Erste äthiopisch-stämmige Botschafterin ernannt

Das israelische Außenministerium hat erstmals eine Frau äthiopischer Herkunft als Botschafterin benannt. Belaynesh Zevadia war die erste äthiopische Kadettin im Außenminis-terium und wird als Vertreterin Israels in Addis Abeba dienen. Die Nominierung muss noch von der Regierung bestätigt werden. Zevadia kam im Alter von 17 Jahren nach Israel. Seit sie für das Außenministerium arbeitet, war sie in den israelischen Konsulaten in Chicago und Houston tätig.

Außenminister Avigdor Lieberman begrüßte ausdrücklich die Entscheidung. „Diese Ernennung ist eine Botschaft an die israelische Öffentlichkeit. […] Sie ist eine Botschaft gegen Diskriminierung. In Israel werden Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten für den öffentlichen Dienst ausgewählt, und nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts“, so Lieberman.

Weitere Botschafternominierungen des Außenministeriums sind Yigal Caspi für Bern, David Waltzer für die Europäische Union und Amiram Magid, der für die Staaten der Karibik zuständig sein soll. Alle Nominierungen müssen noch von der Regierung bestätigt werden. 

Der neue israelische Botschafter in Ägypten, Yaacov Amitai, hat bereits in einer offiziellen Zeremonie dem Vorsitzenden des Obersten Rats der ägyptischen Streitkräfte, Mohammed Hussein Tantawi, sein Akkreditierungsschreiben übergeben. Bei der Zeremonie wurden auch neue Botschafter anderer Länder akkreditiert.  Die Zeremonie fand in freundschaftlicher Atmosphäre statt, und die israelische Nationalhymne „Hatikvah“ wurde gemeinsam mit den anderen Hymnen vorgetragen. Botschafter Amitai und Feldmar-schall Tantawi betonten die Bedeutung des Friedensabkommens und der Kooperation zwischen den beiden Ländern.  (AM Israel)

Bücher für junge Leser

 

Daniella Carmi
Samir und Jonathan
(ab 10) dtv

Das Buch handelt von einem circa 12-jährigen palästinensischen Jungen namens Samir. Dieser lebt mit seiner Familie im Nahen Osten, in der Westbank. Wegen einer komplizierten Knieoperation wird Samir von seiner Mutter  in ein israelisches Krankenhaus gebracht, was ihm überhaupt nicht gefällt. Seine Aversion gegen Juden,  die die Palästinenser bekämpfen, wird verstärkt durch die Tatsache, dass sein Bruder Fadi durch einen Israeli umgekommen ist. Ständig muss Samir an diesen einschneidenden Schicksalsschlag denken. Er zieht sogar kurzfristig in Erwägung, lieber ein lahmes Bein zu haben, wie der Fladenbrotverkäufer, als zu
den Juden ins Krankenhaus zu gehen.
Im Krankenzimmer liegen noch  vier andere Kinder Zachi, Jonathan, Miki und Ludmilla, die auch ihre eigenen Probleme und Krankengeschichten haben. Zunächst ist Samir alles fremd: die Sprache, die Bräuche und auch die Musik; doch er entdeckt auch für sich, wie friedlich es zugehen kann, ohne die ständigen Kämpfe zwischen Israelis und Palästinen- sern.  Samir freundet sich langsam mit Jonathan an, der ihm, weil er sehr belesen ist, den Sternenhimmel und die Evolution erklärt. Außerdem nimmt Jonathan ihn nach seiner Operation heimlich  ins Krankenschwesternzimmer mit, um PC-Spiele zu spielen. Bevor Samir das Krankenhaus verlässt, macht ihm sein ärgster Feind ein kleines Friedensangebot …

Anita Friedrich
Ilona wird Kibbuznik
Aaronis Collection

Im Sommer 1973 fährt die zwölfjährige Ilona Stein mit ihren Eltern, ihrem vierjährigen Bruder Michael und ihrem Hund auf dem Schiff ‚Nili‘ ihrer neuen Heimat Israel entgegen. Sie hat nur ungern von Wien Abschied genommen und sie hat Angst vor dem Neuen, das sie in Israel erwartet. Sie werden nicht wie bisher in einer Stadtwohnung leben, sondern in einem kleinen Dorf mitten in der Wüste. Das dieses Dorf ein Kibbuz ist, erfüllt das Mädchen mit besonderen Schrecken. llona und ihr Bruder werden nämlich in Givat Moshe nicht bei den Eltern wohnen, sondern jeder für sich in seiner Gruppe im Kinderhaus. Diese Kindergesell-schaft ist es, vor der Ilona am meisten Angst hat. Die Kinder von Givat Moshe führen ihre eigene Wirtschaft und haben ihre eigenen Gesetze. Gerade fängt Ilona an, sich im Kibbuz einzuleben, da bricht der 4. arabisch-israelische Krieg aus. Bange Wochen vergehen in Sorge um Väter und Brüder an der Front. ….

David Grossman
Wohin du mich führst
(ab 14) dtv

So aufregend hat sich der 16-jährige Assaf seinen Ferienjob nicht vorgestellt: Ein herrenloser Hund zerrt ihn an der Leine hinter sich her quer durch die ganze Stadt Jerusalem. Er soll die Person finden, der das Tier entlaufen ist. Der Hund führt den schüchternen Jungen zu den verschiedensten Personen und Assaf erfährt so nach und nach mehr über die Hundebesitzerin, die 16-jährige Tamar. Warum hat Tamar alle Brücken zu ihrem früheren Leben abgebrochen? In welche dunklen Machenschaften ist sie verstrickt? Immer stärker fühlt sich Assaf zu dem Mädchen hingezogen, und längst geht es nicht mehr darum, nur den Hund zurückzubringen. …

Barbara Honigmann
Soharas Reise
dtv

Zwei Reisen: Nach dem Algerienkrieg, mit sechzehn, wird Sohara wie alle arabischen Juden aus der algerischen Heimat vertrieben und nach Frankreich „repa-triiert“; Jahre später holt sie ihre mit Hilfe einer „Tora-Connection“ vom Vater entführten Kinder von London nach Straßburg zurück. Im Zentrum aber steht vor allem die Reise, die dazwischen liegt, die Lebensreise, das Exil, der Aufbruch.

