Israelitischer Friedhof in St. Ruprecht wird generalsaniert

Die Außenmauer des Kärntner Israelitischen Friedhofes in St. Ruprecht, das Eingangsportal sowie die Grabstätte von Adolf Preis werden einer Generalsanierung unterzogen und gleichzeitig wird die von der Österreich-Israelischen Gesellschaft, Landesgruppe Kärnten initiierte Gedenktafel an der Außenmauer des Friedhofes angebracht.
Die feierliche Enthüllung soll am 8. Mai 2012 stattfinden.

130 Raketen in 35 Stunden auf Israel abgefeuert

Israels schlanke Taille

Mindestens 130 Raketen wurden vom Gazastreifen aus auf israelische Städte und Dörfer innerhalb von 35 Studen abgefeuert. Das Raketenabwehrsystem `Iron Dome´ arbeitet sehr erfolgreich und konnte bis zu 90 Prozent der von den Terroristen abgefeuerten Rakten abgefangen.

Bis zum späten Nachmittag des  Schabbat (10. März) wurden mindestens 8 Israelis bei dem Raketenhagel verletzt – sie erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Die Terroristen hatten mit ihrem massiven Raketenterror ausschlieÃ¥ßlich gegen ziviele Ziele in Israel begonnen, nachdem der Führer der Terrororganisation PRC bei einer Militäroperation getötet worden war.
Der Kommandeur des Volkswiderstandskomitees, Zuher al-Kesi, wurde den Angaben zufolge in seinem Auto im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Kleinwagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Kesi habe einen größeren Terroranschlag vom Sinai aus gegen Israel geplant, teilte das israelische Militär mit. Er sei auch an der Planung eines ähnlichen Anschlags auf Autofahrer und Buspassagiere im vergangenen August bei Eilat beteiligt gewesen. Damals starben acht Israelis. Hanani war wie über tausend andere Gefangene im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen.

In mehreren Städten im Umkreis des Gazastreifens fällt am Sonntag die Schule aus. Etwa 200.000 israelische Kinder wurden angewiesen, wegen der Raketenangriffe zu Hause zu bleiben.  Es herrscht im gesamten Land Alarmstufe 3, in den Orten nähe Gaza Stufe 4, die höchste Alarmstufe.

 

 

 

40 Prozent der Verkehrstoten sind Nichtjuden

Eine unproportionelle Zahl an nichtjüdischen Bürgern kommen durch Verkehrsunfälle ums Leben, berichtet die Studie des Staatskontrolleurs Micha Lindenstrauss unter anderem. Der Bericht basiert auf einer Studie über die Verkehrssicherheit über eine Zeitspanne von zehn Jahren. Demzufolge sind 40% der Verkehrstoten nichtjüdisch. Weiter fand Lindenstrauß heraus, dass die Regionalräte in den arabischen Gebieten die Verkehrssicherheit vernachlässigt haben. So sind die vielen Verkehrstote auch auf den schlechten Zustand der Straßen in den arabischen Wohngegenden zurückzuführen sowie auf Fahrerfehlverhalten und der Zustand der Fahrzeuge. Die Zahl der jüdischen Verkehrstoten sank zwischen 2006 bis 2010 um 26% und bei Nichtjuden stieg sie in derselben Periode um 18% an. 25-30% der tödlichen Unfälle waren auf schlechte Straßen zurückzuführen.

Zwei Frauen als gemeinsame Mütter anerkannt

In einem Präzedenzurteil hat das Familiengericht Ramat Gan gestattet, zwei Frauen ab der Geburt als Mütter eines gemeinsamen Kindes registrieren zu lassen.
Das lesbische Paar hatte 2007 einen Sohn bekommen- dabei war die mit Spendersamen befruchtete Eizelle der einen Frau ihrer Partnerin eingesetzt worden, die das Kind austrug und zur Welt brachte.
Nach der Geburt des Sohnes hatte das Innenministerium nur die Frau als Mutter registrieren wollen, die das Kind geboren hatte- der biologischen Mutter wurde erklärt, sie müsse das Kind adoptieren, um als seine zweite Mutter gelten zu können.

Das Gericht gab nun den Müttern Recht. In der Begründung hieß es: „Aus Sicht des Kindeswohls handelt es sich um eine pragmatische, gerechte und naheliegende Lösung. Diese Lösung schützt die Beziehung zu den Müttern und die Nähe, die es ohnehin schon zwischen Kind und zweiter Mutter gibt.“

Mehr Geld für arabische Gemeinden

Eine umfassende Untersuchung der staatlichen Investitionen in den arabischen Kommunen in Israel zeigt, dass die Etats im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen sind.
So wird für die Stadtentwicklung im arabischen Sektor ein Budgetzuwachs von 6,5% verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren es fünf Prozent gewesen.

Investitionen von vier Milliarden Shekel (ca. 500 Mio. Euro) sind demnach für die nächsten Jahre in den arabischen Kommunen geplant:
Etwa 800 Mio. Shekel (ca. 160 Mio. Euro) sind für die 13 großen Gemeinden vorgesehen;
1,2 Mrd. (ca. 220 Mio. Euro) sollen der Entwicklung des Negev zugutekommen. (Bedingung  ist allerdings die Räumung der nicht anerkannten Siedlungen von Beduinen im Negev.)
680 Millionen Shekel (ca. 136 Millionen Euro) erhalten die drusischen Kommunen und
360 Millionen (ca. 72 Millionen Euro) die Beduinengemeinden im Norden.

