva Mühlhofer-Gurion
Historikerin, Vorstandsmitglied der ÖIG

Ein Marsch der Narren

Kommentar von Ron Prosor, Jerusalem Post 29.03.2012

Für Freitag haben einige der übelsten Terroristen, Tyrannen und Extremisten ein Massenevent organisiert, das Israels Souveränität angreift: den „Globalen Marsch nach Jerusalem“.

Sie marschieren im Takt eines revisionistischen Geschichtsbildes, wie wir es seit George Orwell’s 1984 nicht mehr erlebt haben und beschuldigen Israel der „Judaisierung Jerusalems“. Diese Anschuldigungen kommen etwa 3.000 Jahre zu spät.

Seit König David im 10. Jahrhundert v.d.Z. den Grundstein seines Palastes legte, ist Jerusalem die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes. Obwohl die Juden einst mit Gewalt aus der Stadt vertrieben wurden, gelang es ihnen Mitte des 19. Jahrhunderts, wieder eine klare Mehrheit der Einwohner zu stellen und dieses Verhältnis seitdem aufrechtzuerhalten.

In anderen Teilen der Welt würde eine Veranstaltung wie der geplante Marsch eher für Gelächter sorgen und keine Teilnehmer finden. Können Sie sich einen Marsch auf Capitol Hill vorstellen, der den Kongress der „Amerikanisierung“ Washingtons bezichtigt? Oder eine Kampagne gegen die „Indisierung“ des Taj Mahal?

Der Iran, die Hamas, die Hisbollah und die Muslimbruderschaft finanzieren diese Veranstaltung und sind an den Vorbereitungen beteiligt. Um die größtmögliche Medienaufmerksamkeit zu erreichen, werden sie höchstwahrscheinlich die Teilnehmer zu Gewalttaten aufwiegeln.

Es ist nicht der erste gefährliche PR-Stunt, der an Israels Grenzen aufgezogen wird. 2011 hat das Assad-Regime sogenannte „Aktivisten“ bezahlt, damit sie von Syrien aus in israelisches Gebiet eindringen. Das Ziel war klar: in Israel Gewalt anzuzetteln, um die internationale Aufmerksamkeit von den Massakern in Syrien abzulenken. Ein alter Kniff aus der Trickkiste von Diktatoren.

Die Veranstaltung am Freitag ist nur ein weiterer Akt in einem weitaus größeren Drama. Erst letzten Monat legte Mahmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), auf seinem Urlaub von den Friedensverhandlungen mit Israel einen weiteren Zwischenstopp ein und reiste mit anderen arabischen Führern nach Doha zu einer Konferenz mit dem Namen „Die Verteidigung Jerusalems“. Die Konferenz war eine Tour de Force aller zentralen Motive der anti-israelischen Hetze. In seiner Grundsatzrede erklärte Abbas, dass das Narrativ der jüdischen Geschichte nicht belegbar sei, besonders die Existenz dessen, „was [das jüdische Volk) einen Tempel nennt.“

Ein Referent nach dem anderen beschuldigte Israel der „ethnischen Säuberungen“ in Jerusalem, obwohl der arabische Bevölkerungsanteil in der Stadt seit 1967 von 26 Prozent auf 35 Prozent angestiegen ist. Während die Welt von jedem einzelnen „jüdischen“ Haus Notiz nimmt, wurde erst kürzlich der Bau von 2.500 Häusern im arabischen Teil der Stadt genehmigt, zusätzlich weitere Gemeindezentren und Hotels. In der Zwischenzeit ruft die PA die arabischen Einwohner weiter dazu auf, illegale Häuser zu errichten, da sie auf Medienaufmerksamkeit zählen kann, wenn diese wieder abgerissen werden.

Die Wahrheit ist, dass Jerusalem unter israelischer Hoheit einen bisher ungekannten Wohlstand genießt und allen Einwohnern erstmals gleiche Rechte gewährt. Seit ihrer Vereinigung durch Israel 1967 gedeiht die Stadt dank der Werte von Toleranz und Freiheit.

Zum ersten Mal seit Jahrhunderten sind alle heiligen Stätten, die zuvor gesperrt waren, offen für den Gottesdienst aller Menschen- ein Prinzip, das im israelischen Recht verankert ist.

Der „Globale Marsch“ gefährdet nicht nur Leben und Eigentum, sondern auch die Aussicht auf Frieden. Mit dem Versuch, die Verbindung des jüdischen Volkes zu dem Land auszulöschen, das schon vor Jahrtausenden seine Heimat war, zerstören die arabischen Führer jede Grundlage für eine zukünftige Koexistenz. Leider sind diese destruktiven Botschaften fester Bestandteil der Lehre in ihren Moscheen, Schulen und Medien. Im ganzen Nahen Osten wird der Keim der Intoleranz bereits in der nächsten Generation gepflanzt.