Amos Oz
Sumchi
dtv

„Einmal bekam ich ein Fahrrad geschenkt und tauschte es gegen eine Eisenbahn, für die ich einen Hund bekam, an dessen Stelle ich dann einen Spitzer fand, den ich gegen Liebe hergab.“ 
Das ist die Kurzversion der Geschichte. Sumchi träumt. Und zwar von Esthi, seiner Klassenkameradin, in die er hoffnungslos verliebt ist. Und von dem Land Ubangi-Schari, in das er irgendwann ziehen wird, um Abenteuer zu erleben. Erst einmal hält das Glück etwas anderes für ihn bereit: ein Fahrrad.

Galila Ron-Feder
Die Tage nach dem Anschlag
(ab 14) Beltz & Gelberg

Dotan und Jair sind die besten Freunde. Als Ja’ir ihn vor der Schule zum Jogging abholen will, läßt sich Dotan jedoch entschuldigen. Angeblich hat er hohes Fieber. In Wirklichkeit ist es Dotans Angst, in der Mathearbeit zu versagen – eine Ausrede, die ihm noch schwer zu schaffen machen wird. Jair läuft alleine los und nur wenig später hört Dotan die Polizeisirenen. Erst beruhigt er sich damit, dass Polizeisirenen an einer ‚Nahtstelle‘ nichts Ungewöhnliches sind. ‚Nahtstellen‘ sind jene israelischen Stadtteile in Jerusalem, die an arabische grenzen. Dann ruft Dotans Freundin aus der Schule an, und teilt ihm mit, daß Jair von einem Araber erstochen worden ist. Neben den Selbstvorwürfen, nicht bei Jair gewesen zu sein, stellt sich Dotan die Frage, wie er mit seiner Trauer um den Tod seines besten Freundes umgehen soll.

Bat-Chen Shachak
Ich träume vom Frieden
Bloomsbury

Mit zehn Jahren beginnt Bat-Chen ein Tagebuch zu führen. Sie notiert den Alltag eines jungen Mädchens, das aufmerksam in die Welt blickt und davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Doch wenn man in Israel aufwächst, gehören nicht nur die Familie, die Freunde, die Schule zum Alltag, sondern auch die Angst. Die Angst vor Anschlägen, die Angst, dass die Eltern, die Geschwister tot sein könnten, wenn man aus der Schule kommt. „Vielleicht bin ich bloß ein naives kleines Mädchen, aber darf ich mir nicht Frieden und Sicherheit wünschen?“, schreibt Bat-Chen. An ihrem 15. Geburtstag wurde sie Opfer eines Selbstmordattentats. Ihr Tagebuch ist ein bewegendes Dokument der Sehnsucht nach Frieden.

Shoham Smith, Aya Gordon-Noy
Ein Tag in Jerusalem
(Ab 6) Pattloch Verlag

Daniel darf die Osterferien in Jerusalem verbringen- bei seiner Oma Israela, die dort Reiseführerin ist. In Begleitung ihrer Touristengruppe und dem Löwen Leo, dem Stadtsymbol von Jerusalem, erlebt Daniel einen Tag voller Überraschungen und Abenteuer. Sie besuchen die Klagemauer, die Davidszitadelle, den Felsen- dom, die Knesset und viele andere historische Plätze in der Stadt- und Oma Israela hat zu allem viel zu erzählen.

Noemi Staszewski
Mona und der alte Mann.
Kinderbuch zum Judentum
Patmos

Dass Essen koscher sein kann und wie man eine Laubhütte baut, das weiß Mona- seit sie Joel Schwarz kennt. Herr Schwarz ist Jude und freut sich über die Bekanntschaft mit dem neugierigen Mädchen. Er lädt sie ein seine Religion mit ihren Festen und Bräuchen kennenzulernen. Und im Laufe etwa eines Jahres lernt Mona eine ganze Menge über das Judentum und das Leben der Juden heute. Das Buch bietet aber nicht nur eine Erzählung, sondern erklärt auf Extraseiten alle wichtigen Themen des Judentums: den Schabbat und den jüdischen Kalender, die Feste und die Pessachbräuche, die Shoa und Jom Kippur. Eine gelungene Einführung in die Welt des Judentums, nicht nur für Kinder!

Tamar Verete-Zehavi
Aftershock
Ein Selbstmordattentat und die Folgen

Jerus ist 17 und Israelin. Nadira ist 18 und Palästinenserin. Sie leben nicht weit voneinander entfernt, treffen sich aber nur einmal – in einem Supermarkt in Jerusalem, an dem Tag, als Nadira ihren Sprengstoffgürtel zündet. Die 15-jährige Ella überlebt das Attentat, anders als ihre beste Freundin Jerus. Doch kann sie auch lernen weiterzuleben?

Israelisches Dorf für Erdbebenopfer in Türkei

Drei Monate nach dem schweren Erdbeben, das den Osten der Türkei erschütterte, konnte ein „israelisches Dorf“ für 1.300 Bewohner in der Provinz Van eröffnet werden. Gouverneur Münir Karaoglu führte gemeinsam mit dem Universitätsdekan Mehmet Uzer eine Delegation des Verteidigungsministeriums durch das Viertel.Während der Tour erklärte der Dekan, dass etwa 800 Studenten in den Wohncontainern unterkommen sollen. „Dank Ihnen können wir wieder zu unseren Leben zurückkehren und den Studenten, die nach dem Beben zu ihren Eltern geflohen sind, eine Unterkunft bieten.“

Bei der Eröffnungsfeier erklärte der Gouverneur: „Nach dem starken Erdbeben kamen Sie, die Israelis, mit reichlich Equipment und reichlich gutem Willen uns zu helfen, und dafür möchte ich Ihnen aus tiefstem Herzen danken. Sie sind unsere wahren Freunde, und der Beweis dafür steht hier direkt vor uns.“  (Ynet)

 

Israelisch-arabischer Musiker erhält Yoko Ono-Preis

Nabeel Abboud-Ashkar, 34-jähriger Violinist und Leiter des Polyphony-Konservatoriums in Nazareth, wird mit dem „Yoko Ono Lennon Courage Award for the Arts“ ausgezeichnet.