Aus dem Finanzausgleich erhalten die arabischen Gemeinden außerdem insgesamt noch eine weitere Milliarde Shekel (ca. 200 Mio. Euro).

Die Studie wies darauf hin, dass arabische Kommunen nach wie vor niedrigere Etats erhalten als jüdische. Besonders träfe dies auf die Budgets des Tourismus-, dem Landwirtschafts-ministeriums und des Ministerium für die Entwicklung des Negev und Galiläas zu.    (Haaretz)

Arabisch-israelischer Stolz

Von Alexander Yakobson

Wie stolz sind die israelischen Araber darauf, Israelis zu sein? Angesichts der gegenwärtigen Atmosphäre im Land klingt diese Frage wie eine Provokation- als wolle man die Minderheit jetzt noch verspotten.
Doch Umfragen, in denen die arabische Bevölkerung gebeten wird, diese und ähnliche Fragen zu beantworten, zeigen immer wieder ein Bild, das viele überraschen wird. Und nicht nur das: Denn auch wenn Bürgerrechte nicht nach den Sympathien vergeben werden, die jemand für den eigenen Staat hegt, hat es noch keiner Minderheit in der Welt geholfen, sie als dem Staat gegenüber feindlicher- sehr viel feindlicher- darzustellen, als sie es tatsächlich ist.
Wenn diejenigen, die einer Gruppe Schlechtes wollen, sie als staatsfeindlich hinstellen, ist das zwar zu verurteilen, erscheint jedoch logisch- wenn es allerdings die Vertreter der jeweiligen Gruppe selbst tun, ist das ein größeres Problem.

Laut dem „Demokratie-Index 2011“ des Israelischen Instituts für Demokratie, beantworten 52,8% der arabischen Staatsbürger (und 88% der jüdischen) die Frage, ob sie stolz seien, Israelis zu sein, positiv. Nur 28,3% der Befragten, erklärten, sie seien „überhaupt nicht stolz“, Israelis zu sein. Diese Einstellung, hinter der also weniger als ein Drittel der Araber in Israel steht, entspricht aber beinahe 100% der Aussagen, die im Namen der arabischen Israelis in der Öffentlichkeit gemacht werden.
Die Ergebnisse der Umfrage sind überhaupt nicht außergewöhnlich. 2009 etwa, eine Woche nach Ende der Operation „Gegossenes Blei“ im Gazastreifen, haben 45% der arabischen Befragten erklärt, sie seien stolz Israelis zu sein. Ein Jahr zuvor waren es 53%.

Bei einem Gespräch mit britischen Journalisten, die mich, zu Recht, äußerst kritisch zur Situation der israelischen Araber befragten, fragte ich einmal, ob ihrer Einschätzung nach 45% der Katholiken in Nordirland dem Satz „Ich bin stolz, Brite zu sein“, zustimmen würden. Einer der Journalisten antwortete: „Ich glaube nicht, dass es auch nur 45 Katholiken in Nordirland gibt, die diesen Satz aussprechen würde- von 45% gar nicht zu sprechen.“

Der Stolz, Israeli zu sein, bedeutet natürlich nicht, das Establishment nicht auch aufs schärfste zu kritisieren. Nur 24,5% der Araber vertrauen gemäß der Umfrage von 2011 dem Ministerpräsidenten, 35,5% der Regierung als Institution, 44% der Knesset, 39% der israelischen Polizei, 45,6% der Staatsanwaltschaft, 50% dem Rechtsberater der Regierung und 69,4% (beinahe genauso viele wie unter jüdischen Israelis) dem Obersten Gerichtshof. 41% der arabischen Befragten vertrauen den  Israelischen Verteidigungsstreitkräften, und 45% stimmen zu, dass es „wichtig oder sehr wichtig“ ist, die israelische militärische Schlagkraft zu stärken.

Wer hätte wohl in der jüdischen Öffentlichkeit vermutet, dass es wesentlich mehr israelische Araber gibt, denen die Stärkung der israelischen Schlagkraft wichtig ist, als solche, denen sie „überhaupt nicht wichtig“ ist (29%)?   Sind diese Antworten glaubwürdig? Vor etwa zwei Jahren habe ich eine Umfrage gelesen, in der  ein Großteil der Wähler der arabischen Parteien, einschließlich Wähler von Balad, erklärt haben, sie seien israelische Patrioten. Wer dem Fragensteller gegenüber sagt, er wähle Balad, versucht nicht, sich bei den Juden einzuschmeicheln. Israelischer Stolz ist eine sehr starke Aussage- wesentlich stärker als „Treue“, von der in diesen Tagen so viel die Rede ist.

Doch wie verträgt sich eigentlich eine solche Einstellung mit der sehr verbreiteten Wahl von arabischen Parteien, die das Gegenteil behaupten?  Es scheint, dass die arabische Öffentlichkeit dem Staat grundsätzlich ambivalent gegenüber steht.  Unter den gegebenen Umständen ist diese Ambivalenz eine gute Nachricht. Die gewählte Führung dieser Öffentlichkeit spiegelt die negative Seite dieser Ambivalenz wider- und zwar ausschließlich. Nicht eine Stimme in der Öffentlichkeit vertritt ihre positive Seite. Es ist im Interesse der arabischen Öffentlichkeit und der israelischen Gesellschaft überhaupt, dass eine solche Stimme in Zukunft zu hören sein wird.

