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„6:29“. Eine Installation zum NOVA-Festival in Tel Aviv.

„This is a story about a community that refuses to be broken, refuses to stop and surrender. WE WILL DANCE AGAIN“. Die NOVA-Community hat das Gelände des Open-Air-Supernova-Festivals in einer Halle in Tel Aviv nachgestellt. Jenes Musikfestival, das am 7. Oktober ab 6 Uhr 29 von der Terrororganisation Hamas überfallen wurde. WE WILL DANCE AGAIN klingt positiv, und doch erscheint es wie ein verzweifeltes Überlebens-Mantra, das ein ganzes Land erfasst hat.

Ein Haufen gefundener Schuhe

Beim Betreten der Ausstellungshalle raubt der auffällige Geruch nach Patschulis-Räucherstäbchen den Atem, gleichzeitig verschleiert Nebel die Luft. Ein Schleier, der sich über  den Boden legt. Dieser ist von Kleidungsstücken, Trinkflaschen, Klappsesseln und Matten. Alles, was man bei einem Musikfestival mit sich hat. In diesem Fall: hinterlassen hat.  
Der Rave mit einem bis zum Nachmittag des 7. Oktober angesetzten Programm war als Feier von „Freunden, Liebe und unendlicher Freiheit“ beworben worden und sah Auftritte von namhaften Künstler*innen vor. Hunderte vorwiegend 20 bis 40-jährige Musikfans befanden sich vor Ort, als die Hamas ab 6 Uhr 29 ihr Massaker startete. 364 Festivalbesucher*innen wurden ermordet, viele weitere verletzt und 40 als Geiseln in den Gazastreifen entführt.  Jeder Schuh, jeder zertrampelte Picknickkorb, Klappsessel und zerstörtes Zelt könnte das des eigenen Kindes oder Partners sein. Verbrannte Autos lassen die Brutalität des Angriffs erahnen. Gleichzeitig vermitteln Fotos der Festivalbesucher*innen und eine Festivalbühne die ausgelassene Stimmung, die zum NOVA-Festival gehört(e). Der Anschlag galt auch einem Lebensgefühl. 

Die überwiegend israelischen Besucher*innen lesen betroffen die letzte WhatsApp-Konversation, in der sich eine junge Festival-Besucherin offenbar von ihren Eltern verabschiedet hat. Sie lesen aufmerksam Briefe und Botschaften, die andere davor in der Halle hinterlassen haben. Hie und da steht etwas auf Englisch: „Never Again“. Was bei uns als Mahnmal an tiefdunkle Zeiten erinnert, ist in Israel tägliche Realität. Wie muss es sich anfühlen, mit dieser Bedrohung leben zu müssen? Besucher*innen gehen langsam von einem Haufen Leben zum anderen. Wir sind fast froh, die hebräischen Notizen nicht lesen zu können, um die ganze Tragweite nicht erfassen zu müssen, es ist auch ohne Übersetzung eine schwere Ohnmacht spürbar. Freundinnen umarmen sich weinend, Angehörige der Geiseln machen Sonderführungen durch die Ausstellung. Selbst Menschen, die niemanden unter den Toten und Verletzten kennen, laufen leise Tränen über die Wangen. Bis auf die Musik  - die offenbar beim Festival gespielt wurde - ist es totenstill. 

Vor der Halle gibt es einen kleinen Shop mit Merchandising-Produkten von NOVA. Ihr Erlös kommt den Familien der Geiseln zugute. WE WILL DANCE AGAIN steht auf der Kette, die einer Militärplankette nachempfunden ist. Sie gibt Hoffnung, und doch kann mans irgendwie nicht ganz glauben. 

Wie immer versorgt uns die Friedrich-Ebert-Stiftung in Tel Aviv mit einer Zusammenstellung wichtiger Artikel aus den israelischen Medien.

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