Der Preis wird seit 2009 jährlich von Yoko Ono an Künstler vergeben, die sich durch ihre Kunst um den Frieden verdient gemacht haben.Ashkar hat das Polyphony-Konservatorium im März 2011 gegründet, um durch klassische Musik Toleranz und Koexistenz zu fördern.„Die Organisation glaubt, dass wir durch Musik gleiche Möglichkeiten für Musikerziehung und einen Dialog zwischen arabischen und jüdischen Jugendlichen in Israel ermöglichen können“, so Ashkar. „Der Preis gibt mir das Gefühl, dass es auf der Welt Menschen gibt, die an unseren Weg glauben“, fügte er hinzu.

Ashkar, geboren in Nazareth, hat in Tel Aviv und Rostock studiert und ist Mitglied des West-östlichen Diwan-Orchesters von Daniel Barenboim. Der Preis wurde am 26. Februar in New York übergeben. (Haaretz)

„The Times of Israel“ – Neue Online-Zeitung

The Times of Israel heißt eine englischsprachige Internet-Zeitung, die in diesen Tagen online gegangen ist. Gründungs-Herausgeber ist David Horovitz, ehemaliger Herausgeber der renommierten „Jerusalem Post“. Horovitz selbst erklärt, Ziel der neuen Zeitung sei eine unabhängige Berichterstattung auf höchstem Niveau. Besonderheit ist unter anderem ein Pressespiegel der hebräisch- und arabischsprachigen Presse. „Ziel ist, ein umfassendes Bild einer sich schnell wandelnden regionalen Umgebung zu vermitteln“, fasst Horovitz zusammen.   (Times of Israel)

Bilder des Nationalen Bildarchivs frei zugänglich

Das Nationale Bildarchiv ist in weiten Teilen zur freien Verwendung freigegeben. Nutzer können 150.000 Fotografien einsehen und häufig auch herunterladen und weiterverwenden, ohne dabei das Copy-Right zu verletzen. „Wir begrüßen diesen Schritt, der der Öffentlichkeit Zugang zu Information und historischen Materialien gewährt“, so Itzik Edri, Sprecher von Wikimedia Israel. Es sei jedoch immer noch kompliziert herauszufinden, welche der Bilder tatsächlich für welche Verwendung freigegeben worden seien.

Das Finanzkomitee der Knesset wird in den folgenden Wochen diskutieren, ob alle Bilder freigegeben werden sollen. 100.000 US-Dollar verdient der Staat zurzeit jährlich durch Copy-Right-Einkünfte. „Darauf zu verzichten, wäre ein kleiner Preis für einen gigantischen Nutzen“, fasst Edri zusammen.

Das Nationale Fotoarchiv finden Sie hier: http://147.237.72.31/topsrch/defaulte.htm

Weitere Bilder für den freien Gebrauch gibt es außerdem auf der Seite des Tourismus-Ministeriums: http://gallery.tourism.gov.il/pages/main.aspx

Interessante historisch Dokumente und Fotografien stellt auch das National-Archiv online zur Verfügung: http://www.archives.gov.il/ArchiveGov_eng

 

Es ist nie zu spät für die Aliya

Philip und Dorothy Grossman, 95 und 93 Jahre alt, sind wahrscheinlich das älteste Paar, das jemals gemeinsam nach Israel eingewandert ist.
Das Ehepaar aus Baltimore ist am Ben Gurion-Flughafen eingetroffen und wurde von vier nachfolgenden Generationen in Empfang genommen- sie haben in Israel eine große Familie, darunter zwei Ururenkel.  Ihr Urenkel Yoef Segel erklärte, sein Urgroßvater sei fit und vor allem technikbegeistert. „Einen Facebook-Account hat er nicht, doch er arbeitet sehr viel am Computer und schreibt Briefe“, so Segel.

Die jüngsten Einwanderer jemals sind wohl acht Säuglinge, die 1991 während der Operation Solomon im Flugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv geboren wurden. Als älteste Einwanderer gelten zwei Olim aus der ehemaligen Sowjetunion, die bei ihrer Einwanderung 111 Jahre alt gewesen sein sollen.  (Jerusalem Post,/Ehepaar Grossman ©Nefesh beNefesh)

Siedler und Palästinenser pflanzen gemeinsam Bäume

Im Rahmen einer haben die Einwohner der Siedlung Efrat und Bewohner des benachbarten Dorfes Jurat al-Shama im Westjordanland gemeinsam ein Wäldchen angelegt. Die Aktion fand am jüdischen Feiertag Tu B’Shvat statt und soll gegen den Staub schützen, der von der angrenzenden Holzverarbeitungsanlage ausgehend die Luft verschmutzt.

Abu-Taled, der Besitzer der Holzfabrik und Bewohner von Jurat al-Shama, hatte erst kürzlich den Beschwerden nachgegeben und eine Mauer zum Schutz vor dem Staub errichtet. Doch die Mauer stellte weder die palästinensischen noch die jüdischen Anwohner zufrieden. Deshalb schlug Oded Ravivi, der Bürgermeister von Efrat, vor, die Mauer durch einen kleinen Hain zu ersetzen. „Wir trafen uns mit Abu-Taled und einigten uns, an Tu B’Shvat Bäume gegen den Staub zu pflanzen. Abu-Taled war sofort begeistert und versprach, Freunde und Angestellte mitzubringen. So konnten wir eine Mizwa tun und gleichzeitig unsere Beziehungen verbessern und uns für eine friedliche Koexistenz einsetzen.“

Weitere nachbarschaftliche Zusammenarbeit ist auch für die Zukunft geplant: So wird derzeit die Möglichkeit erörtert, das Sicherheitspersonal von Efrat auch nachts zum Schutz der Holzfabrik einzusetzen. (Ynet/Abu-Taled und Ravivi pflanzen gemeinsam Bäume ©Haim Zach)

Preisträger des israelischen Verdienstordens

Präsident Peres hat bei einer Zeremonie Mitte Februar die ersten Preisträger des neugegründeten israelischen Verdienstordens des Präsidenten bekanntgegeben.