Der Autor ist Historiker und Publizist.

Erste äthiopisch-stämmige Botschafterin ernannt

Das israelische Außenministerium hat erstmals eine Frau äthiopischer Herkunft als Botschafterin benannt. Belaynesh Zevadia war die erste äthiopische Kadettin im Außenminis-terium und wird als Vertreterin Israels in Addis Abeba dienen. Die Nominierung muss noch von der Regierung bestätigt werden. Zevadia kam im Alter von 17 Jahren nach Israel. Seit sie für das Außenministerium arbeitet, war sie in den israelischen Konsulaten in Chicago und Houston tätig.

Außenminister Avigdor Lieberman begrüßte ausdrücklich die Entscheidung. „Diese Ernennung ist eine Botschaft an die israelische Öffentlichkeit. […] Sie ist eine Botschaft gegen Diskriminierung. In Israel werden Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten für den öffentlichen Dienst ausgewählt, und nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts“, so Lieberman.

Weitere Botschafternominierungen des Außenministeriums sind Yigal Caspi für Bern, David Waltzer für die Europäische Union und Amiram Magid, der für die Staaten der Karibik zuständig sein soll. Alle Nominierungen müssen noch von der Regierung bestätigt werden. 

Der neue israelische Botschafter in Ägypten, Yaacov Amitai, hat bereits in einer offiziellen Zeremonie dem Vorsitzenden des Obersten Rats der ägyptischen Streitkräfte, Mohammed Hussein Tantawi, sein Akkreditierungsschreiben übergeben. Bei der Zeremonie wurden auch neue Botschafter anderer Länder akkreditiert.  Die Zeremonie fand in freundschaftlicher Atmosphäre statt, und die israelische Nationalhymne „Hatikvah“ wurde gemeinsam mit den anderen Hymnen vorgetragen. Botschafter Amitai und Feldmar-schall Tantawi betonten die Bedeutung des Friedensabkommens und der Kooperation zwischen den beiden Ländern.  (AM Israel)

Israelisches Dorf für Erdbebenopfer in Türkei

Drei Monate nach dem schweren Erdbeben, das den Osten der Türkei erschütterte, konnte ein „israelisches Dorf“ für 1.300 Bewohner in der Provinz Van eröffnet werden. Gouverneur Münir Karaoglu führte gemeinsam mit dem Universitätsdekan Mehmet Uzer eine Delegation des Verteidigungsministeriums durch das Viertel.Während der Tour erklärte der Dekan, dass etwa 800 Studenten in den Wohncontainern unterkommen sollen. „Dank Ihnen können wir wieder zu unseren Leben zurückkehren und den Studenten, die nach dem Beben zu ihren Eltern geflohen sind, eine Unterkunft bieten.“

Bei der Eröffnungsfeier erklärte der Gouverneur: „Nach dem starken Erdbeben kamen Sie, die Israelis, mit reichlich Equipment und reichlich gutem Willen uns zu helfen, und dafür möchte ich Ihnen aus tiefstem Herzen danken. Sie sind unsere wahren Freunde, und der Beweis dafür steht hier direkt vor uns.“  (Ynet)

 

„The Times of Israel“ – Neue Online-Zeitung

The Times of Israel heißt eine englischsprachige Internet-Zeitung, die in diesen Tagen online gegangen ist. Gründungs-Herausgeber ist David Horovitz, ehemaliger Herausgeber der renommierten „Jerusalem Post“. Horovitz selbst erklärt, Ziel der neuen Zeitung sei eine unabhängige Berichterstattung auf höchstem Niveau. Besonderheit ist unter anderem ein Pressespiegel der hebräisch- und arabischsprachigen Presse. „Ziel ist, ein umfassendes Bild einer sich schnell wandelnden regionalen Umgebung zu vermitteln“, fasst Horovitz zusammen.   (Times of Israel)

Bilder des Nationalen Bildarchivs frei zugänglich

Das Nationale Bildarchiv ist in weiten Teilen zur freien Verwendung freigegeben. Nutzer können 150.000 Fotografien einsehen und häufig auch herunterladen und weiterverwenden, ohne dabei das Copy-Right zu verletzen. „Wir begrüßen diesen Schritt, der der Öffentlichkeit Zugang zu Information und historischen Materialien gewährt“, so Itzik Edri, Sprecher von Wikimedia Israel. Es sei jedoch immer noch kompliziert herauszufinden, welche der Bilder tatsächlich für welche Verwendung freigegeben worden seien.

Das Finanzkomitee der Knesset wird in den folgenden Wochen diskutieren, ob alle Bilder freigegeben werden sollen. 100.000 US-Dollar verdient der Staat zurzeit jährlich durch Copy-Right-Einkünfte. „Darauf zu verzichten, wäre ein kleiner Preis für einen gigantischen Nutzen“, fasst Edri zusammen.

Das Nationale Fotoarchiv finden Sie hier: http://147.237.72.31/topsrch/defaulte.htm

Weitere Bilder für den freien Gebrauch gibt es außerdem auf der Seite des Tourismus-Ministeriums: http://gallery.tourism.gov.il/pages/main.aspx

Interessante historisch Dokumente und Fotografien stellt auch das National-Archiv online zur Verfügung: http://www.archives.gov.il/ArchiveGov_eng

 

Es ist nie zu spät für die Aliya

Philip und Dorothy Grossman, 95 und 93 Jahre alt, sind wahrscheinlich das älteste Paar, das jemals gemeinsam nach Israel eingewandert ist.
Das Ehepaar aus Baltimore ist am Ben Gurion-Flughafen eingetroffen und wurde von vier nachfolgenden Generationen in Empfang genommen- sie haben in Israel eine große Familie, darunter zwei Ururenkel.  Ihr Urenkel Yoef Segel erklärte, sein Urgroßvater sei fit und vor allem technikbegeistert. „Einen Facebook-Account hat er nicht, doch er arbeitet sehr viel am Computer und schreibt Briefe“, so Segel.