Der Versuch, die Geschichte zu ändern, wird zu nichts anderem führen als zu weiteren Konflikten und Gewalt. Jerusalems verwinkelte Straßen und hügelige Anhöhen sind die Heimat der heiligsten Erinnerungen des Judentums und der Grundstein unserer blühenden Demokratie. Diese heilige Stadt ist, war immer und wird immer das Herz des jüdischen Glaubens sein.

So lange wie die arabische Welt in einer Orwellschen Illusion der verzerrten Vergangenheit zurückbleibt, wird das Versprechen einer friedlichen Zukunft zwischen Israelis und Palästinensern ein ferner Traum bleiben.

Der Autor ist israelischer Botschafter bei den Vereinten Nationen.
Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin

Holocaust-Überlebende in Israel arm und einsam

Durchschnittlich sterben in Israel jeden Tag 35 Holocaust-Überlebende. Das geht aus einer Studie der „Stiftung zum Wohle der Holocaust-Opfer in Israel“ hervor. Derzeit leben in Israel etwa 200.000 Juden, die einst den Holocaust überlebten. Im Jahr 2009 lag ihre Zahl noch bei rund 233.000.

Laut der von der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ veröffentlichten Studie sind mindestens 40 Prozent der Überlebenden einsam. Ebenso viele können sich nicht mehr allein um ihre alltäglichen Besorgungen kümmern. Nahezu ein Drittel der Holocaust-Überlebenden ist auf ständige Unterstützung angewiesen, basierend auf sozioökonomischen Kriterien.
Der Stiftung zufolge sei die finanzielle Hilfe für die Holocaust-Opfer in diesem Jahr um 120 Prozent gestiegen. Dennoch reiche das Geld nicht aus, um den Bedürfnissen all dieser Menschen zu entsprechen.

Der Untersuchung zufolge werden mindestens 12.000 dieser Israelis aus finanziellen Gründen ihre Wohnung nicht heizen können. Ronnie Kalinsky, Leiter der „Stiftung zum Wohle der Holocaust-Opfer in Israel“, sagte dazu: „Ein hungriger oder einsamer Holocaust-Überlebender am Vorabend des Pessach-Festes ist ein Versagen des Staates Israel.“ Kalinsky räumte ein, dass das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Holocaust-Opfer in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass dieses Bewusstsein auch Maßnahmen zur Folge habe, die es ermöglichten, den Betroffenen zu helfen. Er fügte hinzu: „Die jüngere Generation wird es uns nie vergeben, wenn wir es versäumen, für die ältere Generation zu sorgen, mit dem Respekt, den sie verdient. Ich fordere alle betreffenden Parteien dazu auf, angefangen beim Finanzminister und seinem Büro, alle notwendigen Maßnahmen sofort zu Verfügung zu stellen.“

Die große Abneigung. Wie antisemitisch ist Österreich?

Maximilian Gottschlich
Die große Abneigung. Wie antisemitisch ist Österreich?
Kritische Befunde zu einer sozialen Krankheit

Nahezu jeder zweite Österreicher glaubt, „dass die Juden die internationale Geschäftswelt beherrschen“ und jeder fünfte wünscht sich Politiker, „die ihre Stimme gegen den jüdischen Einfluss im Land“ erheben. Wie antisemitisch ist Österreich heute- 25 Jahre nach der Affäre Waldheim? Welcher Strategien bedient sich der neue Antisemitismus, der sich aus dem Nahost-Konflikt speist? Welche Rolle spielt dabei die Israel-Kritik der Medien? Und: Worin liegen die Schwierigkeiten der Aufklärung über Antisemitismus?

Der Kommunikationswissenschafter Maximilian Gottschlich versucht Antwort auf diese und andere grundlegende Fragen zu geben und ein differenziertes Bild über Kontinuität und Wandel antisemitischer Vorurteile seit 1945 in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung Österreichs zu zeichnen. Die große Abneigung liefert nicht nur epidemiologische Befunde zur »sozialen Krankheit« Antisemitismus- sie ist zugleich auch ein engagiertes Plädoyer dafür, dem destruktiven Potenzial des Antisemitismus deutlicher entgegenzutreten als bisher.

Maximilian Gottschlich -Geboren 1948 in Wien, seit 1983 Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen u. a. zu Problemen der Kommunikationsgesellschaft, der Medienethik, des modernen Antisemitismus, des Verhältnisses von Religion, Medien und Gesellschaft. Langjährige Beschäftigung mit Fragen jüdisch-christlicher Verständigung und Spiritualität.

Textauszug: „Antisemitismus ist kein Thema wie jedes andere. Wer es dazu macht, wird seinem ihm innewohnenden moralischen Imperativ nicht gerecht. In Wahrheit gibt es letztlich nur ein einziges tragendes Motiv, sich mit Antisemitismus zu beschäftigen: ihm Widerstand entgegenzusetzen.“