Der „Presidential Award of Distinction“ soll an Personen und Organisationen verliehen werden, die einen herausragenden Beitrag zur israelischen Gesellschaft und dem Bild Israels in der Welt geleistet haben. Vergleichbare Auszeichnungen sind „Order of Canada“, „Légion d’honneur“ in Frankreich und „Ordine al Merito“ in Italien.
Die Preisträger der ersten israelischen Verdienstorden sind:
• Henry Kissinger für seinen einzigartigen Beitrag zum Friedensprozess im Nahen Osten und für seine Kreativität, Vision und Weitsicht als Staatsmann;
• Uri Slonim, der Präsident der Nichtregierungsorganisation „Variety Israel“, für seinen ehrenamtlichen Einsatz für Kriegsgefangene und im Kampfeinsatz Vermisste;
• Judy Feld Carr für die Rettung von tausenden syrischen Juden, darunter vielen jungen Menschen und Familien, über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren;
• die Rashi-Foundation (gegründet von Familie Leven) für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Bildung;
• Rabbi Adin Steinsaltz für seinen Beitrag zu jüdischer Kultur und Bildung;
• Zubin Mehta, Dirigent des Israel Philharmonic Orchestra, für seinen Einsatz für israelische Musik.

„Ich bin stolz, eine Tradition zu beginnen, in der ich, der Präsident des Staates Israel, meine Anerkennung und Wertschätzung für Individuen und Organisationen zum Ausdruck bringen kann, die außerordentliche Leistungen für den Staat Israel und die gesamte Menschheit erbracht haben. (…) Es ist an der Zeit für uns, großartigen Menschen zu danken, die als Vorbild für die nächsten Generationen dienen“, erklärte Präsident Peres in seiner Eröffnungsrede. An die Preisträger gerichtet sagte Peres: „Sie sind ein leuchtendes Vorbild für uns alle. Es ist uns eine Ehre, dass wir Ihnen den israelischen Verdienstorden überreichen dürfen.“

Die Medaille selbst wurde von der Bezalel-Akademie für Kunst gemeinsam mit dem Designer Yossi Matityahu gestaltet. Auf der Medaille ist der Polarstern zu sehen, der für den gerechten Weg steht, und eine Menorah, die die Erneuerung des Staates Israel und eine starke Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart symbolisiert. Am unteren Rand stehen die Worte „Von seiner Schulter an aufwärts“ aus dem ersten Buch Samuel, die laut dem Designer für die einzigartigen Charaktereigenschaften der Preisträger stehen. (AM Israel/“Presidential Award of Distinction“©Yossi Matityahu)

Shoah-Stücke für drusische und beduinische Schüler

Das israelische jiddisch-sprachige Theater „Yiddishpiel“ bringt zwei Theaterstücke über den Holocaust an Schulen in drusischen und beduinischen Gemeinden in Nordisrael.
„Vor drei Jahren haben wir Ortsvorsteher von arabischen und drusischen Dörfern eingeladen, das Musical „Gebirtig“ zu sehen, was sehr bewegend war. Im Anschluss an das Stück haben wir ein jiddisch-drusisches Treffen in dem Ort Daliyat al-Karmel veranstaltet“,
so die Leitung von Yiddishspiel in einer Stellungnahme. „Im letzten September hat uns der Vorsitzende der Kulturabteilung von Daliat Al-Karmel, Bashir Hason, eingeladen, das Stück in der Schule des Dorfes vorzustellen, und es war ein großer Erfolg.“
„Das Thema ist Teil des Lehrplanes an den Schulen, und wir dachten, es sei eine gute Idee, es den Schülern über ein Theaterstück näher zu bringen. Genauso wie die Kinder hier die arabische Geschichte lernen, sollten sie auch die Geschichte des jüdischen Volkes kennen lernen. Der Holocaust ist ein integraler Bestandteil der Geschichte des 20. Jahrhunderts.“

Das Stück „Gebirtig“ ist im Original auf Jiddisch und wird auch von dem Ensemble für gewöhnlich auf Jiddisch aufgeführt. Die arabischen Schüler werden jedoch eine hebräische Version sehen, in der nur die Lieder im jiddischen Original sind. Das Stück wird auch in anderen Gemeinden in Nordisrael zu sehen sein. (Ynet/Szene aus „Gebirtig“©Yiddishpiel)

Israel ist Mitglied in das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

Haim Waxman, stellvertretender Botschafter Israels bei den UN sprach  Anfang Februar bei der Eröffnung der Sitzung des UNDP-Exekutivrats. In seiner Rede erklärte er: „Dieser Prozess bedeutet für Israel einen weiteren Aufstieg in die Einbindung in die internationale Agenda, über den arabisch-israelischen Konflikt hinaus.“  Waxman fügte hinzu, die Aufnahme sei Ausdruck des „Wandels, den wir von einem Entwicklungsland zu einem entwickelten Land durchgemacht haben“.
177 Staaten sind Mitglied in der Organisation, Israel ist als Vertretung der „Gruppe europäischer und anderer Staaten“ eines von 36 Mitgliedern des Exekutivrates.
(Haaretz)

Israelische Technologie spart Wasser und Geld

40% des verfügbaren Wassers, so das israelische Startup Stream Control„, gehen jährlich verloren- vor allem durch Lecks in den Leitungen. Angaben der Firma zufolge bedeutet dies einen jährlichen Verlust von US$ 14 Mrd. weltweit. „Stream Control“ hat hierfür eine Lösung entwickelt- den „Aqua-Guard“, der elektronisch den Wasserdruck in Leitungen regelt, um durch zu hohen Druck verursachte Lecks zu vermeiden.  „Wir sparen Wasser, aber auch Geld“, so der Geschäftsführer von „Stream Control“, Shlomo Avitbul. „Die Anschaffungskosten amortisieren sich bereits innerhalb von sechs bis zwölf Monaten.“