Die jüngsten Einwanderer jemals sind wohl acht Säuglinge, die 1991 während der Operation Solomon im Flugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv geboren wurden. Als älteste Einwanderer gelten zwei Olim aus der ehemaligen Sowjetunion, die bei ihrer Einwanderung 111 Jahre alt gewesen sein sollen.  (Jerusalem Post,/Ehepaar Grossman ©Nefesh beNefesh)

Siedler und Palästinenser pflanzen gemeinsam Bäume

Im Rahmen einer haben die Einwohner der Siedlung Efrat und Bewohner des benachbarten Dorfes Jurat al-Shama im Westjordanland gemeinsam ein Wäldchen angelegt. Die Aktion fand am jüdischen Feiertag Tu B’Shvat statt und soll gegen den Staub schützen, der von der angrenzenden Holzverarbeitungsanlage ausgehend die Luft verschmutzt.

Abu-Taled, der Besitzer der Holzfabrik und Bewohner von Jurat al-Shama, hatte erst kürzlich den Beschwerden nachgegeben und eine Mauer zum Schutz vor dem Staub errichtet. Doch die Mauer stellte weder die palästinensischen noch die jüdischen Anwohner zufrieden. Deshalb schlug Oded Ravivi, der Bürgermeister von Efrat, vor, die Mauer durch einen kleinen Hain zu ersetzen. „Wir trafen uns mit Abu-Taled und einigten uns, an Tu B’Shvat Bäume gegen den Staub zu pflanzen. Abu-Taled war sofort begeistert und versprach, Freunde und Angestellte mitzubringen. So konnten wir eine Mizwa tun und gleichzeitig unsere Beziehungen verbessern und uns für eine friedliche Koexistenz einsetzen.“

Weitere nachbarschaftliche Zusammenarbeit ist auch für die Zukunft geplant: So wird derzeit die Möglichkeit erörtert, das Sicherheitspersonal von Efrat auch nachts zum Schutz der Holzfabrik einzusetzen. (Ynet/Abu-Taled und Ravivi pflanzen gemeinsam Bäume ©Haim Zach)

Preisträger des israelischen Verdienstordens

Präsident Peres hat bei einer Zeremonie Mitte Februar die ersten Preisträger des neugegründeten israelischen Verdienstordens des Präsidenten bekanntgegeben.

Der „Presidential Award of Distinction“ soll an Personen und Organisationen verliehen werden, die einen herausragenden Beitrag zur israelischen Gesellschaft und dem Bild Israels in der Welt geleistet haben. Vergleichbare Auszeichnungen sind „Order of Canada“, „Légion d’honneur“ in Frankreich und „Ordine al Merito“ in Italien.
Die Preisträger der ersten israelischen Verdienstorden sind:
• Henry Kissinger für seinen einzigartigen Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten und für seine Kreativität, Vision und Weitsicht als Staatsmann;
• Uri Slonim, der Präsident der Nichtregierungsorganisation „Variety Israel“, für seinen ehrenamtlichen Einsatz für Kriegsgefangene und im Kampfeinsatz Vermisste;
• Judy Feld Carr für die Rettung von tausenden syrischen Juden, darunter vielen jungen Menschen und Familien, über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren;
• die Rashi-Foundation (gegründet von Familie Leven) für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Bildung;
• Rabbi Adin Steinsaltz für seinen Beitrag zu jüdischer Kultur und Bildung;
• Zubin Mehta, Dirigent des Israel Philharmonic Orchestra, für seinen Einsatz für israelische Musik.

„Ich bin stolz, eine Tradition zu beginnen, in der ich, der Präsident des Staates Israel, meine Anerkennung und Wertschätzung für Individuen und Organisationen zum Ausdruck bringen kann, die außerordentliche Leistungen für den Staat Israel und die gesamte Menschheit erbracht haben. (…) Es ist an der Zeit für uns, großartigen Menschen zu danken, die als Vorbild für die nächsten Generationen dienen“, erklärte Präsident Peres in seiner Eröffnungsrede. An die Preisträger gerichtet sagte Peres: „Sie sind ein leuchtendes Vorbild für uns alle. Es ist uns eine Ehre, dass wir Ihnen den israelischen Verdienstorden überreichen dürfen.“

Die Medaille selbst wurde von der Bezalel-Akademie für Kunst gemeinsam mit dem Designer Yossi Matityahu gestaltet. Auf der Medaille ist der Polarstern zu sehen, der für den gerechten Weg steht, und eine Menorah, die die Erneuerung des Staates Israel und eine starke Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart symbolisiert. Am unteren Rand stehen die Worte „Von seiner Schulter an aufwärts“ aus dem ersten Buch Samuel, die laut dem Designer für die einzigartigen Charaktereigenschaften der Preisträger stehen. (AM Israel/“Presidential Award of Distinction“©Yossi Matityahu)

Shoah-Stücke für drusische und beduinische Schüler

Das israelische jiddisch-sprachige Theater „Yiddishpiel“ bringt zwei Theaterstücke über den Holocaust an Schulen in drusischen und beduinischen Gemeinden in Nordisrael.
„Vor drei Jahren haben wir Ortsvorsteher von arabischen und drusischen Dörfern eingeladen, das Musical „Gebirtig“ zu sehen, was sehr bewegend war. Im Anschluss an das Stück haben wir ein jiddisch-drusisches Treffen in dem Ort Daliyat al-Karmel veranstaltet“,
so die Leitung von Yiddishspiel in einer Stellungnahme. „Im letzten September hat uns der Vorsitzende der Kulturabteilung von Daliat Al-Karmel, Bashir Hason, eingeladen, das Stück in der Schule des Dorfes vorzustellen, und es war ein großer Erfolg.“
„Das Thema ist Teil des Lehrplanes an den Schulen, und wir dachten, es sei eine gute Idee, es den Schülern über ein Theaterstück näher zu bringen. Genauso wie die Kinder hier die arabische Geschichte lernen, sollten sie auch die Geschichte des jüdischen Volkes kennen lernen. Der Holocaust ist ein integraler Bestandteil der Geschichte des 20. Jahrhunderts.“

Das Stück „Gebirtig“ ist im Original auf Jiddisch und wird auch von dem Ensemble für gewöhnlich auf Jiddisch aufgeführt. Die arabischen Schüler werden jedoch eine hebräische Version sehen, in der nur die Lieder im jiddischen Original sind. Das Stück wird auch in anderen Gemeinden in Nordisrael zu sehen sein. (Ynet/Szene aus „Gebirtig“©Yiddishpiel)

Israel ist Mitglied in das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Haim Waxman, stellvertretender Botschafter Israels bei den UN sprach  Anfang Februar bei der Eröffnung der Sitzung des UNDP-Exekutivrats. In seiner Rede erklärte er: „Dieser Prozess bedeutet für Israel einen weiteren Aufstieg in die Einbindung in die internationale Agenda, über den arabisch-israelischen Konflikt hinaus.“  Waxman fügte hinzu, die Aufnahme sei Ausdruck des „Wandels, den wir von einem Entwicklungsland zu einem entwickelten Land durchgemacht haben“.
177 Staaten sind Mitglied in der Organisation, Israel ist als Vertretung der „Gruppe europäischer und anderer Staaten“ eines von 36 Mitgliedern des Exekutivrates.
(Haaretz)

Tel Aviv weiht Fouad-Dajani-Platz ein

In Tel Aviv-Jaffa wurde Ende Februar ein Platz nach dem arabischen Arzt Fouad Ibrahim Dajani benannt. Der Arzt, der von 1890 bis 1940 in Jaffa gelebt hatte, ist der Gründer des gleichnamigen Krankenhauses. Dajani hatte das Krankenhaus in den 1930er Jahren aufgebaut und sich auf Chirurgie und Geburtshilfe spezialisiert. Im Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Auszeichnung für die ärztliche Behandlung britischer Soldaten.

Zur Einweihung des Platzes waren dreihundert Personen angereist, darunter sein Sohn und viele weitere Familienmitglieder, unter anderem aus den USA, Tunesien, Großbritannien und Jordanien. Ahmad Mashharawi, Mitglied des Stadtrates, erklärte: „Dies ist ein historischer Tag, der Juden und Araber verbindet. Dajani ist mit allen zurechtgekommen.“ (Ynet/Angehörige der Familie © M. Kamchi))

Gemeinsame israelisch-palästinensische Meinungsumfrage

Aus einer aktuellen Meinungsumfrage, die durch die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wurde, geht hervor, dass die Ansicht zum Friedensprozess auf beiden Seiten weiterhin von Pessimismus und wechselseitigem Misstrauen geprägt ist. Dies spiegelt sich in den Ansichten der befragten Israelis und Palästinenser bezüglich des festgefahrenen Friedensprozesses und der Aussicht auf eine zeitnahe Lösung des Konflikts wieder. Dennoch ist die Kompromissbereit-schaft im Blick auf ein Endstatusabkommen auf beiden Seiten deutlich gestiegen.
Die gemeinsame israelisch-palästinensische Umfrage vom Dezember 2011 -  es wurden dafür 1.270 Palästinenser und 605 Israelis befragt – legte den Schwerpunkt auf den eingefrorenen Friedensprozess. Ein aktueller Akzent war der sich zuspitzende Konflikt mit dem Iran.

Die wichtigsten Ergebnisse
Generell herrscht sowohl bei Palästinensern als auch bei Israelis weiterhin Pessimismus vor. An einen Punkt fällt indes eine große Diskrepanz auf: Nur die israelischen Befragten gehen mehrheitlich davon aus, dass die bewaffnete Konfrontation nicht aufhören wird und beide Seiten nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren werden. 54,4% aller Israelis glauben das. Im Dezember 2010 waren es lediglich 35,5%. Auf palästinensischer Seite ist man wesentlich weniger pessimistisch. Nur 19,9% glauben an eine Fortsetzung bewaffne- ter Zusammenstöße ohne Rückkehr an den Verhandlungstisch. Im Dezember 2010 waren es noch 35,1%.
Die Umfrage umfasst vier Themengebiete: das Meinungsbild über ein endgültiges Abkommen, Erwartungen hinsichtlich der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die Vereinten Nationen, ein israelischer Militärschlag gegen die iranischen Nuklearanlagen sowie Konfliktmanagement und Einschätzung von Bedrohungen.