Die Vorrichtung ist batteriebetrieben und äußerst energiesparend. Außerdem kann sie auf beinahe jedes existierende Hydraulik-Ventil aufgesetzt werden und berichtet in Echtzeit über eventuelle Lecks. Die Jerusalemer Stadtverwaltung verwendet den „Aqua-Guard“ bereits und berichtet von 30% weniger Lecks. Auch in Tiberias und Rechovot ist der Wasser-wächter schon im Einsatz. Auch der Sprung über den Teich ist der Firma bereits geglückt: Ein Pilotprojekt in Brasilien wird in Kürze starten, ein weiteres Projekt in Mexiko ist geplant.   (NoCamels)

Tel Aviv weiht Fouad-Dajani-Platz ein

In Tel Aviv-Jaffa wurde Ende Februar ein Platz nach dem arabischen Arzt Fouad Ibrahim Dajani benannt. Der Arzt, der von 1890 bis 1940 in Jaffa gelebt hatte, ist der Gründer des gleichnamigen Krankenhauses. Dajani hatte das Krankenhaus in den 1930er Jahren aufgebaut und sich auf Chirurgie und Geburtshilfe spezialisiert. Im Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Auszeichnung für die ärztliche Behandlung britischer Soldaten.

Zur Einweihung des Platzes waren dreihundert Personen angereist, darunter sein Sohn und viele weitere Familienmitglieder, unter anderem aus den USA, Tunesien, Großbritannien und Jordanien. Ahmad Mashharawi, Mitglied des Stadtrates, erklärte: „Dies ist ein historischer Tag, der Juden und Araber verbindet. Dajani ist mit allen zurechtgekommen.“ (Ynet/Angehörige der Familie © M. Kamchi))

Gemeinsame israelisch-palästinensische Meinungsumfrage

Aus einer aktuellen Meinungsumfrage, die durch die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt wurde, geht hervor, dass die Ansicht zum Friedensprozess auf beiden Seiten weiterhin von Pessimismus und wechselseitigem Misstrauen geprägt ist. Dies spiegelt sich in den Ansichten der befragten Israelis und Palästinenser bezüglich des festgefahrenen Friedensprozesses und der Aussicht auf eine zeitnahe Lösung des Konflikts wieder. Dennoch ist die Kompromissbereit-schaft im Blick auf ein Endstatusabkommen auf beiden Seiten deutlich gestiegen.
Die gemeinsame israelisch-palästinensische Umfrage vom Dezember 2011 -  es wurden dafür 1.270 Palästinenser und 605 Israelis befragt – legte den Schwerpunkt auf den eingefrorenen Friedensprozess. Ein aktueller Akzent war der sich zuspitzende Konflikt mit dem Iran.

Die wichtigsten Ergebnisse
Generell herrscht sowohl bei Palästinensern als auch bei Israelis weiterhin Pessimismus vor. An einen Punkt fällt indes eine große Diskrepanz auf: Nur die israelischen Befragten gehen mehrheitlich davon aus, dass die bewaffnete Konfrontation nicht aufhören wird und beide Seiten nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren werden. 54,4% aller Israelis glauben das. Im Dezember 2010 waren es lediglich 35,5%. Auf palästinensischer Seite ist man wesentlich weniger pessimistisch. Nur 19,9% glauben an eine Fortsetzung bewaffne- ter Zusammenstöße ohne Rückkehr an den Verhandlungstisch. Im Dezember 2010 waren es noch 35,1%.
Die Umfrage umfasst vier Themengebiete: das Meinungsbild über ein endgültiges Abkommen, Erwartungen hinsichtlich der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch die Vereinten Nationen, ein israelischer Militärschlag gegen die iranischen Nuklearanlagen sowie Konfliktmanagement und Einschätzung von Bedrohungen.

Endgültige Grenzen und Gebietsaustausch


Von den Palästinensern unterstützen 63% einen israelischen Abzug aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen unter folgenden Bedingungen: Siedlungsgebiete auf einer Landfläche, die weniger als 3% des Westjordanlands betrage, würden an Israel gegeben. Im Gegenzug erhielten die Palästinenser eine entsprechend große Gebietsfläche von Israel. Den Befragten wurde dies anhand einer Landkarte veranschaulicht. Dieselbe Karte wurde den Befragten schon im Dezember 2010 gezeigt, als die Befürwortung der Kompromisslösung noch bei 49% und die Ablehnung bei 50% lag. Im Jahr 2011 war die Unterstützung also 14% höher.

Auf der israelischen Seite befürworten 51 Prozent der Befragten einen palästinensischen Staat auf der gesamten Gebietsfläche von Judäa, Samaria und dem Gazastreifen – abzüglich einiger großer Siedlungsblöcke, die von Israel annektiert würden. Diese gehen aber nicht über 3% der Fläche des Westjordanlands hinaus. Israel würde im Gegenzug alle übrigen Siedlungen räumen und den Palästinensern ein Gebiet in der gleichen Größe entlang des Gazastreifens überlassen. Im Dezember 2010 sprachen sich 49% der Israelis für und 43% gegen diese Komponente aus.

Ende des Konflikts


Einem Kompromiss zur Beendigung des Konfliktes würden 63 Prozent der Palästinenser zustimmen, demzufolge die vollständige Umsetzung des Abkommens über den endgültigen Status das Ende des Konflikts und die Aufgabe aller gegenseitigen Forderungen bedeute. Die Konfliktparteien würden sich verpflichten, Palästina und Israel als die Heimatländer der jeweiligen Völker anzuerkennen. 35% hingegen lehnen diesen Kompromiss ab. Im Dezember 2010 befürworteten nur 58% diesen Vorschlag und 41% lehnten ihn ab.

Unter den befragten Israelis befinden sich 70%t, die diesen Kompromiss zur Beendigung des Konflikts unterstützen und 27%, die ihn verwerfen. Ähnliche Angaben weist auch die Umfrage von Dezember 2010 auf, in der 68% der Israelis sich für diese Lösung aussprachen, während 25% sich negativ dazu äußerten.