Endgültige Grenzen und Gebietsaustausch


Von den Palästinensern unterstützen 63% einen israelischen Abzug aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen unter folgenden Bedingungen: Siedlungsgebiete auf einer Landfläche, die weniger als 3% des Westjordanlands betrage, würden an Israel gegeben. Im Gegenzug erhielten die Palästinenser eine entsprechend große Gebietsfläche von Israel. Den Befragten wurde dies anhand einer Landkarte veranschaulicht. Dieselbe Karte wurde den Befragten schon im Dezember 2010 gezeigt, als die Befürwortung der Kompromisslösung noch bei 49% und die Ablehnung bei 50% lag. Im Jahr 2011 war die Unterstützung also 14% höher.

Auf der israelischen Seite befürworten 51 Prozent der Befragten einen palästinensischen Staat auf der gesamten Gebietsfläche von Judäa, Samaria und dem Gazastreifen – abzüglich einiger großer Siedlungsblöcke, die von Israel annektiert würden. Diese gehen aber nicht über 3% der Fläche des Westjordanlands hinaus. Israel würde im Gegenzug alle übrigen Siedlungen räumen und den Palästinensern ein Gebiet in der gleichen Größe entlang des Gazastreifens überlassen. Im Dezember 2010 sprachen sich 49% der Israelis für und 43% gegen diese Komponente aus.

Ende des Konflikts


Einem Kompromiss zur Beendigung des Konfliktes würden 63 Prozent der Palästinenser zustimmen, demzufolge die vollständige Umsetzung des Abkommens über den endgültigen Status das Ende des Konflikts und die Aufgabe aller gegenseitigen Forderungen bedeute. Die Konfliktparteien würden sich verpflichten, Palästina und Israel als die Heimatländer der jeweiligen Völker anzuerkennen. 35% hingegen lehnen diesen Kompromiss ab. Im Dezember 2010 befürworteten nur 58% diesen Vorschlag und 41% lehnten ihn ab.

Unter den befragten Israelis befinden sich 70%t, die diesen Kompromiss zur Beendigung des Konflikts unterstützen und 27%, die ihn verwerfen. Ähnliche Angaben weist auch die Umfrage von Dezember 2010 auf, in der 68% der Israelis sich für diese Lösung aussprachen, während 25% sich negativ dazu äußerten.

Niedrige Chancen für unabhängigen Palästinenserstaat


Die Erwartungen hinsichtlich eines Endstatusabkommens sind auf beiden Seiten gedämpft. 68% der Israelis und 62% der Palästinenser denken, es sei derzeit unmöglich, eine solche Einigung zu erzielen.

Auch die Chancen auf die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates innerhalb der nächsten fünf Jahre neben dem Staat Israel werden von beiden Bevölkerungen als niedrig eingeschätzt. 66% der Israelis und 63% der Palästinenser halten diese für gering bis nicht bestehend.

Anerkennung eines Palästinenserstaates durch Vereinte Nationen?


Während 52%  der Palästinenser denken, dass ein Staat Palästina im Jahr 2012 die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen erhält, glauben 42% nicht daran. Auf israelischer Seite rechnen 44%  mit der UN-Mitgliedschaft, während 49% nicht davon ausgehen.
Auf die Frage, welche Reaktion die Israelis von den Palästinensern erwarten, antworteten 47% der Israelis, dass sie mit einer Intifada und bewaffneten Zusammenstößen seitens der Palästinenser rechneten. 25% hofften auf einen gewaltlosem Widerstand wie friedlichen Demonstrationen und 17% gehen davon aus, dass die Palästinenser in diesem Fall zu Verhandlungen mit der israelischen Regierung zurückkehrten. Die palästinensische Antwort ist geteilt: 31% denken, sie könnten den Abzug der Israelis durch friedliche gewaltlose Demonstrationen erreichen, 30% glauben, bewaffnete Angriffe auf die israelische Armee und Siedler könnten einen Rückzug erzwingen und 32% halten Verhandlungen für das richtige Mittel.

Ein israelischer Militärschlag gegen die iranischen Nuklearanlagen


Von den Israelis befürworten 47 Prozent eine etwaige Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen, 41% sprechen sich dagegen aus. 56% denken, dass die Mehrheit der israelischen Öffentlichkeit einen solchen Schlag unterstützen würde, wohingegen nur 25% von dem Gegenteil ausgehen.

Die Palästinenser sind gespalten in ihrer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines israelischen Militärschlages gegen die iranischen Kernanlagen: Während 48% einen Angriff für wahrscheinlich halten, denken weitere 48% der Befragten, dass dies nicht geschehen werde.

Anerkennung der Identität des Anderen


Die gegenseitige Anerkennung der Identität des Anderen im Rahmen eines Endstatusabkommens unterstützen 66% der israelischen Öffentlichkeit, 29% lehnen sie ab. Unter den Palästinensern liegt die Befürwortung für diesen Schritt bei 52%, während sich 47% dagegen aussprechen. Im September 2011 lag der Zuspruch zu dieser Maßnahme unter den Israelis noch bei 58%, 36% lehnten die gegenseitige Anerkennung der Identität ab. Die entsprechenden Zahlen für die palästinensische Bevölkerung lagen bei 46% Unterstützung und 52% Widerspruch.