Niedrige Chancen für unabhängigen Palästinenserstaat


Die Erwartungen hinsichtlich eines Endstatusabkommens sind auf beiden Seiten gedämpft. 68% der Israelis und 62% der Palästinenser denken, es sei derzeit unmöglich, eine solche Einigung zu erzielen.

Auch die Chancen auf die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates innerhalb der nächsten fünf Jahre neben dem Staat Israel werden von beiden Bevölkerungen als niedrig eingeschätzt. 66% der Israelis und 63% der Palästinenser halten diese für gering bis nicht bestehend.

Anerkennung eines Palästinenserstaates durch Vereinte Nationen?


Während 52%  der Palästinenser denken, dass ein Staat Palästina im Jahr 2012 die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen erhält, glauben 42% nicht daran. Auf israelischer Seite rechnen 44%  mit der UN-Mitgliedschaft, während 49% nicht davon ausgehen.
Auf die Frage, welche Reaktion die Israelis von den Palästinensern erwarten, antworteten 47% der Israelis, dass sie mit einer Intifada und bewaffneten Zusammenstößen seitens der Palästinenser rechneten. 25% hofften auf einen gewaltlosem Widerstand wie friedlichen Demonstrationen und 17% gehen davon aus, dass die Palästinenser in diesem Fall zu Verhandlungen mit der israelischen Regierung zurückkehrten. Die palästinensische Antwort ist geteilt: 31% denken, sie könnten den Abzug der Israelis durch friedliche gewaltlose Demonstrationen erreichen, 30% glauben, bewaffnete Angriffe auf die israelische Armee und Siedler könnten einen Rückzug erzwingen und 32% halten Verhandlungen für das richtige Mittel.

Ein israelischer Militärschlag gegen die iranischen Nuklearanlagen


Von den Israelis befürworten 47 Prozent eine etwaige Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen, 41% sprechen sich dagegen aus. 56% denken, dass die Mehrheit der israelischen Öffentlichkeit einen solchen Schlag unterstützen würde, wohingegen nur 25% von dem Gegenteil ausgehen.

Die Palästinenser sind gespalten in ihrer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines israelischen Militärschlages gegen die iranischen Kernanlagen: Während 48% einen Angriff für wahrscheinlich halten, denken weitere 48% der Befragten, dass dies nicht geschehen werde.

Anerkennung der Identität des Anderen


Die gegenseitige Anerkennung der Identität des Anderen im Rahmen eines Endstatusabkommens unterstützen 66% der israelischen Öffentlichkeit, 29% lehnen sie ab. Unter den Palästinensern liegt die Befürwortung für diesen Schritt bei 52%, während sich 47% dagegen aussprechen. Im September 2011 lag der Zuspruch zu dieser Maßnahme unter den Israelis noch bei 58%, 36% lehnten die gegenseitige Anerkennung der Identität ab. Die entsprechenden Zahlen für die palästinensische Bevölkerung lagen bei 46% Unterstützung und 52% Widerspruch.

Mögliche langfristige Ziele 


Etwa 60% der Palästinenser sehen ein langfristiges Ziel der Israelis in einer Ausweitung der israelischen Grenzen über die gesamte Fläche zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer und eine Ausweisung arabischer Staatsbürger. Hingegen gehen 22% davon aus, dass Israels Absicht darin liege, das Westjordanland zu annektieren und den Palästinensern politische Rechte zu verwehren. 

Nahezu die Hälfte der Israelis (45%) glaubt wiederum, dass das langfristige Ziel der Palästinenser in der Eroberung des israelischen Staates und der Auslöschung eines Großteils der in Israel lebenden, jüdischen Bevölkerung bestehe. 22% gehen davon aus, dass die Absicht der Palästinenser die Eroberung des Staates Israel sei. Nur 17% der Palästinenser denken, dass das langfristige Bestreben der Israelis darin liege, sich aus den 1967 besetzten Gebieten oder Teilen davon zurückzuziehen. 29% der Israelis vermuten, dass die Palästinenser beabsichtigten, einen Teil oder das gesamte Gebiet, das 1967 von Ägypten und Jordanien erobert wurde, zurückzugewinnen.

 

Statistik: Zwei Prozent Christen in Israel

Zu Weihnachten 2011 lebten rund 154.000 Christen in Israel. Sie machen zwei Prozent der Bevölkerung aus – so das israelische Zentralbüro für Statistik. Demnach sind 80,4 Prozent der Christen in Israel Araber. Der Rest sind Christen, die zusammen mit jüdischen Familienmitgliedern unter dem Rückkehrgesetz nach Israel immigriert sind. Der Großteil davon ist mit der Migrationswelle der 1990er Jahre aus der ehemaligen Sowjetunion in den jüdischen Staat gekommen.

Die Städte, in denen die meisten christlichen Araber wohnen, waren Ende 2010 Nazareth (22.200), Haifa (13.800) und Schfaram (9.300). Überdies lebten in Haifa 3.300 nicht-arabische Christen, in Jerusalem 3.000 und in Schfaram 2.800.

Heirat drei Jahre später als Muslime
Das Durchschnittsalter der christlichen Bräutigame bei ihrer ersten Hochzeit ist 29,1 Jahre. Im Vergleich zu Juden sind sie damit 1,5 Jahre älter, 2 Jahre älter als Drusen und circa 3 Jahre älter als Muslime. Die christlichen Bräute sind bei ihrer ersten Hochzeit durchschnittlich 24,5 Jahre alt. Damit sind sie ein Jahr jünger als jüdische Bräute, 3 Jahre älter als Drusinnen und 4 Jahre älter als Muslimas. 

Durchschnittlich haben Christen in Israel 2,2 Kinder, ähnlich wie die Juden mit 2,3 Kindern, jedoch weniger als Muslime mit durchschnittlich 3,1 Kindern.

Christen besonders gute Schüler


Über die Jahren erreichten die christlichen Araber in der Schule die höchste Erfolgsquote im Abitur. Im Jahr 2010 bestanden 63 Prozent der christlichen Zwölftklässler das Abitur, 46 Prozent der Muslime, 55 Prozent der Drusen und 58 Prozent aller Schüler im jüdischen Bildungssystem.