Mögliche langfristige Ziele 


Etwa 60% der Palästinenser sehen ein langfristiges Ziel der Israelis in einer Ausweitung der israelischen Grenzen über die gesamte Fläche zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer und eine Ausweisung arabischer Staatsbürger. Hingegen gehen 22% davon aus, dass Israels Absicht darin liege, das Westjordanland zu annektieren und den Palästinensern politische Rechte zu verwehren. 

Nahezu die Hälfte der Israelis (45%) glaubt wiederum, dass das langfristige Ziel der Palästinenser in der Eroberung des israelischen Staates und der Auslöschung eines Großteils der in Israel lebenden, jüdischen Bevölkerung bestehe. 22% gehen davon aus, dass die Absicht der Palästinenser die Eroberung des Staates Israel sei. Nur 17% der Palästinenser denken, dass das langfristige Bestreben der Israelis darin liege, sich aus den 1967 besetzten Gebieten oder Teilen davon zurückzuziehen. 29% der Israelis vermuten, dass die Palästinenser beabsichtigten, einen Teil oder das gesamte Gebiet, das 1967 von Ägypten und Jordanien erobert wurde, zurückzugewinnen.

 

Statistik: Zwei Prozent Christen in Israel

Zu Weihnachten 2011 lebten rund 154.000 Christen in Israel. Sie machen zwei Prozent der Bevölkerung aus – so das israelische Zentralbüro für Statistik. Demnach sind 80,4 Prozent der Christen in Israel Araber. Der Rest sind Christen, die zusammen mit jüdischen Familienmitgliedern unter dem Rückkehrgesetz nach Israel immigriert sind. Der Großteil davon ist mit der Migrationswelle der 1990er Jahre aus der ehemaligen Sowjetunion in den jüdischen Staat gekommen.

Die Städte, in denen die meisten christlichen Araber wohnen, waren Ende 2010 Nazareth (22.200), Haifa (13.800) und Schfaram (9.300). Überdies lebten in Haifa 3.300 nicht-arabische Christen, in Jerusalem 3.000 und in Schfaram 2.800.

Heirat drei Jahre später als Muslime
Das Durchschnittsalter der christlichen Bräutigame bei ihrer ersten Hochzeit ist 29,1 Jahre. Im Vergleich zu Juden sind sie damit 1,5 Jahre älter, 2 Jahre älter als Drusen und circa 3 Jahre älter als Muslime. Die christlichen Bräute sind bei ihrer ersten Hochzeit durchschnittlich 24,5 Jahre alt. Damit sind sie ein Jahr jünger als jüdische Bräute, 3 Jahre älter als Drusinnen und 4 Jahre älter als Muslimas. 

Durchschnittlich haben Christen in Israel 2,2 Kinder, ähnlich wie die Juden mit 2,3 Kindern, jedoch weniger als Muslime mit durchschnittlich 3,1 Kindern.

Christen besonders gute Schüler


Über die Jahren erreichten die christlichen Araber in der Schule die höchste Erfolgsquote im Abitur. Im Jahr 2010 bestanden 63 Prozent der christlichen Zwölftklässler das Abitur, 46 Prozent der Muslime, 55 Prozent der Drusen und 58 Prozent aller Schüler im jüdischen Bildungssystem.

2010 studierten insgesamt 5.300 israelische Christen und machten damit 1,8 Prozent der Studenten des akademischen Bildungsweges aus. Unter den christlichen Bachelorstudenten war das beliebteste Fach Jura (11,4 Prozent), gefolgt von Sozial-wissenschaften mit einem Anteil von 9,4 Prozent.
 (inn)

Tel Aviv kreativste Stadt der Welt

Tel Aviv gehört mit London, Sydney, Stockholm und Shanghai zu den kreativsten Städten der Welt. Das befand die zweitgrößte Tageszeitung Kanadas, „The Globe and Mail“, unter Berufung auf den „Global Creativity Index“ der „Roman School of Management“.

Der entwickelte Index zeigt das Innovationspotential der Städte auf und fokussiert sich insbesondere auf die „Drei Ts“: Technologie, Talent und Toleranz. Dass Israel und vor allem Jungunternehmer in der Umgebung Tel Avivs im technischen Bereich Spitze sind, zeigt sich nach Ansicht der Juroren an der Entwicklung und dem Verkauf von Software an internationale Großunternehmen.

Unser Verhältnis zu den israelischen Arabern

Die Knessetabgeordnete Anastassia Michaeli hat alle überrascht, als sie letzte Woche dem Knessetabgeordneten Ghaleb Majadele Wasser ins Gesicht schüttete. Nicht einmal von ihr hatte man so etwas erwartet.

Majadele saß da, sein Gesicht nass, künstlich lächelnd vor Verlegenheit. Michaeli wollte so die Aufmerksamkeit auf die, wie sie es nennt, „Hetze“ des Arabers lenken, doch vor allem zog sie die Aufmerksamkeit auf den arabischen Knessetabgeordneten der Arbeitspartei Majadele. Vielleicht erfährt Michaeli aus gewissen Kreisen der Araber-Hasser und Provokateure Unterstützung. Jedoch waren die Assoziationen, die die israelische und auch jüdische Öffentlichkeit zu dem Vorfall hatte, ganz andere.