2010 studierten insgesamt 5.300 israelische Christen und machten damit 1,8 Prozent der Studenten des akademischen Bildungsweges aus. Unter den christlichen Bachelorstudenten war das beliebteste Fach Jura (11,4 Prozent), gefolgt von Sozial-wissenschaften mit einem Anteil von 9,4 Prozent.
 (inn)

Max Planck Weizmann Center gegründet

Das israelische Weizmann Institute und die deutsche Max-Planck-Gesellschaft haben im Januar den Vertrag für die Gründung des gemeinsamen „Max Planck Weizmann Center for integrative Archaeology and Anthropology“ unterzeichnet.

Wann gelangte der moderne Mensch nach Europa und Asien? Unter welchen Umständen haben sich kulturelle Veränderungen in der Geschichte von einer Region in die andere verbreite? Wie unterschieden sich die Zähne und Knochen des Neandertalers von unseren?  

Mit Fragen wie diesen sollen sich die ersten beiden Forschungsschwerpunkte „The Timing of Cultural Change“ und „Physical Anthropology through Bone and Tooth Structure-Function Studies“ beschäftigen. Zuständig sind hierfür zwei neu eingerichtete Teams von jeweils zehn Wissenschaftlern in Israel und Deutschland, die an gemeinsamen Aktivitäten der den beiden Institutionen teilnehmen.
Die Gründung des Zentrums ist ein weiterer Höhepunkt einer seit mehr als fünfzig Jahren andauernden Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und dem Weizmann Institute. 

Professor Weiner vom Weizmann Institute erklärte, er erhoffe sich neben der Kooperation mit Deutschland von dem gemeinsamen Zentrum auch eine Stärkung der wissenschaftlichen Kooperation mit den Nachbarn Israels. „Es wäre nur natürlich, mit den Ländern in der Nachbarschaft zu kooperieren, da wir den selben archäologischen Hintergrund teilen“, so Weiner. „Genauso wie es in den Beziehungen mit Deutschland geschehen ist, könnte jetzt auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit einen über die Wissenschaft hinaus gehenden Einfluss haben und friedliche Beziehungen im Nahen Osten promoten“. 

   (Weizmann Institute)

 

Benefizkonzert: Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble – „Songs from Jerusalem“

Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble
„Songs from Jerusalem“
14. März 2012, 19.00 Uhr
Oberbank Donauforum
Kartenverkauf (EUR 30,-)
im Oberbank Donauforum und beim Portier
des KH Barmherzige Schwestern Linz

Der Reinerlös der Veranstaltung geht an das Projekt „Glück schenken“ – eine Initiative zur Unterstützung von Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen.
Projektleiterin Dr. Manuela Baumgartner vom KH der Barmherzigen Schwestern Linz engagiert sich seit mehr als 14 Jahren für betroffene Kinder, deren Eltern und Geschwister und wurde dafür 2011 mit dem Humanitätspreis Äskulap ausgezeichnet. Organisiert wird der Abend vom ROTARY CLUB LINZ LANDHAUS und dem ZONTA CLUB OF LINZ.        www.glueck-schenken.at

Tel Aviv kreativste Stadt der Welt

Tel Aviv gehört mit London, Sydney, Stockholm und Shanghai zu den kreativsten Städten der Welt. Das befand die zweitgrößte Tageszeitung Kanadas, „The Globe and Mail“, unter Berufung auf den „Global Creativity Index“ der „Roman School of Management“.

Der entwickelte Index zeigt das Innovationspotential der Städte auf und fokussiert sich insbesondere auf die „Drei Ts“: Technologie, Talent und Toleranz. Dass Israel und vor allem Jungunternehmer in der Umgebung Tel Avivs im technischen Bereich Spitze sind, zeigt sich nach Ansicht der Juroren an der Entwicklung und dem Verkauf von Software an internationale Großunternehmen.

Unser Verhältnis zu den israelischen Arabern

Die Knessetabgeordnete Anastassia Michaeli hat alle überrascht, als sie letzte Woche dem Knessetabgeordneten Ghaleb Majadele Wasser ins Gesicht schüttete. Nicht einmal von ihr hatte man so etwas erwartet.

Majadele saß da, sein Gesicht nass, künstlich lächelnd vor Verlegenheit. Michaeli wollte so die Aufmerksamkeit auf die, wie sie es nennt, „Hetze“ des Arabers lenken, doch vor allem zog sie die Aufmerksamkeit auf den arabischen Knessetabgeordneten der Arbeitspartei Majadele. Vielleicht erfährt Michaeli aus gewissen Kreisen der Araber-Hasser und Provokateure Unterstützung. Jedoch waren die Assoziationen, die die israelische und auch jüdische Öffentlichkeit zu dem Vorfall hatte, ganz andere.

Ghaleb Majadele hat im Staat Israel nicht weniger Rechte als Michaeli und ihre Freunde. Er lebt in Baqa al-Gharbiyye, so wie es seine Familie seit Generationen tut. Zwar ist er nicht wie Michaeli zum Judentum konvertiert, doch er ist ein engagierter Bürger. Seit vielen Jahren ist er in Sportverbänden und politischen Organisationen aktiv. Er hat sich nicht einer der arabischen Parteien angeschlossen, sondern sich für die Mitgliedschaft in einer israelisch-zionistischen Partei entschieden.

Die meisten israelischen Araber werden wohl nicht so bald zu Anhängern der zionistischen Bewegung werden. Sie leben in Israel, weil sie das Recht dazu haben, und dieses Recht leitet sich daraus ab, dass ihre Familien seit Generationen im Land leben. Die Tatsache, dass sie keine Juden sind, hat keinen Einfluss auf ihren Status als Bürger des Staates Israel.

In Israel gibt es eine jüdische Mehrheit, die den Charakter des Staates bestimmt. Dies ist das Recht eines unabhängigen demokratischen Staates. Doch das Glas Wasser, das Michaeli Majadele ins Gesicht geschüttet hat, lässt  den Gedanken aufkommen, es gäbe im Staat Israel solche, die „gleicher als gleich“ sind. Vielleicht hören jetzt auch einige genauer hin und verstehen die Botschaft, die Michaeli herüberbringen wollte.

Jeder Abgeordnete der Knesset ist genauso viel wert wie der andere- jede jüdische Arroganz gegenüber arabischen Parlamentsmitgliedern ist nichts als Rassismus, dessen Ursprung weder in der jüdischen Tradition noch sonst im Judentum begründet liegt. 
 
Es stimmt, die Koexistenz von Juden und Arabern in diesem Land ist keine einfache Angelegenheit,  umso mehr, da Israel in einem ständigen Konflikt mit den Palästinensern liegt und die arabischen Israelis sich voll und ganz als palästinensische Araber verstehen.

Die Bürger des Staates Israel wollen terroristische Verbrechen extremistischer Elemente unter den israelischen Arabern verhindern. Doch wir haben es in der Hand, ob wir die israelischen Araber als Brücke zur Verbesserung der Beziehungen mit der arabischen Welt nutzen möchten, oder als gewaltige Tretmine, die wir nicht entschärfen können, besonders nicht als kleines Land inmitten eines arabischen Nahen Ostens.

Ich habe arabische Freunde in Um al-Fahm, Nazareth, Tira, Taibe und anderen Dörfern. Es besteht dort ein großer Wunsch, in Anerkennung der Unterschiede, die durch die Situation im Nahen Osten nun einmal bestehen, miteinander in Frieden zu leben. Der Versuch, ihnen Angst zu machen, ist nicht nur unberechtigt, er ist auch nicht effektiv.

Die Tat von Anastassia Michaeli ereignete sich in einer Zeit, in der Stimmen laut werden, die den arabischen Israelis das Recht auf kostenlose Kinderbetreuung ab drei Jahren absprechen wollen, mit dem Argument, sie seien nicht bei der Armee gewesen. Deshalb ist es gerade jetzt es wichtig, die Augen aufzumachen und zu erkennen, wohin eine solche Hetze führen kann, die auf Arroganz und Selbstüberschätzung beruht. 
 
Die Knessetabgeordnete Michaeli wollte, so scheint es mir, einem arabischen Knessetabgeordneten drohen. Doch die daraus resultierende Botschaft an die Öffentlichkeit ist eine andere: Dass auch der Andere und von uns Verschiedene Respekt und Gleichberechtigung verdient hat in unserem jüdischen Staat. Somit erinnert sie an den biblischen Bileam- sie wollte verfluchen und brachte Segen. 

 (Israel Ha-Yom, 17.01.12)

Der Autor ist ehemaliges Knessetmitglied für die Arbeitspartei und ehemaliger Innen- und Tourismusminister.


100 Rennkamele für israelisches Topmodel

Zu einem nicht alltäglichen Vorfall kam es in der jordanischen Felsenstadt Petra, als das israelische Topmodel Sarai Givaty zu einem Fotoshooting unterwegs war. Als das Model in Brautkleidern vor der Kamera posierte, soll ein jordanischer Beduine sich sofort in sie verliebt haben. Als Brautpreis schlug der Jordanier 100 erstklassige Kamele vor, so die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. <
Als Brautpreis schlug der Jordanier 100 erstklassige Kamele vor.

Das Topmodel weiß den Preis offensichtlich nicht zu schätzen. Sie wolle ihr Singledasein nicht aufgeben, sagte sie amüsiert gegenüber „ynet“.

Hohe Anwaltsdichte in Israel

Einer von 157 Israelis ist heute Rechtsanwalt – damit wurde ein neuer Rekord im Zahlenverhältnis zwischen Anwälten und Einwohnern aufgestellt. Die 1.102 neuen Mitglieder der Anwaltskammer haben teilweise Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden.

Matan Arnavi ist das 60.000. Mitglied in der Geschichte der israelischen Anwaltskammer. Er wurde von der Kanzlei in Tel Aviv übernommen, in der er sein Referendariat gemacht hat. 48.000 Mitglieder sind noch aktiv. In Israel ist die Anwaltsquote ungewöhnlich hoch: Hat im jüdischen Staat einer von 157 Einwohnern den Beruf erlernt, ist es in den USA einer von 270. In Großbritannien kommen 400 Bürger auf einen Rechtsanwalt, in Deutschland 600 und in China 8.000.

Arnavi plädiert gegenüber der Tageszeitung ‚Ma´ariv‘ für strengere Aufnahmekriterien bei der Einschreibung für das Jurastudium. Eine schwierige Abschlussprüfung sei hingegen nicht der richtige Weg. Dabei habe er an sich kein Problem mit der großen Anzahl. „Was mich stört, ist, dass die Quantität größer geworden ist und die Qualität abnimmt.” Viele Anwälte begriffen nicht, was es heiße, einen anderen Menschen zu vertreten. Zudem habe der Beruf an Wertschätzung verloren. „Heute kann jeder, der ein Abiturzeugnis hat, mit Studieren beginnen. Das führt zu einem Rückgang der Qualität. Das ist ein grundlegendes Problem, und man muss sich damit befassen.”       (inn)

1.000 vietnamesische Landwirte kommen im Sommer nach Israel

Ein Fortbildungsprogramm von MASHAV, der Agentur für internationale Zusammenarbeit des Außenministeriums, wird in diesem Jahr dreimal so viele vietnamesische Landwirte schulen wie bisher.

Zurzeit nehmen bereits 300 Landwirte an dem elfmonatigen Programm teil, weitere 700 sollen im Sommer noch hinzukommen. Die Teilnahme ist nicht auf Vietnam beschränkt, Teilnehmer kommen auch aus anderen asiatischen Ländern wie Kambodscha und Myanmar.

Es handelt sich um eine Kombination aus theoretischen und praktischen Modulen, die bei landwirtschaftlichen Unternehmen in den Bezirken Ramat Hanegev und Zentral-Arava absolviert werden können. (Außenministerium des Staates Israel, 09.01.12)