Ghaleb Majadele hat im Staat Israel nicht weniger Rechte als Michaeli und ihre Freunde. Er lebt in Baqa al-Gharbiyye, so wie es seine Familie seit Generationen tut. Zwar ist er nicht wie Michaeli zum Judentum konvertiert, doch er ist ein engagierter Bürger. Seit vielen Jahren ist er in Sportverbänden und politischen Organisationen aktiv. Er hat sich nicht einer der arabischen Parteien angeschlossen, sondern sich für die Mitgliedschaft in einer israelisch-zionistischen Partei entschieden.

Die meisten israelischen Araber werden wohl nicht so bald zu Anhängern der zionistischen Bewegung werden. Sie leben in Israel, weil sie das Recht dazu haben, und dieses Recht leitet sich daraus ab, dass ihre Familien seit Generationen im Land leben. Die Tatsache, dass sie keine Juden sind, hat keinen Einfluss auf ihren Status als Bürger des Staates Israel.

In Israel gibt es eine jüdische Mehrheit, die den Charakter des Staates bestimmt. Dies ist das Recht eines unabhängigen demokratischen Staates. Doch das Glas Wasser, das Michaeli Majadele ins Gesicht geschüttet hat, lässt  den Gedanken aufkommen, es gäbe im Staat Israel solche, die „gleicher als gleich“ sind. Vielleicht hören jetzt auch einige genauer hin und verstehen die Botschaft, die Michaeli herüberbringen wollte.

Jeder Abgeordnete der Knesset ist genauso viel wert wie der andere- jede jüdische Arroganz gegenüber arabischen Parlamentsmitgliedern ist nichts als Rassismus, dessen Ursprung weder in der jüdischen Tradition noch sonst im Judentum begründet liegt. 
 
Es stimmt, die Koexistenz von Juden und Arabern in diesem Land ist keine einfache Angelegenheit,  umso mehr, da Israel in einem ständigen Konflikt mit den Palästinensern liegt und die arabischen Israelis sich voll und ganz als palästinensische Araber verstehen.

Die Bürger des Staates Israel wollen terroristische Verbrechen extremistischer Elemente unter den israelischen Arabern verhindern. Doch wir haben es in der Hand, ob wir die israelischen Araber als Brücke zur Verbesserung der Beziehungen mit der arabischen Welt nutzen möchten, oder als gewaltige Tretmine, die wir nicht entschärfen können, besonders nicht als kleines Land inmitten eines arabischen Nahen Ostens.

Ich habe arabische Freunde in Um al-Fahm, Nazareth, Tira, Taibe und anderen Dörfern. Es besteht dort ein großer Wunsch, in Anerkennung der Unterschiede, die durch die Situation im Nahen Osten nun einmal bestehen, miteinander in Frieden zu leben. Der Versuch, ihnen Angst zu machen, ist nicht nur unberechtigt, er ist auch nicht effektiv.

Die Tat von Anastassia Michaeli ereignete sich in einer Zeit, in der Stimmen laut werden, die den arabischen Israelis das Recht auf kostenlose Kinderbetreuung ab drei Jahren absprechen wollen, mit dem Argument, sie seien nicht bei der Armee gewesen. Deshalb ist es gerade jetzt es wichtig, die Augen aufzumachen und zu erkennen, wohin eine solche Hetze führen kann, die auf Arroganz und Selbstüberschätzung beruht. 
 
Die Knessetabgeordnete Michaeli wollte, so scheint es mir, einem arabischen Knessetabgeordneten drohen. Doch die daraus resultierende Botschaft an die Öffentlichkeit ist eine andere: Dass auch der Andere und von uns Verschiedene Respekt und Gleichberechtigung verdient hat in unserem jüdischen Staat. Somit erinnert sie an den biblischen Bileam- sie wollte verfluchen und brachte Segen. 

 (Israel Ha-Yom, 17.01.12)

Der Autor ist ehemaliges Knessetmitglied für die Arbeitspartei und ehemaliger Innen- und Tourismusminister.


Hohe Anwaltsdichte in Israel

Einer von 157 Israelis ist heute Rechtsanwalt – damit wurde ein neuer Rekord im Zahlenverhältnis zwischen Anwälten und Einwohnern aufgestellt. Die 1.102 neuen Mitglieder der Anwaltskammer haben teilweise Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden.

Matan Arnavi ist das 60.000. Mitglied in der Geschichte der israelischen Anwaltskammer. Er wurde von der Kanzlei in Tel Aviv übernommen, in der er sein Referendariat gemacht hat. 48.000 Mitglieder sind noch aktiv. In Israel ist die Anwaltsquote ungewöhnlich hoch: Hat im jüdischen Staat einer von 157 Einwohnern den Beruf erlernt, ist es in den USA einer von 270. In Großbritannien kommen 400 Bürger auf einen Rechtsanwalt, in Deutschland 600 und in China 8.000.

Arnavi plädiert gegenüber der Tageszeitung ‚Ma´ariv‘ für strengere Aufnahmekriterien bei der Einschreibung für das Jurastudium. Eine schwierige Abschlussprüfung sei hingegen nicht der richtige Weg. Dabei habe er an sich kein Problem mit der großen Anzahl. „Was mich stört, ist, dass die Quantität größer geworden ist und die Qualität abnimmt.” Viele Anwälte begriffen nicht, was es heiße, einen anderen Menschen zu vertreten. Zudem habe der Beruf an Wertschätzung verloren. „Heute kann jeder, der ein Abiturzeugnis hat, mit Studieren beginnen. Das führt zu einem Rückgang der Qualität. Das ist ein grundlegendes Problem, und man muss sich damit befassen.”       (inn)